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Story: Frühlingsgefühle

A.N.: Nicht ernstzunehmen bitte! Ein Schnellschuss von fünf Minuten.
Wörter: 363


Es waren die ersten warmen Strahlen der Frühlingssonne, die Münster mit einem Male ganz anders aussehen ließen – fröhlich und lebendig. Mit dem grauen, trüben Wolkenhimmel schien auch die schlechte Stimmung der Menschen komplett verschwunden zu sein.

Thiel hatte sogar seine Jacke ausgezogen und auf den Gepäckträger geklemmt, als er schwungvoll zu seinem Termin radelte. Ihm war regelrecht warm geworden, es war einfach nur herrlich draußen an der frischen Luft. Das war Münster, wie er es liebte; die schönste Zeit des Jahres.
Und das schien nicht nur er so zu sehen. Nachdem er sein Rad angekettet hatte, blickte er sich um; es waren viele Personen unterwegs, viel mehr, als man sie in den letzten Wochen gesehen hatte.


Thiel ließ seine Augen über den so ungewohnt lebendigen Platz schweifen, bis sein Blick an einem Mann und einer Frau hängenblieb, die vor ihm in der Sonne auf den Treppenstufen saßen.
Die beiden hatten ein Eis in der Hand und sie unterhielten sich angeregt. Sie schienen von der Umgebung nicht viel wahrzunehmen, waren offensichtlich ganz auf sich und ihr Gespräch konzentriert.
Als die Frau ein wenig in der sonnigen, aber doch noch frischen Frühlingsluft erschauderte, legte der Mann ihr ganz gentlemanlike seine Jacke um die Schultern, seinem verschmitzten Gesichtsausdruck nach zu urteilen, mit irgendeiner kleinen, frechen Bemerkung. Die Frau boxte ihm daraufhin lachend gegen die Schulter; er lachte mit, dann legte er seinen Arm um sie und zog sie ein wenig zu sich. Sie lehnte sich auch ganz bereitwillig an, entspannt und gelöst. Und auch, als sie ihr animiertes Gespräch daraufhin nicht wieder aufnahmen, sondern nur noch still nebeneinander saßen und ihr Eis zu Ende aßen, änderten sie nichts an dieser Position.


Thiel lächelte ein wenig wehmütig, als er sie beobachtete. Es musste jedem, der sie sah, sogleich klar sein, dass sie sich schon lange kannten, da war eine Vertrautheit zwischen den beiden, die bei jeder Geste und jedem Blick, den sie sich zuwarfen, offensichtlich war.

Mit einem leisen Seufzen zog er seine Jacke über und steckte die Hände in die Taschen. Die beiden würden ohne Frage ein schönes Paar abgeben. Aber anscheinend bemerkte nur er das.

Dabei waren Boerne und Frau Haller doch eigentlich nicht dumm.

Tags: fanfic, fluff, thiel
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