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Adventskalenderstories: Zeit der Lichter

Titel: Zeit der Lichter
8x100 und 3x200 Wörter
Fandom:
Tatort Münster

Genre: utter silliness
Zusammenfassung: Über Geschmack lässt sich (nicht) streiten.
Anmerkungen: wieder ohne Beta, aus den gleichen Gründen wie immer - weist mich bitte auf die Fehler hin! Danke
Wörter: 1400 + Epilog
A.N. 1: Nein, ich war nicht betrunken, als ich das hier fabriziert habe - auch wenn der Verdacht naheliegend ist

A.N. 2: vielleicht ein wenig ooc.... aber was macht das schon.
A.N. 3: Ich bin der Meinung, eins der Drabbles hätte original so von euch Slashern geschrieben sein können; allerdings mit Hintergedanken, die ich nicht dabei hatte
A.N. 4: Wie ist eigentlich die korrekte Schreibweise, Frankie oder Fränky? Ich habe meinen Text jetzt Veras Variante angepasst, aber ich könnte schwören, dass es auch in der ersten Form geht. Habs wieder auf Frankie zurückgeändert, Gruß an cricri. ;o) *grübel* Es sind die Nebensächlichkeiten, die mich beschäftigen... *doh*


So, genug gesabbelt. I declare this bazaar open! Oder so ähnlich...


„Ist Ihnen je in den Sinn gekommen, Ihre Wohnung etwas vorweihnachtlich herzurichten?“

„Nö.“

„Tatsächlich nicht? Also das kann ich gar nicht nachvollziehen, der Advent ist doch eine ganz besondere Zeit, die Zeit der Lichter…“

„Kann ich gut ohne.“

„Thiel, alle anderen Mieter haben schön geschmückt, hinter jeder Scheibe leuchtet eine Kleinigkeit, nur bei Ihnen ist es kahl und trist. Das ist doch ungemein frustrierend.“

„Nich‘ für mich.“

„Na kommen Sie! Ein, zwei Lichterketten ins Fenster, wie klingt das?“

„Vergessen Sie‘s!“

„Einen Stern von Bethlehem?“

„Sind Sie bekloppt?

„Dann wenigstens ein Teelicht?“

„BOERNE…“

„Schon gut, schon gut.“
Hätte ja klappen können…

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„Na, wollen Sie die Weihnachtskerze nicht anzünden, die ich Ihnen gestern zum Geburtstag geschenkt habe? Jetzt ist doch die perfekte Gelegenheit dazu.“ Er nahm noch einen Schluck Wein.

„Geht nicht, die ist im Präsidium geblieben.“

„Ach.“ Boerne merkte, wie seine Gesichtszüge minimal entglitten. „Naja, auf Ihrem Schreibtisch wird sie ja auch ganz nett aussehen.“

„Schreibtisch? Pfffffff… ich wollte sie in der Ausnüchterungszelle abladen, aber Nadeshda hat das spitzgekriegt und sie einkassiert. Jetzt steht sie im Damenklo auf der Fensterbank.“

Thiel unternahm nicht einmal den Versuch, etwas verlegen dreinzuschauen. Der Mann war absolut dekorationsresistent.

Boerne seufzte ergeben.
Hätte ja klappen können.

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„BOERNE?!“

Unwillkürlich zog der Professor den Kopf etwas tiefer zwischen die Schultern. Dieser Tonfall
verhieß nichts Gutes.

„Was ist das da an meinem Türrahmen?“ Thiel klang ruhig. Gefährlich ruhig.

Betont fröhlich drehte Boerne sich um. „Das sieht man doch. Eine Weihnachtsgirlande…“
Das mörderische Funkeln in Thiels Augen ließ das verkrampfte Lächeln aus seinem Gesicht verschwinden.

Thiel verschränkte die Arme und starrte ihn grimmig an. „Weg damit oder in den nächsten Tagen wird der Chef der Münsteraner Rechtsmedizin auf einer Müllkippe aufgefunden, erdrosselt mit diesem Grünzeug.“

Ergeben pflückte Boerne die Girlande vom Türrahmen. „Schon gut, schon gut...“
Hätte ja klappen können…

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„Um nochmals auf Ihre rüde Drohung von gestern zu sprechen zu kommen, wollte ich hiermit anmerken, dass Ihnen laut Mietrecht §535 bis §580a des BGB zwar zusteht, Ihre Wohnungstür nach Gutdünken zu dekorieren – oder, wie in Ihrem Falle, dies zu unterlassen – aber das Recht, den Hausflur zu gestalten, liegt eindeutig bei mir, dem Vermieter. Der Teil der Wand über Ihrem Türrahmen, an dem die Girlande hing, zählt ja nun zweifellos zum Flur, was Sie als Mann des Gesetzes zu der Einsicht bringen wird, dass…“
Bei dem Blick, den Thiel ihm zuwarf, brach Boerne seinen Vortrag ab.
Hätte ja klappen können…

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„Hier ist ja nett geschmückt!“ Herbert musterte das Haus von oben bis unten. „Bis auf ein schmuddeliges Fenster. Man sieht sofort, wo du wohnst, Junge.“

Frank wurde plötzlich ganz argwöhnisch. „Vaddern, hast du mit Boerne gesprochen?“

„Hä? Nee.“ Manchmal hatte Frankie komische Ideen. Egal. „Es wird Zeit, dass du dir wieder `ne Frau anschaffst. Würde dir guttun, in jeder Beziehung.“ Herbert zwinkerte vielsagend.

