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Story: 48 Stunden - Epilog

Titel: 48 Stunden
Genre: Freundschaft, Krimi, Angst, etwas h/c
Zusammenfassung: Es hätte ein schönes Wochenende in Hamburg werden sollen. Doch es war der Beginn eines Alptraums.
A.N.: Die Kinder spielen in der Sonne und ich sitze hier dick eingepackt mit meinem Laptop auf dem Schoß und habe die Füße hochgelegt. Was soll ich noch sagen? Ich bin fertig.
Danke an die, die ausgehalten haben bis zum Schluß!
Wörter: 30150


Schon seit Stunden saß er auf dieser Bank in der klimatisierten Eingangshalle der Uniklinik, still, geradezu erstarrt zwischen den unzähligen Menschen, die die Treppen hinauf- und hinabeilten. Niemand nahm ihn dort in seiner Ecke wahr, und andersherum war es ebenso – er beachtete die vielen Personen nicht, die Besucher, Patienten, das Pflegepersonal; er war nur hier, weil die Stille in seinem Zimmer ihm einmal mehr zu drückend geworden war.
Die Klinik vibrierte wie ein überdimensionaler Bienenstock, voller Leben. Doch es zog an ihm vorbei. Das Einzige, was seine Gedanken seit 48 Stunden ohne Pause beschäftigte, hatte mit Leben nichts zu tun.

Vier Menschen waren gestorben; vier Menschen, deren Zeit eigentlich noch längst nicht gekommen war.
Und den letzten dieser Todesfälle hatte er zu verantworten. Er ganz allein.


Thiel rührte sich nicht, als jemand neben ihm Platz nahm; er war ihm klar, dass es Nadeshda war. Er saß nicht das erste Mal an dieser Stelle und sie wusste, wo sie ihn finden konnte.
Eine Weile blieben sie stumm, Worte waren nicht nötig. Dann irgendwann griff sie nach den Fingern seiner geschienten Hand und drückte sie. „Ich darf heute nach Hause. Mein Vater wird mich gleich abholen.“
„Das ist großartig.“ Endlich machte Thiel sich die Mühe aufzublicken und er versuchte, zu lächeln. Doch so recht wollte ihm das nicht gelingen.


Nadeshdas Blick bohrte sich in seinen. Er sah die Sorge in ihren ausdrucksvollen Augen; dabei sollte sie sich nicht um ihn sorgen, sie hatte doch selber gerade erst genug durchgemacht. Unbewusst senkte er den Kopf und strich mit dem Daumen über den Verband, der die Wunden an ihrem Handgelenk verbarg, die Erinnerung an die schrecklichen Minuten in dieser Gartenlaube wieder übermächtig. Und er spürte, dass sie genau wusste, was gerade in ihm vorging.

„Die rechtsmedizinischen Untersuchungen sind abgeschlossen. Dr. Roth hat den Leichnam freigegeben“, sage sie leise. Als er nicht reagierte, fuhr sie fort: „Seine Schwester war gestern bei Frau Haller im Institut. Anfang nächster Woche wird er beerdigt.“

Für einen Moment schloss Thiel die Augen und schluckte trocken. Dann, mit einem Mal, stand er auf. Er nickte Nadeshda noch kurz zu und sie nickte zurück. Daraufhin drehte er sich um und eilte davon – fort von der Unruhe und der Hektik, die hier herrschte, und die er mit einem Male nicht mehr auszublenden und nicht mehr zu ertragen vermochte.


Er ging einfach, ohne zu überlegen wohin, unbewusst. Irgendwann fand er sich auf seiner Station wieder, und mit einem tiefen Atemzug öffnete er die Tür und trat in das ruhige Patientenzimmer, das ihm jetzt gerade wie eine Zuflucht vorkam. Doch gelang es ihm nicht, vor seinen kreisenden Gedanken zu fliehen; sie verfolgten ihn gnadenlos, bei jedem Schritt, den er tat.

