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Ich war heute in der Notaufnahme (ich, nicht meine Kinder!) Das ist mir 26 Jahre nicht passiert. Aber doof tut weh, das ist schon immer so gewesen...


Heute waren wir, wie schon so oft, mit den Kindern und einen Haufen befreundeter Familien im Bubenheimer Spieleland, einem großen Areal neben einer Burg, das - wie der Name schon sagt - zu einem Kinderspielparadies umfunktioniert wurde.
Was soll ich sagen? Rutschen, tausend Trampoline, Seilbahn, Kletterscheune... ihr könnt es euch vorstellen.
Was ihr euch vielleicht nicht vorstellen könnt, ist, dass Baggi da abgeht wie Schmitz' Katze. Ich bin ehrlich gesagt ganz schlimm, spiele, renne und springe mindestens so viel wie die Kinder. Noch ist es ihnen nicht peinlich, noch finden sie das toll, wenn ich überall mit drauf- und durchsteige.


Mein Untergang heute war aber nicht die Freifall-Rutsche, das Bungee-Trampolin oder die riesigen, aufgeblasenen Hüpfsilos. Nein, es war ein ca. 5 cm tiefes Loch in der Wiese, das ich beim Rennen nicht gesehen habe.

Naja, das Umknicken tat weh, aber man ist ja cool und lässt sich nichts anmerken. Dann war der Fuß auch für eine Weile noch so O.K., dass ich weitergemacht habe als wäre nichts gewesen. Bin ja kein Mädchen. *snort*
Aber nach ein paar Stunden wurde der Knöchel dann dicker und dicker und letzten Endes so schmerzhaft, dass ich kaum noch drauf humpeln konnte.

Ich habe meinem Mann gesagt, ich lasse es morgen checken, aber da hat er sich nicht drauf eingelassen und mich in der Notaufnahme abgeladen.
Wie ich mir schon gedacht habe (sonst hätte ich ja kaum noch 4 Stunden drauf laufen können), ist nichts gebrochen und nichts gerissen. Nein, es ist nur eine Distorsion des oberen rechten Sprunggelenkes mit Überdehnung des Bandapparates. Allerdings ist das Bild nicht so ganz eindeutig, kann wohl sein, dass noch mehr kaputt ist; wenn es in ein paar Tagen immer noch so schmerzt, soll ich mich wieder vorstellen.
Danke für dies Gespräch, sage ich da nur,.
Bis dahin muss ich halt sehen, wie ich klarkomme, ist ja nix. Hab ja nur einen Alltag mit zwei Kindern zu managen und ungelogen: ich bin nicht empfindlich, aber ich kann beim besten Willen NICHT gehen. An Autofahren ist natürlich auch nicht zu denken *kreisch*.
Gehstützen oder so gibt es aber nicht bei einer solch popeligen Verletzung, ist ja nix. Ich rutsche auf dem Hintern die Treppen rauf und runter, weil ich nicht immer nur jeden Weg auf dem linken Fuß hüpfen kann.

Immerhin hat der Arzt mich gefragt, ob ich ein Schmerzmittel brauche. Das war ja schon fast nett; glaubt nicht, dass er gefragt hat, ob er mich krankschreiben muss. Wenn es nach ihm ginge, würde ich morgen wohl in der Gyn einen Frühdienst schieben können.

Als ich in sein Untersuchungszimmer gehüpft kam und er mich gefragt hat, was los ist, habe ich gesagt: "Ich habe mir den Fuß umgeknickt und hätte gerne, dass Sie ihn sich mal anschauen."
Seine Antwort (da komm' ich nicht drüber, echt, ich bin immerhin Krankenschwester!): "Ein Röntgenbild ist Entscheidung des Arztes, das ist hier kein Wunschkonzert! Ich sage nach der Untersuchung, ob eins nötig ist."
Hallo? Ich war so baff, ich wusste in dem Moment gar nicht, was ich sagen sollte. Mit keiner Silbe habe ich so etwas überhaupt erwähnt? Wie kommt der auf so einen Mist?!
Also, warum der so schlechte Laune hatte, hat sich mir nicht erschlossen. *seufz*

Naja, dann hat er den Fuß rumgebogen und ich bin ihm fast vom Stuhl gesprungen, da musste eine Aufnahme dann plötzlich doch sein. Auch, wenn sie letztendlich nur dafür gereicht hat, dass er meint, es ist nichts gebrochen und auch wohl nichts Größeres gerissen. Mein Geduldsfaden war aber zu der Zeit kurz davor...

