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Sommerbingo: Entscheidungshilfe

Titel: Entscheidungshilfe
Prompt:
Bikini
Genre: Humor/Crack
Zusammenfassung: Es war überall noch so heiß... nicht zum ersten Mal heute spielte sie mit dem Gedanken, daheim vorbeizufahren und sich umzuziehen. Doch dafür hatte sie eigentlich keine Zeit; immerhin hatte sie einen Mord aufzuklären.
Wörter: 1280
A.N.: Wilhelmine-Klemm-POV. Ohne Beta.
Ich warne hiermit energisch vor dem Blödsinn hinter dem Cut! Ich habe jetzt extra meinen BigBang (14000 Wörter und gefühlt noch nicht mal die Hälfte der Geschichte fertig *kreisch*) unterbrochen und in einer Stunde diesen Mist aufgeschrieben, nur, weil ich zumindest ein Bingo wollte...
Soviel zum Thema. Ihr seid gewarnt. Eindrücklich. Ausdrücklich. Wie auch immer.
(Und da ich mich kürzlich mächtig aufgeregt habe, dass Boerne immer als Depp herhalten musste, muss ich vielleicht an dieser Stelle davor warnen, dass ich ein/zweimal ein wenig schadenfroh mit Thiel umgegangen bin. Aber ich bin der Meinung, wirklich lächerlich habe ich ihn noch nie gemacht - auch jetzt nicht.)



Mit einem entnervten Seufzen schob Wilhelmine Klemm den Bügel ihrer Handtasche höher auf die Schulter und stieg die letzten Stufen in den zweiten Stock hinauf. Nicht zum ersten Mal heute verfluchte sie sich dafür, dass sie am Morgen tatsächlich eine lange Hose und eine langärmelige Bluse angezogen hatte. Zwar war es draußen nach dem Hitzegewitter dieser Nacht tatsächlich ein wenig kühler, doch in den Gebäuden schien die Luft immer noch zu stehen. Das Kriminalkommissariat und auch Thiels Büro bildeten da keine Ausnahme, wie feststellen sie musste, nachdem sie ohne zu Klopfen eingetreten war.

Als sie sich nach einem knappen Gruß auf den Stuhl vor Thiels Schreibtisch fallen ließ und eine wohlverdiente Zigarette hervorkramte, spielte sie mit dem Gedanken, nach dieser Besprechung kurz daheim vorbeizufahren und sich umziehen. Andererseits hatte sie dafür eigentlich keine Zeit.
Immerhin hatten sie einen Mord aufzuklären.




Thiel hatte sich bei ihrem Eintreten in seinen Sessel zurücksinken lassen und fuhr sich nun mit beiden Händen durch die verklebten Haare. Im Gegensatz zu ihr war er clever genug gewesen, sommerlich kürzere Kleidung zu wählen; leicht neidisch musterte Wilhelmine sein Poloshirt und die 7/8-Hose, die wohl in den letzten Wochen kein Bügeleisen zu Gesicht bekommen hatte. Beziehungsweise wohl noch nie ein Bügeleisen zu Gesicht bekommen hatte. Stellte sich die Frage, ob Thiel überhaupt ein Bügeleisen besaß… dann aber schob sie diese unnützen Gedanken beiseite und zündete gelassen ihre Zigarette an. Und weil Thiel außer seinem bei ihrem Eintreten gegrummelten „Moin“ immer noch kein Wort gesagt hatte, fragte sie dabei durch den Mundwinkel: „Und? Gibt’s was Neues?“


Er verschränkte die Arme nun vor der Brust und schüttelte den Kopf. „Nee, nix richtiges. Boerne hat die Obduktion schon vor ein paar Stunden abgeschlossen. Der Typ ist erwürgt worden, mit irgendwas Rotem wahrscheinlich. Zumindest haben sie rote Fasern an seinem Hals gefunden. Außerdem hat er einige großflächige Blutergüsse am Körper, die unser Professor sich wohl nicht hundertprozentig erklären kann. Auch wenn er das nie zugeben würde“, konnte er sich wohl nicht bremsen, etwas schadenfroh hinzuzufügen, was Wilhelmine amüsiert schnauben ließ. Thiel fuhr indessen fort: „Nadeshda befragt gerade noch mal die Badangestellten und die KTU dreht das ganze Freibad auf links, vielleicht sind doch noch Spuren zu finden nach dem Gewitter. Boerne ist auch dabei.“