Kraftlos ließ er sich auf einen der Stühle sinken und starrte ohne zu sehen auf das weiß bezogene Kliniksbett, das in der Mitte des kleinen, freundlichen Raumes stand.



Er hatte sicherlich schon eine halbe Stunde so gesessen, als plötzlich die Tür aufgerissen wurde. Erschreckt zuckte er zusammen und verzog im nächsten Moment das Gesicht, als die Wunde in seiner Schulter nach dieser unbedachten Bewegung schmerzhaft auf sich aufmerksam machte.
Die Krankenschwester, die flott an ihm vorbeimarschiert war, hatte das allerdings gar nicht bemerkt. „So, hier ist ein frischer Kamillentee.“ Schwungvoll stellte sie die Tasse auf dem Nachtschränkchen ab, bevor sie sich Thiel zuwandte: „Soll ich Ihr Mittagessen zu Ihrem Bett rüberbringen, oder wollen Sie hier essen?“

Im ersten Moment verspürte Thiel den Drang ihr zu sagen, dass sie ihm mit dem Zeug bloß vom Hals bleiben solle, doch das hätte garantiert zu Diskussion geführt, die er sich lieber ersparen wollte. Also murmelte er nur ergeben: „Ich bleib‘ hier sitzen.“
Fröhlich nickte sie und eilte wieder in den Flur, nur um wenige Sekunden später zurückzukehren und das Tablett vor ihm abzustellen. „Guten Appetit!“ rief sie noch im Hinausgehen und schon fiel die Tür ins Schloss.
Für eine Weile starrte Thiel stirnrunzelnd auf den verdeckten Teller; und obwohl er wusste, dass er keinen Happen herunterbringen würde, hob er irgendwann unbeholfen den Deckel an und versuchte zu ergründen, was das überhaupt sein sollte, das da so großzügig mit dem Begriff Essen versehen worden war.


„Sie werden doch jetzt nicht die Stirn haben, sich hier in meinem Zimmer, vor meiner Nase, Ihr Mittagessen zu Gemüte zu führen?!“

Wieder einmal zuckte Thiel zusammen, doch diesmal war ihm der Schmerz in seiner Schulter egal. Er spürte, wie sich zum ersten Mal seit einigen Tagen ein ehrliches Lächeln auf seinem Gesicht ausbreitete, als er zum Bett hinüberblickte.
„Futterneidisch oder was?“ Er lehnte sich in seinem Stuhl zurück und wies mit dem Kinn nach oben. „Stellen Sie sich einfach vor, in der großen Flasche da schwimmt ein Schnitzel, in der kleinen die Kartoffeln, und diese mit der giftgelben Plörre drin sieht ja von der Farbe nun wirklich aus wie Wackelpudding.“

Boerne verdrehte die Augen und schüttelte den Kopf. „Wer nur zehn Sätze am Tag spricht, sollte darauf achten, dass sie ein gewisses intellektuelles Niveau nicht unterschreiten.“ Mit zusammengebissenen Zähnen rutschte er ein wenig im Bett herum und stellte das Kopfteil etwas höher, bevor er seufzte. „Wenn Sie schmatzen, schmeiße ich Sie raus.“

Unendlich erleichtert, dass Boerne wieder recht lebendig klang, erwiderte Thiel gespielt mürrisch: „Mein Gott, nun haben Sie sich doch nicht so…  lassen Sie sich beim nächsten Mal halt nicht die Gedärme durchlöchern, sondern die Schulter, so wie ich.“ Im gleichen Moment sah er zum tausendsten Mal vor seinem inneren Auge, wie Boerne in dieser Laube zusammengebrochen war und er schüttelte sich unwillkürlich, bevor er leise hinzufügte: „Das erspart dem OP-Arzt viele Stunden Arbeit und Ihnen die unfreiwillige Nulldiät. Von den Sorgen, die wir uns um Sie gemacht haben, mal ganz zu schweigen.“

