?

Log in

No account? Create an account

zurück | vor

Sommerbingo: Asche zu Asche - Kapitel 3

Titel: Asche zu Asche
Prompt:
Biergarten
Genre: Angst und Drama, damit ihr trotz der vielen fluffigen Sommerbingos nicht verweichlicht. (Lesen auf eigene Gefahr)
Zusammenfassung: „Was ist passiert?", konnte er nur leise stammeln, doch sein Kollege reagierte nicht gleich.
„Herrgott Thiel, was ist passiert??" Er war nun wesentlich lauter geworden und Thiel ein wenig zusammengezuckt, aber das war ihm im Moment herzlich egal.
Er fühlte, wie sich ihm die Kehle zuschnürte, als sein Nachbar ihn endlich wieder anblickte. Da war eindeutig Entsetzen in seinem Blick. Entsetzen, wie er es so offen noch nie bei Thiel gesehen hatte.

Wörter: 3000
A.N.: Lächerlich kurz, für mehr hat es heute Abend wieder nicht gereicht. Aber naja, egal, die Geschichte ist ja eh nur ein unmotivierter Lückenbüßer, der nicht sonderlich interessiert


An die Rückkehr zum Institut konnte Boerne sich später nie mehr genau erinnern. Er war zu dem Zeitpunkt nicht mehr vollständig Herr seiner Sinne, schlicht am Ende seiner Kräfte.


Irgendwann nachdem er die Kontrolle über sich verloren hatte, nahm er wie durch einen Nebel hindurch wahr, dass jemand bei ihm war und sich um ihn kümmerte.
Starke Arme hatten sich mit einem Male um ihn gelegt; Arme, die ihn stützen, als er kurz davor war, einzuknicken, die ihn hielten, solange er den quälenden Spasmen hilflos ausgeliefert war, verhinderten, dass er dort auf dem dreckigen Feld zusammenbrach und einfach liegenblieb, weil er keine Kraft mehr gehabt hätte, wieder hochzukommen. Die ihm vorsichtig auf die Füße halfen, als sein Magen nach einer Ewigkeit etwas zur Ruhe kam aber er kaum mehr in der Lage war, sich aufzurichten, weil so ziemlich alle Muskeln seines Oberkörpers sich mittlerweile zu schmerzhaften Knoten verkrampft hatten.

Eine kühle Hand hatte auf seiner Stirn geruht; eine Hand, die seinen Kopf stützte, als er schwerer und schwerer wurde, die ein Fixpunkt war, als sich für eine Weile alles um ihn herum drehte und er das Gefühl hatte, ins Nichts zu stürzen. Die ihm vorsichtig das Gesicht abwischte, als er allmählich wieder zu Atem kam  und von irgendwoher eine kleine Flasche Mineralwasser zauberte, mit deren Inhalt er sich dankbar den Mund ausspülen konnte.

Als er schließlich wieder fähig war, einen Fuß vor den anderen zu setzen, führten Thiel und Nadeshda ihn wortlos Richtung Auto, hielten ihn, als er von erneutem Schwindel geplagt zu taumeln anfing, ließen ihn nicht stolpern, ließen ihn nicht fallen.


Nachdem er mit ihrer Hilfe die schier endlos scheinende Strecke bewältigt hatte, sank er auf die Rückbank des alten Passats mit dem Gefühl, vor Erschöpfung nie wieder aufstehen zu können.
Doch als Thiel seiner Assistentin auftrug, sie heimzubringen, mobilisierte er die letzten ihm verbliebenen Kräfte und rappelte sich wieder auf. Er bestand darauf, in die Rechtsmedizin gefahren zu werden. Bestand darauf, den DNA-Test durchzuführen, noch in dieser Nacht.
Denn erst wenn er es schwarz auf weiß auf seinem Bildschirm sehen würde, dass das wirklich seine Alberich war, die in diesem verschmorten Wrack ihr Leben gelassen hatte, würde er ihren Tod endgültig akzeptieren. Und keine Sekunde eher.



Thiel und Nadeshda diskutierten nicht mit ihm, stritten nicht mit ihm, sie ließen ihm seinen Willen. Am Institut angekommen, folgten sie ihm lediglich schweigend in den Keller. Er kümmerte sich nicht darum, wo sie dann abblieben, steuerte nur ohne weiteres Wort das Labor an, um eine Aufgabe zu erledigen, wie er sie schon tausendfach hinter sich gebracht hatte - aber von der er sich zum ersten Mal in seinem Leben nicht sicher war, ob er in der Lage sein würde, sie zu Ende zu bringen.



Seine Hände zitterten, als er die Zellproben der Brandopfer für die DNA-Bestimmung aufbereitete; zitterten mehr und mehr, als er danach an Alberichs Schreibtisch trat und die Bürste hervorholte, von der er wusste, dass sie sie seit Jahren dort aufbewahrte; zitterten so stark, dass es ihm fast nicht gelang, ein paar ihrer langen, blonden Haare aus den Zinken zu ziehen, um sie als Vergleichsprobe zu benutzen.
Der Anblick der Haare allein brachte ihn erneut so weit  an seine Grenzen, dass er erst nach einigen tiefen Atemzügen weitermachen konnte.



Als endlich alle Vorarbeiten abgeschlossen waren und Boerne nichts anderes mehr übrig blieb, als die technischen Geräte vorerst ihre Arbeit tun zu lassen, sackte er in seinem Stuhl in sich zusammen und verbarg das Gesicht in den Händen.

<<Kapitel 2 ---------- Kapitel 4>>

Comments

( 2 Kommentare — Kommentar hinterlassen )
cricri_72
12. Jun 2013 05:18 (UTC)
Das ist wirklich nur schwer erträglich zu lesen - nicht, weil es schlecht geschrieben wäre, sondern weil es so anschaulich ist, daß man zu sehr mitleidet :(

Natürlich lese ich trotzdem eifrig mit ...
baggeli
12. Jun 2013 08:09 (UTC)
Das ist wirklich nur schwer erträglich zu lesen
Ich gebe zu, hier habe ich ganz kurz geschluckt. Dass meine Texte nicht gerade ein Ausbund von Eloquenz sind, ist mir ja klar, aber schwer erträglich hat mich dann doch etwas erschreckt...

nicht, weil es schlecht geschrieben wäre, sondern weil es so anschaulich ist, daß man zu sehr mitleidet
...hier war ich dann doch einigermaßen erleichtert. *schweiß-abwisch*

Natürlich lese ich trotzdem eifrig mit ...
Danke!! *hüpf*
Dauert aber noch. Heute bin ich wieder den ganzen Tag unterwegs und heute Abend nochmals weg. Ich habe das Gefühl, ich komme zu nichts im Moment
( 2 Kommentare — Kommentar hinterlassen )

Latest Month

April 2018
S M T W T F S
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930     

Tags

Gehostet von LiveJournal.com
Designed by Tiffany Chow