Irritiert blickte Wilhelmine auf. Der Professor hatte bei dieser Durchsuchung nicht das Geringste verloren, bevor sie allerdings auf diese Tatsache hinweisen konnte, klingelte das Telefon auf dem Schreibtisch. Mit einem in ihre Richtung gemurmelten „‘Tschuldigung!“ nahm der Kommissar den Hörer ans Ohr.
„Boerne? Was wollen Sie denn... Neue Erkenntnisse? Moment, ich stell‘ Sie auf Lautsprecher, dann kann Frau Klemm mithören.“ Mit diesen Worten legte Thiel den Hörer beiseite und betätigte einen Knopf am Apparat, und im gleichen Moment drang die unverkennbare Stimme des Rechtsmediziners an ihre Ohren.

„Frau Krusenstern hat mich gebeten, Sie anzurufen, sie befragt gerade noch einen der Bademeister.“ Boerne klang sehr selbstgefällig, er hatte eindeutig etwas mitzuteilen, da gab es keinen Zweifel. Wilhelmine konnte ihn förmlich vor sich sehen, wie er enthusiastisch auf und ab marschierte, das Handy am Ohr. Garantiert mit Schlips und schwarzem Anzug. Allein bei der Vorstellung brach ihr schon wieder der Schweiß aus.


Boerne sprach natürlich derweil schon weiter. „Wir haben die Mordwaffe sichergestellt. Erinnern Sie sich daran, wie ich Ihnen heute Morgen sagte, dass die Faser, die wir in der Schnürfurche gefunden haben, überwiegend für Sportkleidung genutzt wird?“
Thiels gebrummtes: „Logo, ich bin doch nicht blöd…“ ignorierte der Rechtsmediziner völlig und erklärte unbeeindruckt weiter: „Die Faser stammt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von einer roten Bikinihose. Wir haben sie in einem der Mülleimer gesichert und ich werde sie baldmöglichst im Labor auf genetische Spuren untersuchen.“

Wilhelmine zog ein wenig ungläubig die Augenbrauen hoch und Thiel warf ihr einen kurzen Blick zu, als er nachbohrte: „Sie wollen mir allen Ernstes erzählen, der Mörder hat das Opfer mit einer Bikinihose erwürgt?“
Sie legte den Kopf schräg und nahm noch einen tiefen Zug von ihrer Zigarette, als Boernes Stimme wieder ertönte: „Nein, ganz und gar nicht. Ich habe mittlerweile  Grund zur Annahme, dass der Täter kein Mann war, sondern eine Frau. Und es ist auch nicht mehr hundertprozentig sicher, dass es ein Mord war, es kann ein Unfall gewesen sein."

Nun eindeutig gespannt lauschte Thiel den Ausführungen des Professors und auch Wilhelmines Neugierde war geweckt.
"Alberich hat vorhin angerufen und mitgeteilt, dass sie spermienabtötende Substanzen, wie sie in Kondomen angewendet werden, in den Schamhaaren des Opfers gesichert hat. Nach dieser wichtigen Information stellt die Spurenlage sich natürlich ganz anders dar. So wie es inzwischen aussieht, hat die Dame – wohl aus sexueller Motivation - auf dem Schoß ihres Opfers gesessen und ihn dabei... sagen wir, ziemlich heftig herangenommen. Daher die großflächigen, aber so undeutlich definierten Blutergüsse an seinem Unterkörper und die Schürfwunden an Rücken und Gesäß."
Wilhelmine konnte ein Grinsen kaum unterdrücken, als Boerne, dem solche zwischenmenschlichen Themen niemals peinlich waren, schon begeistert fortfuhr: "Ob sie ihn dann im ekstatischen Affekt erwürgt hat oder mit Absicht, ist Ihre Aufgabe zu klären.“
„Gibt’s doch nicht.“ Thiel grinste ebenfalls ein wenig, als er brummte: „Naja, beim Sex von einer halbnackten Frau erwürgt zu werden, ist doch mal was anderes. Da hatte er ja wenigstens einen schönen Anblick vor sich, als er gestorben ist …“ Er schüttelte schmunzelnd den Kopf und nahm einen Schluck Kaffee, als Boerne munter antwortete: „Schöner Anblick ist in diesem Fall wohl eindeutig Ansichtssache, der Bikini hat Größe 48.“