Boerne warf ihm einen kurzen Blick zu, dann seufzte er erneut und ließ die Augen wieder zufallen.
Thiel musterte ihn eine Weile; er war noch erschreckend blass und wirkte sehr müde, aber er sah definitiv etwas besser aus als am Tag zuvor, als er gerade von der Intensivstation verlegt worden war.
Er schluckte. „Ohne Quatsch jetzt. Es tut gut, Sie wieder wach zu sehen.“ Thiel merkte selber, dass man seiner Stimme die Erleichterung deutlich anhören konnte, doch das war ihm egal. Er hatte gestern Abend und auch am frühen Morgen schon eine Weile hier im Zimmer gesessen, aber Boerne war die ganze Zeit über noch nicht ansprechbar gewesen, und das hatte Thiel sehr beunruhigt.
Doch nun endlich sah er mit eigenen Augen, dass es dem Rechtsmediziner besser ging, so wie es ihm die Ärzte und das Pflegepersonal immer wieder versichert hatten.


Boerne hatte die Augen auf seine Aussage hin wieder geöffnet und nickte nun langsam. „Ich bin auch froh“, antwortete er schlicht und ein kleines Lächeln huschte über sein Gesicht. Dann ließ er sich wieder tiefer in seine Kissen sinken, bevor er murmelte: „Und jetzt essen Sie endlich, das war eben nicht ernst gemeint.“

Thiel blickte unwillkürlich auf seinen Gips und auf die Schlinge, die seinen rechten Arm an seinem Oberkörper fixierte, so dass er die Schulter nicht bewegen konnte, sagte aber nichts. Doch Boerne hatte seinen Blick bemerkt und zog eine Augenbraue hoch. „Leichter gesagt als getan, was?“ Er schüttelte fast ein wenig ungläubig den Kopf. „Jetzt können Sie wohl besser nachvollziehen, wie ich mich letzten Winter gefühlt habe.“ Mühsam rollte er sich auf die Seite und setzte sich auf. „Nun bringen Sie Ihr Tablett schon her, ich schneide Ihnen das Essen klein. Solange ich Sie nicht füttern muss…“

Thiel gab ein leicht amüsiertes Schnauben von sich, winkte dann aber ab. „Lassen Sie’s gut sein.“
Doch damit ließ Boerne sich nicht abspeisen. Er legte den Kopf schräg und drängte: „Na kommen Sie, bringen Sie das Tablett. Ihr Körper braucht Energie für die Wundheilung.“
Thiel seufzte leise und fuhr sich unbeholfen mit seiner geschienten Hand durch die Haare. „Boerne, ich kann nicht, verstehen Sie das nicht?“ Sein Kollege hatte doch keine Ahnung, wie es seit zwei Tagen in ihm aussah. Er hatte ein Menschenleben auf dem Gewissen, Essen war nun wirklich das letzte, wonach ihm der Sinn stand.


Doch Boerne schien ihn wesentlich besser zu verstehen, als er dachte. Er blieb auf der Bettkante sitzen und fixierte ihn mit einem ernsten Blick. „Also hat Alberich Sie nicht gefunden.“
Verwundert blickte Thiel auf. „Frau Haller? Hat sie mich gesucht?“
Sein Kollege nickte. „Sie war heute Morgen hier, gleich nachdem der Rottweiler die Autopsie von Westkamp abgeschlossen hat. Nadeshda hat ihr vorgestern schon erzählt wie Sie sich herumquälen, deshalb wollte Sie Ihnen so schnell wie möglich von den Ergebnissen berichten. Aber das hat ja offenbar nicht geklappt.“
Thiel war verwirrt. „Worauf wollen Sie hinaus?“
Boerne verdrehte die Augen und wirkte fast ein wenig ungeduldig. „Herrgott Thiel, können Sie denn nicht eins und eins zusammenzählen? Was will Alberich Ihnen wohl Dringendes erzählen? Westkamp ist nicht an den Folgen Ihres Schusses gestorben, das müssten Sie sich doch inzwischen denken können!“