Sein Sohn verdrehte die Augen. „Was soll ich mit `ner Frau? Ich hab‘ schon Boerne am Hals, der nervt genug!“ Damit stieg er aus.

Irgendwie hatte Herbert auf eine andere Reaktion gehofft.
Naja, hätte ja klappen können…


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„BOERNE!!!“
Oh-oh.

„Dass Sie jetzt schon andere für sich einspannen, geht entschieden zu weit!“

„Ich weiß gar nicht, wovon Sie reden, Thiel.“
Natürlich glaubte Thiel ihm kein Wort. Zu Recht.

„Dass Nadeshda mich beim Wichteln gezogen hat, geht Sie schon mal gar nichts an. Aber dass Sie ihr sagen, ich könnte dringend Weihnachtsdekoration gebrauchen, ist ja wohl die Höhe! Sie hat mir einen Lichterbogen geschenkt!“

„Welch nette Idee! Und, haben Sie ihn aufgestellt?“ Die Hoffnung starb zuletzt…

„Gott bewahre! Hoffmann konnte den Ramsch für seine Schwiegermutter gebrauchen, ich hab‘ gegen seinen Sixpack getauscht.“

Boerne seufzte ergeben.
Hätte ja klappen können…

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„B O E R N E !!! Wenn Sie in meiner Gegenwart noch einmal das Wort dekorieren verwenden, ich schwöre, ich vergesse mich! Und dann wird es nicht bei ausgeschlagenen Zähnen oder Handschellen und Knebel bleiben!!!“
So. Der hatte gesessen.

Boerne starrte ihn völlig entgeistert an. „Haben Sie mir jetzt ernsthaft Gewalt angedroht?“

„JA!“ Endlich hatte der Mann kapiert, was Sache war. Zum Glück besaß Boerne scheinbar genug Selbsterhaltungstrieb, um tatsächlich…
Thiel konnte den Gedanken nicht zu Ende führen, weil Boerne laut loslachte.

Also das war doch…
„Boerne, machen Sie nicht den Fehler, mich zu unterschätzen!“

„Oje, ich fürchte, genau den Fehler habe ich schon begangen!“ Boerne wischte sich ein paar Lachtränen aus den Augen, bevor er feststellte: „Wissen Sie, das war Ihr fünfter Witz in diesem Jahr, und - so möchte ich hinzufügen - mit Abstand Ihr bester. Ich habe Ihren Sinn für Humor definitiv unterschätzt.“ Energiegeladen stand er auf. „Was die Dekoration angeht, darüber können wir ja heute Abend noch einmal sprechen, ich schaue einfach bei Ihnen rein. Bis später!“
Und schon schlug die Bürotür ins Schloss.

Hilflos ließ Thiel seinen Kopf auf die Schreibtischplatte fallen und blickte erst wieder auf, als Nadeshda ihm grinsend die Schulter tätschelte. „Ach Chef, hätte ja klappen können…“

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„Ein Weihnachtsgeschenk? Was is’n da drin?“ Thiel war argwöhnisch.

Boerne strahlte.
„Eine St.-Pauli-Lichterkette mit formschönen kleinen Totenschädeln an jedem Lämpchen!“

„Echt???“ Begeistert machte Thiel sich ans Auspacken.

„Natürlich nicht.“ Boerne verdrehte bei diesem plötzlichen Enthusiasmus kopfschüttelnd die Augen. „Das ist eine neue Glühbirne für Ihren Kühlschrank, Sie müssen ja schon seit Wochen im Dunkeln nach Ihrem Bier fischen. Auf die Art geht Ihnen wenigstens ab und zu ein Licht auf.“

Thiel bedachte seinen Nachbarn mit einem solch mörderischen Blick, dass jeder andere auf Nimmerwiedersehen die Flucht ergriffen hätte - doch Boerne lehnte sich völlig entspannt zurück.
Hätte ja klappen können…

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Die kalte Verachtung, mit der Boerne ihn strafte, ließ Thiel schlucken; so zornig hatte er ihn nie zuvor erlebt.
„Ich mach uns ´nen Kaffee. Sieht aus, als hätten Sie einen nötig.“

„Was glauben Sie, wie viele Tassen ich seit gestern Abend getrunken habe?!“

„Äh… vielleicht ein Bier?“

Es war aber auch wirklich dumm gelaufen, dass Boerne sich die letzte Nacht und dazu noch diesen ganzen Tag mit irgendwelchen aufwendigen Laboruntersuchungen um die Ohren geschlagen hatte, nur weil er nicht wusste, dass der Verdächtige längst gestanden hatte.

