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Bingo-Prompt 16, Karte 2

Titel: Grund zum Feiern
Prompt: Makeover
Genre: Freundschaft, etwas Fluff/Gefühlsduselei
Zusammenfassung: Wilhelmine lehnte sich lächelnd zurück. Das könnte für Thiel ein langer Abend werden; aber sie freute sich, dass er letztendlich doch noch zugesagt hatte und für einen Moment fragte sie sich, was wohl der ausschlaggebende Grund gewesen war.
Anmerkungen: Missing Scene zu "Licht".
A.N.: wie immer ohne Beta.
Wörter: 950


Als Wilhelmine vor dem Restaurant eintraf, überlegte sie für einen Moment, draußen auf ihre Gäste zu warten; doch das kalte, eher ungemütliche Wetter bewog sie dazu, die Lokalität gleich zu betreten. In der angenehmen Wärme des Gastraumes ließ sich die Zeit bis zum Eintreffen ihrer Kollegen sicher um einiges angenehmer verbringen.
Sie hatte allerdings gerade erst Platz genommen, als die Tür sich öffnete und Frau Haller und Thiels junge Assistentin den Gastraum betraten.

Die beiden blieben nahe des Eingangs stehen und ließen ihre Blicke ein wenig umherwandern, konnten sie jedoch im gedämpften Licht des edel ausgestatteten Raumes offenbar nicht gleich ausmachen; was wohl nicht zuletzt daran lag, dass sich der Tisch, den die Staatsanwältin reserviert hatte, in einer etwas abseits liegenden Nische befand.
Doch natürlich war einer der Kellner auf dem Sprung und führte die beiden jungen Frauen schon nach wenigen Sekunden zu ihr.


Wie sie nicht anders erwartet hatte, waren sie innerhalb kürzester Zeit in ein lebhaftes Gespräch vertieft. Frau Krusenstern war offen und entspannt, wie sie sie im Präsidium bislang selten erlebt hatte. Frau Haller schien im Augenblick fast ruhig dagegen, aber ihre Augen leuchteten wie eh und je. Vielleicht sogar mehr als sonst; manchmal wirkte sie so, als könne sie noch gar nicht glauben, wie sich in den letzten Wochen alles zum Positiven verändert hatte.

Thiels Assistentin berichtete gerade von einer lustigen Begebenheit des aktuellen Falles, als sie plötzlich mitten in der Erzählung abbrach und für einen Moment mit weit aufgerissenen Augen und leicht geöffnetem Mund an Wilhelmine vorbeistarrte.
Wilhelmine und Frau Haller wandten sich wie auf Kommando um und die Staatsanwältin merkte, wie sich ihr Gesicht zu einem ungläubigen Lächeln verzog, als sie die Neuankömmlinge sah, die gerade an den Tisch traten.

Vor ihnen stand Thiel, gekleidet in einem dunklen Anzug, zweifellos frisch gebügeltem Hemd und einer perfekt gebundenen Krawatte, deren dezentes Muster das eindrucksvolle Blau seiner Augen unterstrich. Als ob das noch nicht reichen würde, war er frisch rasiert und, nachdem er sich wochenlang nicht darum gekümmert hatte, eindeutig beim Friseur gewesen. Er war kaum wiederzuerkennen.

Für kurze Zeit sagte niemand etwas und Thiel blickte mit sichtbar wachsendem Unbehagen von einem zum anderen, bis es schließlich frustriert aus ihm herausplatzte: „Nadeshda, wenn Sie den Mund nicht bald zuklappen, stopfe ich Ihnen das Unkraut rein, das Boerne da in der Hand hält.“


Vorbei war der Moment des ehrfürchtigen Schweigens. Frau Haller und Frau Krusenstern begannen unkontrolliert zu kichern, Wilhelmine selber schüttelte nur den Kopf. Sie versuchte, nicht zu sehr zu grinsen, als sie die Arme vor der Brust verschränkte und öffnete schon den Mund, bevor Sie jedoch etwas sagen konnte, ergriff Professor Boerne das Wort.
„Thiel. Wann werden Sie lernen, wie man sich benimmt? Es sollte doch sogar Ihnen klar sein, dass man eine freundliche Begrüßung an die Gastgeberin und die bereits Anwesenden richtet, wenn man eingeladen ist.“ Er legte den Kopf schräg und zuckte ein wenig mit den Schultern, als er wie überlegend hinzufügte. „Andererseits wäre das vielleicht etwas zu viel des Guten gewesen. Die Damen am Tisch hätten wahrscheinlich den Notarzt gerufen, aus Angst, dass Sie mindestens vierzig Fieber haben.“