Thiel brauchte einen Moment um zu verstehen, was Boerne da gerade gesagt hatte, doch auch als die Worte eingesunken waren, konnte er es noch nicht so recht glauben. „Wenn meine Kugel nicht Schuld daran war, was dann?“
Sein Gegenüber wies mit der Hand an die Schläfe. „Er hatte ein Aneurysma  im Kopf, sagt Ihnen das etwas?“ Thiels Blick war offenbar so verständnislos, dass Boerne gar keine Antwort abwartete, sondern gleich weitersprach. „Das ist eine Aussackung in einer Gefäßwand. In seinem Fall an einer Hirnarterie. Es ist geplatzt und hat zu einer massiven Blutung geführt. Die Blutungsquelle war nicht erreichbar, die Schäden konnten auch durch eine Notoperation nicht mehr behoben werden. Er hatte keine Chance.“


Thiel starrte Boerne an und versuchte zu verarbeiten, was er ihm gerade mitgeteilt hatte. „Und das hat nichts mit der Verletzung zu tun, die ich ihm zugefügt habe?“
Boerne hielt seinen Blick, als er energisch den Kopf schüttelte. „Absolut nichts. Das war eine tickende Zeitbombe in seinem Kopf, das Gefäß hätte schon vor Wochen rupturieren können, genauso gut erst in ein paar Monaten. Aber passiert wäre es auf jeden Fall. Ihr Schuss hat damit nichts zu tun, glauben Sie es mir.“


Zu sehr wirbelten die Gedanken in seinem Kopf, Thiel wusste nicht, was er sagen sollte. Doch zum ersten Mal seit zwei Tagen hatte er das Gefühl, wieder etwas freier atmen zu können.
Boerne hatte ihn nicht aus den Augen gelassen und nun breitete sich ein leichtes Lächeln auf seinem Gesicht aus. „Was ist jetzt mit dem Essen?“

Thiel holte tief Luft, dann schüttelte er leicht den Kopf. „Jetzt noch nicht. Ich glaube, ich muss das alles noch ein wenig sacken lassen.“
Erstaunlicherweise schien Boerne sich damit zufriedenzugeben und legte sich vorsichtig wieder hin. Thiel verzog mitfühlend das Gesicht, als sein Kollege sich mit zusammengebissenen Zähnen und einem unterdrückten Schmerzlaut zurück auf den Rücken rollte und ihn dann noch einmal müde anblinzelte. „Beim Abendessen werde ich Sie nicht mehr davonkommen lassen. Und wenn ich Ihnen das Brot Stückchen für Stückchen zwischen die Zähne schiebe.“
Thiel winkte ab. „Schon gut schon gut. Sie schmieren, ich esse. Klingt nach einer vernünftigen Arbeitsteilung.“
Boernes einzige Reaktion bestand aus einem leisen Schnauben, dann ließ er die Augen wieder zufallen.



Thiel blieb noch eine Weile im Zimmer sitzen und beobachtete seinen ruhebedürftigen Kollegen beim Schlafen. Wie so oft in den letzten Tagen hing er dabei seinen Gedanken nach; und einmal mehr fragte er sich, was passiert wäre, wenn er an diesem Freitagmorgen das Telefon in der Tasche gelassen hätte. Wie die Dinge sich entwickelt hätten, wenn jemand anders aus seinem Team sich um den Fall hätte kümmern müssen.

Ob dieser Alptraum ihnen allen erspart geblieben wäre.
Oder ob es noch mehr Tote gegeben hätte.

Doch darauf konnte ihm niemand eine Antwort geben.