Aber Thiel hatte das perfekte Mittel um Boerne aufzuheitern, er musste ihn nur irgendwie in seine Wohnung lotsen.

„Kommen Sie. Machen Sie sich’s gemütlich.“
Er dirigierte den mürrischen, erschöpft aussehenden Mann aufs Sofa, trat dann unauffällig zur Fensterbank und steckte einen Stecker ein. Seine brandneue, im Ausverkauf heruntergesetzte Lichterkette erstrahlte warm in der einsetzenden Dunkelheit.

„Na, was sagen Sie jetzt? Damit haben Sie nicht gerechnet, was?“
Noch während er sprach, drehte er sich beifallheischend um – nur um zu sehen, wie sein Nachbar schlafend zur Seite wegkippte und nicht einmal bemerkte, dass er auf eine schmuddelige Jeans klatschte.

Ihn jetzt zu wecken, wäre lebensmüde; soviel zum Thema aufheitern.
Aber das würde schon noch klappen…. später.

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„Thiel, ich… ich brauche einen Arzt.“ Diese schwachen, unerwartet in die Stille gewisperten Worte klangen derart gequält, dass Thiel beinah das Herz stehenblieb. Boerne verlangte einen Arzt? Freiwillig??? Großer Gott!

Entsetzt fuhr er hoch und stürzte zum Sofa, auf dem sein vermutlich sterbenskranker Nachbar bis gerade noch reglos geschlafen hatte.
„Scheiße, was ist denn los?“

Der Professor presste beide Handballen an seine Schläfen und stöhnte.

„Boerne?“ Panisch rüttelte Thiel seine Schulter. „Haben Sie Schmerzen? Sagen Sie doch was!“
Der Kranke blinzelte mühsam. „Das ist ein febriles Delirium… Wahnvorstellungen… ich bilde mir ein, dass eine Lichterkette in Ihrem Fenster hängt!“

Thiel wäre fast alles aus dem Gesicht gefallen - Boernes Reaktion nach dem Aufwachen hatte er sich definitiv anders ausgemalt.
„Boah, manchmal sind Sie so ein blöder Idiot!“ Wutschnaubend ließ er sich aufs Sofa fallen, während Boerne sich grinsend aufrichtete.
„Statt dass Sie endlich zufrieden sind, verarschen Sie mich noch.“ Thiel war echt sauer.

Boerne seufzte. „Morgen ist Dreikönigstag, da räumt man die Weihnachtsdekoration weg. Sie sind reichlich spät dran…“

Der hatte doch immer was zu mäkeln - dabei hatte er diese blöde Lichterkette wirklich nur seinetwegen gekauft!

„…aber es sieht fabelhaft aus!“ Boerne strahlte förmlich.

Oh… hatte ja doch geklappt.

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„Und, ist die Lichterkette denn jetzt so schlimm?“

„Nee… ist schon ok.“

„Na sehen Sie. Hängen Sie sie im nächsten Jahr getrost schon zu Beginn der Adventszeit auf, dann haben Sie doch viel mehr davon.“

„Ganz bestimmt nicht!“

„An Nikolaus?"

„Niemals!“

„Aber spätestens am zweiten Advent?“

„BOERNE!!“

„Grundgütiger, wann wollen Sie sie denn aufhängen?“

„Heiligabend. Und keinen Tag früher.“

„Sie sind wirklich unverbesserlich!“ Boerne lehnte sich neben Thiel ins Sofa zurück und starrte versonnen auf die Lichterkette. Einen Versuch war es wert gewesen, es hätte ja klappen können…
Er hatte zum Glück jetzt elf lange Monate Zeit, Thiel weiter weichzukochen….

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…oder doch nicht?

„BOERNE?“

Unwillkürlich zog der Professor den Kopf etwas tiefer zwischen die Schultern. Dieser Tonfall
verhieß nichts Gutes.

„Was ist das da neben meiner Tür?“ Thiel klang ruhig. Gefährlich ruhig.

Betont fröhlich drehte Boerne sich um. „Das sieht man doch. Ein Holz-Osterhase…“

...



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NEIN! War ein Joke! Ich freue mich jetzt erst einmal auf Weihnachten… und ich hoffe, ihr auch. Sei es nun mit Dekoration oder ohne. xD
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Zeit der Lichter
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Hinweis in eigener Sache: sollte jemand nach dem Lesen dieses Textes den unbezähmbaren Drang verspüren, in die Tastatur zu beißen oder die Faust durch den Flachbildschirm zu treiben: er möge sich zügeln, eine zweite Person zur Hilfe holen und der bildlichen Anweisung am Ende dieses Hinweises folgen - auf die Art werden eventuelle Schäden an Körper und Hardware vielleicht erfolgreich verhindert. Vielen Dank.
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Tags: adventskalender 2012, boerne, crack, fanart, fanfic, humor, nadeshda, thiel, thiel senior
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