Jetzt liege ich hier so rum mit nem Eispack auf einem Fuß, der in keinen Schuh mehr passt und weiß nicht, was ich morgen Mittag den Kindern kochen soll, weil ich eigentlich morgen früh noch einkaufen wollte. Mein Mann muss arbeiten, der ist mir keine Hilfe.

Aber ES IST JA NIX.
Wenn ich nicht schon drinliegen würde, würde ich jetzt sagen: ich gehe ins Bett.

Sorry fürs Rumheulen.

Comments

joslj
22. Jul 2013 08:50 (UTC)
Notaufnahmen sind so eine Sache. Die schweren Fälle kommen eh meist im RTW, d.h. bei bei uns in der Kinderambulanz (wo mein Ältester regelmäßig zu Gast ist) sieht es so aus: da kommen Leute, weil das Kind einen dicken Mückenstich hat. Oder Sonnenbrand. Oder Fieber, das ja jetzt schon 6 Tage anhält, aber vorher hatte man leider keine Lust auf Arztbesuche, bei dem Wetter. Oder einen eingerissenen Nagel ... Manchmal kann ich verstehen, dass die Ärzte da "austicken". Bzw pampig werden, weil sie am Ende einer 12h-Schicht immer noch keinen einzigen echten Notfall gesehen haben, so mit 1l Blutverlust und so ...

Unser Highlight: Notaufnahme wegen Handgelenkquetschung (zwischen 2 Segelbooten bei hoher Geschwindigkeit). Der Arzt saß hinter seinem Tisch, von dem er sich die ganze Zeit nicht wegbewegt hat, fragte erstmal: "Was ist ?" Wir haben erklärt, was passiert ist, Handgelenk und Finger dick geschwollen, sah man von weitem. Arzt: "Beim Segeln ? Kann nicht sein, ist kein Starkwind." Wir : "Nee, aber 2 Boote bei voller Geschwindigkeit, bums, die Hand dazwischen..." "Ist kein Starkwind, kann gar nicht so schlimm sein". "Könnten sie evtl. trotzdem mal draufgucken ?" "Hand hierher" zeigt auf den Tisch und dreht das Handgelenk. "Tut das weh ?" Nee, mein Sohn schreit nur so (und der ist echt hart im Nehmen). "Arzt: "Dachte ich mir. Muss man nicht röntgen, wenn's gebrochen wäre, hätt ich das beim Drehen gemerkt. Tschüss." Wir, verdutzt: "Äh, hallo, sollen wir noch was machen außer Kühlen und Schmerzmittel ?" "Heute nicht mehr segeln." "Können wir vllt. für den Veranstalter ein Attest haben, weil wir sonst den ganzen Kurs bezahlen müssen ? " "Wieso, vllt. tut's morgen ja nicht mehr weh ?"
"Bitte ?!" Wir wären nicht hergefahren, wenn wir nicht befürchtet hätten, dass es ein Bruch ist. Wäre nicht der erste, und wir waren nur 1x beim Notdienst, wo es dann doch nur eine Zerrung war, sonst hatte das Kind (leider) immer recht. Haben uns also am Empfang der Notaufnahme eine "Anwesenheitsbescheinigung" ausstellen lassen und in der Apotheke einen möglichst auffälligen Verband besorgt, um die teuren Kursgebühren nicht vollständig zahlen zu müssen ... Allerdings kann ich sonst österreichische Notaufnahmen nur in den höchsten Tönen loben:kompetent, effizient, freundlich. Besser geht es nicht, wenn's denn schon sein muss :-)

Dir gute Besserung ! Und das mit dem Pizzaservice ist ne gute Idee. Da die Nachbarn bestimmt auch am Montag einkaufen gehen, kannst du denen doch bestimmt eine Liste mitgeben...