Comments

( 16 Kommentare — Kommentar hinterlassen )
anja79
4. Mär 2013 16:11 (UTC)
*Stein vom Herzen fällt*. Schöner Abschluss einer spannenden Geschichte.
baggeli
4. Mär 2013 17:23 (UTC)
*Stein vom Herzen fällt*.
hihi

Schöner Abschluss einer spannenden Geschichte.
Danke fürs tapfere Mitlesen und für jede nette Meldung! *drück*
cricri_72
4. Mär 2013 20:08 (UTC)
Oh ... Happy End :) O.K., vier Tote, aber das sehen wir mal großzügig drüber weg *hust*

Du hast ja mal wieder ganz gemein versucht, uns in die Irre zu führen ;) Paßt aber, ich denke schon, daß es Thiel belasten würde, wenn er jemanden getötet hätte.

Das Ende mit den beiden ist sehr schön - da kann man fast drüber wegsehen, daß es keine Liebesgeschichte wird ;) Nein, ernsthaft, sehr, sehr schöne Dialoge:

„Wer nur zehn Sätze am Tag spricht, sollte darauf achten, dass sie ein gewisses intellektuelles Niveau nicht unterschreiten.“

Sie schmieren, ich esse. Klingt nach einer vernünftigen Arbeitsteilung.

Aber vielleicht am schönsten ist dieses Bild:
Thiel blieb noch eine Weile im Zimmer sitzen und beobachtete seinen ruhebedürftigen Kollegen beim Schlafen.
baggeli
4. Mär 2013 20:21 (UTC)
Oh ... Happy End :)
Natürlich. Mir fällt es doch selber auch schwer, einen der Hauptcharaktere umzubringen. Ich habe ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, aber mich dann dagegen entschieden. (Irgendwann überkommt es mich allerdings bestimmt noch mal, das habe ich im Urin *hüstel*)

Du hast ja mal wieder ganz gemein versucht, uns in die Irre zu führen ;)
Ja, das habe ich zweifellos - und ich hoffe, der eine oder andere ist ganz kurz drauf reingefallen

Paßt aber, ich denke schon, daß es Thiel belasten würde, wenn er jemanden getötet hätte.
Das denke ich allerdings auch. Vielmehr bin ich da absolut sicher.

Das Ende mit den beiden ist sehr schön
=)

da kann man fast drüber wegsehen, daß es keine Liebesgeschichte wird ;)
*prust*

Aber vielleicht am schönsten ist dieses Bild: ... ♥
Du weißt doch, dass ich sie auch gerne zusammen glücklich sehe - wenn auch nicht als Paar, so doch als gute Freunde. Da muss das dann einfach so sein. =)
jolli87
5. Mär 2013 09:03 (UTC)
Na Gott sei Dank nun doch ein Happy End! Ein Glück, dass ich die letzten beiden Posts am Stück gelesen hab, sonst wär ich wohl durchgedreht. Ich hab nichts gegen einen Character Death, nur muss er dann auch passen und hier wäre Boernes Tod völlig unnötig gewesen.

Im ersten Moment bekommt man natürlich einen Schreck, aber ich dachte mir dann recht schnell, dass Westkamp der Tote sein muss, weil das hätte ich dann genauso eingefädelt *g* Du bist wirklich ein Schlitzohr. Das mit der Schwester war echt fies. Zum Glück ist mir noch eingefallen, dass Westkamp auch eine hatte.

Der Moment, in dem du das Ganze auflöst, hat mir sehr gut gefallen.
„Sie werden doch jetzt nicht die Stirn haben, sich hier in meinem Zimmer, vor meiner Nase, Ihr Mittagessen zu Gemüte zu führen?!“
Ich hab mich so weggeschmissen. Sowieso ist der ganze Schluss wieder typisch Thiel-Boerne-Wortgefecht, das find ich klasse!