So schnell konnte Wilhelmine mit ihrem Stuhl nicht zurückspringen, wie sich der Kaffee aus Thiels Mund auf ihre Bluse entlud; während er verzweifelt nach Luft rang, nahm sein Gesicht frappierende Ähnlichkeit mit einer reifen Tomate an.

„Herrgott Thiel, wird’s denn gehen?“ Ob seine Farbe dem akuten Sauerstoffmangel oder aber der Tatsache geschuldet war, dass er gerade seine Vorgesetzte bespuckt hatte, wusste Wilhelmine nicht. Sie wusste lediglich, dass ihre ehemals weiße Bluse nun alles war, nur nicht mehr weiß.

Ergeben holte sie ein Taschentuch hervor und begann, sich abzutupfen. Derweil drang Boernes belustigte Stimme aus dem Telefon: „Soll ich auflegen, damit Sie dem guten Herrn Hauptkommissar einen Notarzt rufen können?“
Sie schnaubte zynisch, als sie über Thiels ersticktes Husten hinweg antwortete: „Ich denke, das ist nicht nötig, Professor. Gibt es sonst noch Erkenntnisse?“
„Nicht wirklich“ kam Boernes Antwort. „Frau Krusenstern ist gerade dabei, die Überwachungsbänder des Freibades einzufordern, gut möglich, dass die gesuchte Person darauf zu sehen ist. Ich kann mir kaum vorstellen, dass eine Dame ihrer Statur nachts über die Mauer gestiegen ist. Sie wird sich stattdessen mit ihrem Liebhaber einschließen lassen haben, um sich dann im Schutz der Dunkelheit ihren erotischen Aktivitäten hinzugeben.“
Wilhelmine nickte, und als ihr bewusst wurde, dass der Professor das nicht sehen konnte, antwortete sie: „Da ist was dran. Gute Arbeit, sagen Sie das auch Frau Krusenstern. Sie melden sich, wenn Sie an dem Bikini irgendwelche Spuren finden?“
„Selbstverständlich.“ Boerne klang immer noch erheitert, als er nachfragte: „Was ist mit Thiel? Lebt er noch, ich höre ihn gar nicht mehr?“

„Erstickt ist er nicht, aber wenn ich mit ihm fertig bin, ist er vielleicht der Meinung, es wäre besser gewesen“, war ihre sarkastische Erwiderung, was Boerne mit einem Auflachen und Thiel mit einer entnervten Grimasse quittierte.

Nachdem sie sich von Boerne verabschiedet hatte, bedeutete sie dem nun wieder normal atmenden Kommissar, den Hörer aufzulegen und stand dann auf.
„Sie sind mir was schuldig“, brummte sie mit einem bezeichnenden Blick auf ihre Bluse und der Kommissar nickte offensichtlich kleinlaut. „Ich lad‘ Sie auf ´nen Kaffee ein.“ Dabei zuckten seine Mundwinkel verdächtig. Soviel zum Thema kleinlaut.

Wilhelmine konnte sich ein bellendes Lachen nicht verkneifen. „Sie sind echt ´ne Marke, Thiel.“ Damit drehte sie sich um und verließ das Büro.

Zumindest hatte sie jetzt einen guten Grund, heimzufahren und sich umzuziehen.