Und das hier ist meine "Notaufnahme". Ist zu heiß zum Arbeiten ....

Edited at 2013-07-22 09:04 (UTC)
baggeli
22. Jul 2013 09:17 (UTC)
Manchmal kann ich verstehen, dass die Ärzte da "austicken". Bzw pampig werden, weil sie am Ende einer 12h-Schicht immer noch keinen einzigen echten Notfall gesehen haben, so mit 1l Blutverlust und so ...
Nein, und das genau sehe ich anders. Klar sind das Deppen, die wegen Kacke dorthin kommen, da müssen wir nicht drüber diskutieren. Aber: kein(!) Arzt, egal wie scheiße der Dienst war, hat das Recht, sich daneben zu benehmen.
Er kann Leuten, deren Besuch wirklich bar jeglichen Verstandes ist, in deutlichen Worten sagen, dass das nicht ok ist.
Aber pampig werden und motzig und unhöflich, das sind Sachen, die nicht gehen. Besonders nicht, wenn der Patient noch nicht einmal ein Wort gesagt hat!
Es ist sein verdammter Job und wenn es ihm nicht passt, muss er sich einen anderen suchen. Und ganz ehrlich, es gibt zu viele, die sich besser einen anderen gesucht hätten...


Euer Erlebnis klingt auch ziemlich toll. Warst du da nicht sauer? So ein Verhalten ist beim besten Willen nicht zu entschuldigen, und wenn er vorher 15 quersitzende Fürze behandelt hat. Tut mir leid, das ist ein no-go.
joslj
22. Jul 2013 10:12 (UTC)
Aber pampig werden und motzig und unhöflich, das sind Sachen, die nicht gehen.
Natürlich hast du recht, auch Notdienst ist Service, und auch als Arzt hat man sich an die Grundregeln des Miteinander zu halten. Ich wollte auch nur deutlich machen, dass ich das Gefühl (nicht das Verhalten!) manchmal nachvollziehen kann.

es gibt zu viele, die sich besser einen anderen gesucht hätten...
Naja, für ein Medizinstudium brauchst du entweder sehr gute Noten oder viel Geld für ein Auslandsstudium. Beides nicht unbedingt notwendige Voraussetzungen für einen einfühlsamen und kompetenten Arzt. (Natürlich auch keine Auschlusskriterien, aber ich kenne doch einige, die ihre Praxis geerbt haben, deswegen Mediziner geworden und menschlich völlig ungeeignet sind). Dann gibt es natürlich auch noch Leute, die beides nicht haben, unbedingt Mediziner werden wollen und dafür die Ochsentour (Praktikum, Wartezeit, Nebenjobs in der Klinik) in Kauf nehmen :-)

Warst du da nicht sauer?
Naja, einerseits schon, andererseits habe ich eine Schwäche für den Salzburger Dialekt ... - Nee, der Typ war ein Arsch, der hat seine beiden Krankenschwestern genauso behandelt. Aber wir waren superschnell dran und seine Diagnose war korrekt, was beides auch einiges wert ist. Wenn ich nämlich nach 2h Wartezeit einen zwar höflichen, aber inkompetenten Zauderer kriege ...
baggeli
22. Jul 2013 10:15 (UTC)
Aber wir waren superschnell dran und seine Diagnose war korrekt, was beides auch einiges wert ist. Wenn ich nämlich nach 2h Wartezeit einen zwar höflichen, aber inkompetenten Zauderer kriege ...
Ja, da ist natürlich was dran! Das ist dann noch das i-Tüpfelchen, wenn der Typ nicht weiß, was er machen soll... oder das falsche macht.

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