Insgesamt eine sehr spannende Geschichte mit allerhand Höhen und Tiefen für die Charaktere. Davon les ich gern mehr :D
baggeli
5. Mär 2013 09:23 (UTC)
Na Gott sei Dank nun doch ein Happy End!
=)

Ein Glück, dass ich die letzten beiden Posts am Stück gelesen hab, sonst wär ich wohl durchgedreht
Ich war mir nicht sicher, ob du weiterliest

Ich hab nichts gegen einen Character Death, nur muss er dann auch passen und hier wäre Boernes Tod völlig unnötig gewesen
Naja, was heißt 'unnötig' und 'passen'... zu Tatort Münster passt es natürlich überhaupt nicht, das ist mal klar.
Und unnötig ist es auch meistens; da ich mich weigern werde, je eine was-weiß-ich-für-eine-schreckliche-Erkrankungs-Geschichte wie Krebs oder so zu schreiben, wird es bei mir (wenn es noch mal wieder ums Meucheln geht) wieder dadurch enden, das irgendwer aus irgendeinem Grund in Schwierigkeiten geraten ist, die sich letztendlich als tödlich herausgestellt haben. Das passt aber meiner Meinung nach zu einem Krimi.

weil das hätte ich dann genauso eingefädelt
Es hat was von deiner Auflösung mit Martens, keine Frage. Aber es sind einem ein Stück weit die Hände gebunden, wenn man solche kleinen Gemeinheiten schreibt; da gibt es keine tausend Möglichkeiten

Das mit der Schwester war echt fies. Zum Glück ist mir noch eingefallen, dass Westkamp auch eine hatte
Gut aufgepasst! Es sind die unscheinbaren Nebensätze, die bei mir immer verdammt wichtig sind. Sie stehen da nie ohne Grund. =)

Ich hab mich so weggeschmissen
Ja, da hat es dann auch wieder Spaß gemacht, sie kabbeln zu lassen.

Davon les ich gern mehr :D
Tja, das wird so bald nichts werden. Ich habe nämlich nicht den Hauch eines Plotbunnies. Ich denke, ich werde eine Schaffenspause einlegen (müssen) und sehen, ob mir irgendwann etwas Neues einfällt.



jolli87
6. Mär 2013 09:27 (UTC)
"Ich war mir nicht sicher, ob du weiterliest"
Eine Geschichte muss schon grottenschlecht und langweilig sein, wenn ich mittendrin aufhöre zu lesen. Da musst du dir keine Sorgen machen. ;-) Aber ich komm jetzt nicht mehr so oft zum lesen und schreiben, seit ich wieder mehr zu tun hab *hihi* Aber lassen kann ichs natürlich auch nicht.

"Naja, was heißt 'unnötig' und 'passen'... zu Tatort Münster passt es natürlich überhaupt nicht, das ist mal klar.
Und unnötig ist es auch meistens"
Ist schwer das zu erklären. Ein CD ist immer extrem schwierig zu schreiben und es liegt auch nicht jedem Leser. Wenn die Handlung plausibel ist, dann kann man aber durchaus soweit gehen. Etwa, wenn der eine den anderen retten will und etwas schief geht oder so.
Boerne jetzt zum Schluss aber einfach so abzuknallen aus dem Hinterhalt, nur damit es eben noch eine Leiche am Ende gibt, hätte ich aber höchst unpassend gefunden.

"Aber es sind einem ein Stück weit die Hände gebunden, wenn man solche kleinen Gemeinheiten schreibt; da gibt es keine tausend Möglichkeiten"
So hast du das Ganze doch sehr schön gelöst :-)

"Gut aufgepasst! Es sind die unscheinbaren Nebensätze, die bei mir immer verdammt wichtig sind. Sie stehen da nie ohne Grund. =)"
Das kenn ich :D

"Ja, da hat es dann auch wieder Spaß gemacht, sie kabbeln zu lassen."
Ich finde, das tut einem als Leser auch wieder ganz gut, um sich von dem schwierigen Fall zu erholen. Mir fehlen leider immer etwas die Ideen für solche Dialoge. Ich fand den hier sehr lustig und passend.

"Tja, das wird so bald nichts werden. Ich habe nämlich nicht den Hauch eines Plotbunnies. Ich denke, ich werde eine Schaffenspause einlegen (müssen) und sehen, ob mir irgendwann etwas Neues einfällt."
Nur mir der Ruhe! Irgendwann kommt der Punkt, an dem man sein Pulver verschossen hat. Da bin ich mittlerweile auch bald angelangt. Im Moment arbeite ich an meiner zweitletzten FF. Dann kommt noch eine größere als Abschluss. Danach hoffe ich, dass mich die Bunnys eine Weile in Ruhe lassen *hihi* Aber ich les natürlich gern weiter.