Comments

( 6 Kommentare — Kommentar hinterlassen )
joslj
29. Jul 2013 11:14 (UTC)
Och, so blödsinnig finde ich das garnicht. Die Warnung crack reicht völlig aus :-) Wenn Boerne im canon schon Kuhkacke um die Ohren fliegt ... Passt jedenfalls gut zum Wetter, auch wenn es heute etwas angenehmer ist.
Mir gefällt der POV der Klemm gut, und auch Thiel und Boerne sind dir gut gelungen. Ein schöner Bingo-Beitrag !

als Boerne munter antwortete: „Schöner Anblick ist in diesem Fall wohl eindeutig Ansichtssache, der Bikini hat Größe 48.“
Ich kann Boerne hören, dieser Tonfall den er dabei draufhat - klasse. Und Thiels Reaktion kann ich auch nachvollziehen :-)
baggeli
29. Jul 2013 15:40 (UTC)
Wenn Boerne im canon schon Kuhkacke um die Ohren fliegt ...
Ganz ehrlich, da fand ich die Kuhkacke aber noch schlimmer/peinlicher/grenzdebiler als diesen Text. Das war einer der Tiefpunkte von Wolbeck. Also mit anderen Worten, was das Niveau dieser Geschichte angeht, finde ich es nicht schlimmer als die Kuh-Szene. =)

Ich kann Boerne hören, dieser Tonfall den er dabei draufhat - klasse. Und Thiels Reaktion kann ich auch nachvollziehen :-)
:D :D



Edited at 2013-07-29 15:41 (UTC)
joslj
30. Jul 2013 13:29 (UTC)
Das war auch so gemeint, dass es nicht viel schlimmer geht als in "Wolbeck" und dein Text dagegen doch sehr harmlos ist. Das Kaffeeausspucken passiert eben im echten Leben auch mal, das mit der Kuh eher nicht (hoffe ich). So albern wie der canon wird das fandom hier eigentlich zum Glück nie ! Und deine Geschichte hat mir gut gefallen, sie passte im Tonfall zum canon, ohne den total sinnlosen Klamauk aufzugreifen, der neuerdings "in" ist. Sorry, wenn das missverständlich war.
baggeli
30. Jul 2013 22:29 (UTC)
Das war auch so gemeint, dass es nicht viel schlimmer geht als in "Wolbeck" und dein Text dagegen doch sehr harmlos ist
Dann ist es ja gut, ich hatte wirklich gedacht, du findest das hier genauso schlimm wie die Kuh-Szene. Wie gesagt, der Text ist grober Unfug und das ist mir auch völlig klar, aber die andere Szene war einer der Tiefpunkte schlechthin. So tief möchte ich eigentlich auch beim Crack nicht sinken!
veradee
29. Jul 2013 21:48 (UTC)
Mir gefällt's! Solche Unfälle sollen ja vorkommen, und zu den Münsteranern passt das doch dann sowieso.

Thiels Kaffeespucken sehe ich vor mir. Das kann ich mir gut vorstellen, dass er in einem solchen Moment so reagiert. Und natürlich gefällt mir sein „Ich lad‘ Sie auf ´nen Kaffee ein.“ am Ende.

Die Idee "Tod beim Sex", wenn auch auf ganz andere Art, hatte ich auch, aber ich bezweifle, dass ich das noch bis Mittwoch fertig bekomme.
baggeli
29. Jul 2013 22:06 (UTC)
Mir gefällt's!
*freu* *hüpf*

Solche Unfälle sollen ja vorkommen, und zu den Münsteranern passt das doch dann sowieso
Das ist der Vorteil; der Absurdität der Fälle sind im Prinzip keine Grenzen gesetzt *snicker*

Und natürlich gefällt mir sein „Ich lad‘ Sie auf ´nen Kaffee ein.“ am Ende.
Mir auch, ehrlich gesagt. ^^ Das musste einfach sein, nach Wilhelmines Bemerkung am Telefon.

Die Idee "Tod beim Sex", wenn auch auf ganz andere Art, hatte ich auch, aber ich bezweifle, dass ich das noch bis Mittwoch fertig bekomme.
Aber das ist doch ganz egal, Bingo hin oder her - ich möchte wissen, was du dir da ausgedacht hast!! :D:D
( 6 Kommentare — Kommentar hinterlassen )

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