Ohne Thiel Zeit für eine Erwiderung zu geben, drehte er sich zu ihnen um, begrüßte sie mit einem Handkuss und überreichte jeder einzelnen von ihnen eine Rose.
Thiel stand mit einem Gesichtsausdruck daneben, der eine Mischung aus widerstrebendsten Gefühlen zeigte; zum einen schien er sich meilenweit weg zu wünschen, zum anderen aber zuckten seine Mundwinkel beinah ein wenig stolz, als er Frau Hallers und Nadeshdas schmunzelndes, anerkennendes Nicken wahrnahm.

Nachdem Wilhelmine sich beim Professor für seine Aufmerksamkeit bedankt hatte, wandte sie sich Thiel zu, der immer noch am Tisch stand.
„Nun setzen Sie sich schon hin, Thiel, das ist hier keine Pommesbude.“ Sie sagte es mit einem Augenzwinkern und Thiel entspannte ich ein wenig und nahm dann tatsächlich Platz. „Ja… schönen Dank für die Einladung Frau Klemm“, murmelte er etwas unbeholfen.


Wilhelmine lehnte sich lächelnd zurück. Das könnte für Thiel ein langer Abend werden; aber sie freute sich, dass er letztendlich doch noch zugesagt hatte und für einen Moment fragte sie sich, was wohl der ausschlaggebende Grund gewesen war. Sie wurde allerdings von ihren Gedanken abgelenkt, als Thiels Assistentin das Wort ergriff.

„Also Chef, wenn ich es nicht besser wüsste, hätte ich gedacht, Sie hätten bei Germanys Next Topmodel das Extreme Makeover mitgemacht.“ Nadeshda grinste spitzbübisch bei ihrer kleinen Stichelei.
„Hä?“ Thiel schaute so verwirrt, dass die junge Frau laut auflachte und abwinkte. „Vergessen Sie’s!“
Thiel schüttelte nur verständnislos den Kopf während Wilhelmine sich schmunzelnd umwandte und beim Ober, der dezent im Hintergrund gewartet hatte, eine Flasche Rotwein bestellte.

Als sie sich wieder zurück zum Tisch drehte, fiel ihr Thiels Gesichtsausdruck auf.
Verwundert folgte sie seinem Blick und sie stellte fest, dass er Frau Haller und Professor Boerne beobachtete. Und ebenso wie bei ihm breitete sich ein Lächeln auf ihren Zügen aus.
Die kleine Rechtsmedizinerin starrte noch ganz verzaubert auf die Rose, die sie bekommen hatte; Wilhelmine war sich nicht sicher, aber sie meinte fast, dass eine Träne auf die wirklich wunderschöne Blume getropft war. Boerne, der sich bedächtig neben seiner Kollegin niedergelassen hatte, fixierte sie ebenfalls mit einem leichten Lächeln im Gesicht und als Frau Haller kurz aufblickte und ihn anstrahlte, drückte er ihre Hand.
Es tat wirklich gut, die beiden nach so vielen Wochen wieder zusammen zu sehen; auch wenn diese ruhige Harmonie sicherlich bald wieder den üblichen, unverschämt gewitzten Wortgefechten weichen würde.
Aber die hatten sie alle vermisst, jeder einzelne von ihnen.

Thiels Assistentin fing Wilhelmines Blick und sie nickten sich kurz zu. Nadeshda freute sich ebenso wie alle anderen am Tisch.

Alles war wieder gut. Und das wollte wohl sogar Thiel ein wenig feiern.



Comments

( 2 Kommentare — Kommentar hinterlassen )
cricri_72
31. Jan 2013 18:03 (UTC)


... für die Stimmung

und

:D
... für die Prompt-Umsetzung.

Germanys Next Topmodel *snicker*

Edited at 2013-01-31 18:04 (UTC)
baggeli
31. Jan 2013 18:14 (UTC)
Hihi,
etwas Fluff musste doch mal wieder sein, oder? =D

Germanys Next Topmodel *snicker*
Ich habe extra noch nachgeforscht, das gab es damals schon. "Licht" spielt kurz nach Höllenfahrt, das war 2009, und die erste Staffel von dieser Horror-Weiber-Grütze war laut Wikipedia 2005. xD
( 2 Kommentare — Kommentar hinterlassen )

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