Edited at 2013-03-06 09:29 (UTC)
baggeli
6. Mär 2013 14:08 (UTC)
Mir fehlen leider immer etwas die Ideen für solche Dialoge.
Also das kann ich ja nun gar nicht bestätigen. Ich finde, du triffst die beiden eh auf den Punkt.

Irgendwann kommt der Punkt, an dem man sein Pulver verschossen hat
Für den Moment, aber hoffentlich nicht dauerhaft. Den einen oder anderen Kriminalfall wird es ja noch geben. xD
Außerdem muss ich ja noch bei Vergeltung weiterschreiben... die Sache ruht schon seit Monaten. *grübel* *abwander*

cricri_72
9. Mär 2013 15:01 (UTC)
Boerne jetzt zum Schluss aber einfach so abzuknallen aus dem Hinterhalt
Das ging mir genauso - bei dieser Geschichte hätte ich den Tod auch als "unnötiger" empfunden als in anderen Texten. Zu unvorbereitet, willkürlich, nicht nötig für die Geschichte. Es ist was anderes, wenn der Tod wichtig für den Text ist - z.B. das Hauptthema, weil es um Trauer geht. Oder wenn es in irgendeiner Form die Handlung vorantreibt.

Wenn's nur ein Tod ist, damit es einen Todesfall gibt, ist das immer unschön - zum Beispiel fand ich Snapes Tod ausgeprochen überflüssig und habe mich darüber sehr geärgert.
baggeli
9. Mär 2013 15:11 (UTC)
...Zu unvorbereitet, willkürlich, nicht nötig für die Geschichte.
Deshalb habe ich ihn auch nicht umgebracht. Damit würde ich eine solche Geschichte wie diese nicht beenden, das fänd' ich total unbefriedigend. (Ok, Hoffnungsschimmer habe ich mit einem solchen Knall beendet, aber das war ganz anders. Diese Hetze gegen die Zeit, und man wusste irgendwie von Anfang an, dass das nicht gut ausgehen kann. Die Texte sind von daher nicht zu vergleichen.)

zum Beispiel fand ich Snapes Tod ausgeprochen überflüssig und habe mich darüber sehr geärgert.
Oh ja, ich auch!! Das hätte ich sehr sehr gerne anders gesehen!
joslj
8. Mär 2013 09:44 (UTC)
Puuh, wie spannend ! Gut, dass es doch noch gut ausgegangen ist (aus Lesersicht; Thiel und Boerne sehen das evtl. etwas anders :-)). Ich kann jolli nur recht geben, Das mit der Schwester war echt fies, da habe ich beinahe geglaubt, dass es Boerne doch noch erwischt hat. Andererseits wäre Boernes Tod für die Geschichte sinnlos gewesen; sowas passiert höchstens im echten Leben, aber doch nicht in (sorgfältig konstruierten) fanfics ;-)

Die Kabbelei am Ende war sehr gut und muss bei einem Münster TO irgendwie einfach sein.

Ich habe nämlich nicht den Hauch eines Plotbunnies.
Dafür sorgt ja hoffentlich die (bei tittelbach sehr gelobte) nächste Münsteraner Folge in 2 Wochen :-)

Vielen Dank nochmal für die tolle, lange Geschichte, den guten Kriminalfall und die regelmäßige "Lieferung" !
baggeli
8. Mär 2013 12:00 (UTC)
Huhuuu!
Natürlich ist alles (einigermaßen) gut ausgegangen, ist doch klar. Ich wollte euch doch nur ein wenig ärgern. :-)

Die Rezension des neuen Tatorts habe ich auch schon mit Freude gelesen und hoffe, ich bin jetzt nicht zu erwartungsvoll. Was die Kreativität angeht, die tobe ich mich seit zwei Tagen eher anderweitig aus, aber wie immer werdet ihr die Ergebnisse um die Ohren gerotzt kriegen, ob ihr wollt oder nicht. *hüstel*
cricri_72
9. Mär 2013 15:06 (UTC)
Was die Kreativität angeht, die tobe ich mich seit zwei Tagen eher anderweitig aus
Das klingt ja spannend :D

Ich wollte zu Deinen Sorgen weiter oben - fehlende plotbunnies - eigentlich schon kommentiert haben, daß Du Dir deswegen keine zu großen Sorgen machen solltest. Die kommen wieder, man hat nur manchmal zwischendrin Ruhezeiten. Und daß Du Dich im Gegensatz zu mir ja auch noch anders austoben kannst - das tust Du ja anscheinend schon ... ;)

Ich finde auch Challenges und Prompts anregend, z.B. habe ich bei 120_minuten ein paar Sachen geschrieben. Es ist ja nicht in Stein gemeißelt, daß Du ein Prompt da in zwei Stunden beantworten mußt - wenn's DIch anregt, kannst Du ja auch was längeres schreiben :) Gleiches gilt für die 3-Satz-Prompts ...
baggeli
9. Mär 2013 15:14 (UTC)
Das klingt ja spannend :D

Nee, spannend nicht gerade. Die letzten Tage habe ich wieder gemalt. Das hat lange geruht, das musste einfach mal wieder sein. =)

Und eben kam ja auch schon wieder das erste Plotbunny vorbeigehoppelt. Da mache ich mir auch keine großen Sorgen, das wird immer mal wieder passieren.
iskandra
11. Mär 2013 02:34 (UTC)
So, ich jetzt auch noch-*

Ein wirklich schöner Abschluss, und ich habe ebenso bei der Stelle mit der Schwester erstmal geschluckt-aber mir fiel dann auch gleich wieder ein, dass Boerne ja nicht der Einzige mit Schwester war ;-) Das Ganze hatte jedenfalls auch wieder richtig "filmische" Qualität - das ist zwar stimmungsmäßig natürlich nicht wie die normalen Münsteraner Tatorte gewesen, aber ich konnte es mir trotzdem super als finsterere Version vorstellen - eben wirklich alptraummäßig! Ganz dickes Lob!

(*Es hat bei mir etwas gedauert, die letzte Woche war anstrengend erst mit Warnstreik und dann noch als Begleitung mitfahren zu einem Besuch in der Gedenkstätte Buchenwald - da hat's mir die Stimmung für den Rest der Woche verhagelt...ich war zu DDR-Zeiten schonmal da und sollte jetzt zwei 9. Klassen ein bisschen was erzählen - mein Mann war der Begleitlehrer und hat mich bequatscht mitzufahren. Jedenfalls ging mir das wieder sehr nahe...sorry also, falls du befürchtet hast, ich hätte nix mehr zu sagen!)
baggeli
11. Mär 2013 07:53 (UTC)
Ein wirklich schöner Abschluss, und ich habe ebenso bei der Stelle mit der Schwester erstmal geschluckt-
Jawoll, geschafft! ;o) Und wenn auch nur für zwei Sekunden... *lol*

das ist zwar stimmungsmäßig natürlich nicht wie die normalen Münsteraner Tatorte gewesen
DA hast du zweifellos recht - aber das sind ja alle Slashgeschichten auch nicht, von daher habe ich kein schlechtes Gewissen. Der Canon ist da, um ignoriert zu werden. *flöt* *pfeif*

Ganz dickes Lob!
Danke!! *hüpf*

sorry also, falls du befürchtet hast, ich hätte nix mehr zu sagen!
Ich hatte in der Tat die Sorge, dass dir der Abschluss nicht gefallen hat. Umso schöner, wenn das nicht der Fall war! =)
( 16 Kommentare — Kommentar hinterlassen )

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