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Sommerbingo: Kurze Auszeit

Titel: Kurze Auszeit
Prompt: Picknick
Genre: Fluff, Schmalz, Blödsinn
Zusammenfassung: In dem Moment, in dem ihr bewusst wurde, dass ihre Gedanken schon wieder um die Arbeit kreisten, zwang sie sich, sie abzuschütteln. Genau dafür war sie schließlich hierhergekommen; um den Kopf endlich einmal wieder freizubekommen, um auf andere Gedanken zu kommen.
Wörter: 750
A.N.: Staatsanwältin-Klemm-POV
Schon nach wenigen Sekunden ist einem klar, worum es geht. Also, wie immer, keine Überraschungen. Außerdem sollte ich an dieser Stelle wohl eine ooc-Warnung anbringen. Andererseits sind so viele Sommerbingos so dermaßen ooc, und keiner hat davor gewarnt... da darf Wilhelmine auch mal für eine Stunde gute die Luft im Wald mit ihren Zigaretten verpesten.  *kicher*
Außerdem sollte ich darauf hinweisen, dass ich das Prompt hier sehr freizügig als erfüllt angesehen habe; darüber kann man sicher diskutieren. Aber was soll's. Sommerbingo, da muss man einfach entspannt sein. Oder? *hüstel*

Es war ruhig und friedlich hier am Ufer des Aasees, geradezu einsam. Wilhelmine schritt gemächlich über den unebenen Weg, dankbar für die Tatsache, dass sie nach zwei unglaublich anstrengenden Wochen endlich einmal wieder ein paar Stunden Zeit für sich hatte, fernab vom Trubel, fernab vom Stress.


Kleine Wellen glitzerten auf der Oberfläche des Sees, Sonnenflecken zeichneten durch das sich sacht bewegende Blätterdach Muster auf den Boden, Mückenschwärmen tanzten im Licht… die Stille wurde nur vom Zirpen der Grillen durchbrochen, hin und wieder ließ eine leichte Brise die saftig grünen Blätter der hochgewachsenen Bäume leise rascheln.
Obwohl sie weiß Gott nicht kitschig veranlagt war, genoss Wilhelmine diese fast verwunschene Umgebung in vollen Zügen. Ein mehr als deutliches Zeichen, wie dringend sie diese Auszeit gebraucht hatte.



Sie war schon seit einer ganzen Weile keiner Menschenseele begegnet, bis sie schließlich weiter vorn am Ufer des Sees ein Pärchen entdeckte.
Die Personen – ein Mann und eine Frau, wie sie zu erkennen meinte - schienen nicht zu bemerken, dass sie sich langsam näherte. Sie schliefen vielleicht sogar, so ruhig wie sie dort lagen. Deshalb ließ Wilhelmine völlig ungeniert ihre Augen für ein paar Sekunden länger auf der idyllischen Szene ruhen, als es sich eigentlich schickte.

Die beiden waren in dem hohen Gras nicht vollständig zu erkennen, aber so wie es aussah, lag die Frau im Arm des Mannes. Er hielt sie liebevoll an sich gezogen, ihre Gesichter waren einander zugewandt.
Dem großen Picknickkorb nach zu urteilen, hatten sie es sich gutgehen lassen und machten nun ein Nickerchen dort im Schatten der großen Bäume. Es sah wirklich bequem aus, ein wunderschöner Platz, um sich auszuruhen.

Wilhelmine musste ein Seufzen unterdrücken, als sie die beiden so sah. Sie selbst war auch ziemlich müde, die letzten Tage waren für sie weiß Gott kein Picknick gewesen. Der Oberstaatsanwalt war schon seit zwei Wochen krank, sie als seine Stellvertreterin hatte all seine Aufgaben mit zu erledigen. Und als wäre das nicht genug, verlangte der aktuelle Mordfall, den Thiel und Nadeshda bearbeiteten, ihnen allen viel Kraft ab. Sie fühlte sich wirklich ausgelaugt.


In dem Moment, in dem ihr bewusst wurde, dass ihre Gedanken schon wieder um die Arbeit kreisten, zwang sie sich, sie abzuschütteln. Genau dafür war sie schließlich hierhergekommen; um den Kopf endlich einmal wieder freizubekommen, um auf andere Gedanken zu kommen.
Ganz bewusst konzentrierte sie sich wieder auf ihre Umgebung, auf die Ruhe, auf den Frieden.


Mit einem kurzen Blick streifte sie das Pärchen, das sie nun passierte. Da die beiden offensichtlich wirklich schliefen, ersparte sie sich einen Gruß, sondern ging schweigend an ihnen vorbei.
Zumindest wollte sie das.
Sie blieb allerdings vor Schreck mit dem Fuß an einer vorwitzigen Baumwurzel hängen und konnte nur gerade noch so verhindern, der Länge nach hinzuschlagen, als sie erkannte, dass es Professor Boerne und Frau Haller waren, die dort lang ausgestreckt im Gras lagen – sofern man bei der kleinen Rechtsmedizinerin von lang ausgestreckt sprechen konnte.

Nachdem Wilhelmine ihr Gleichgewicht wiedergefunden und einen lautstarken Fluch noch gerade so unterdrückt hatte, schüttelte sie fassungslos den Kopf; zum einen, weil sie kaum glauben konnte, was sie da sah, zum anderen, weil sie inzwischen schon so dachte, wie Boerne. Das musste tatsächlich abfärben.


Der Professor und seine Assistentin hatten sich trotz des Geräuschs, das sie beim Stolpern verursacht hatte, nicht geregt, wofür sie ganz dankbar war; jetzt, in dieser Situation von den beiden entdeckt zu werden, war nun wirklich nicht das, was sie wollte.
Und Boerne und Frau Haller wollten das wahrscheinlich ebenso wenig.



Leise trat sie auf den Weg zurück und nachdem sie noch einige Sekunden ungläubig auf die Szene vor sich gestarrt hatte, schritt sie dann schneller und schneller davon.
Sie hatte nun erst einmal einiges zu verdauen. Und einiges zu erzählen… ob Thiel und Nadeshda davon etwas wussten?
Ab und zu warf sie noch einen Blick zurück auf ihre beiden Kollegen, die dort so friedlich schliefen, nicht ahnend, dass ihr kleines Geheimnis nun bald ein großes Gesprächsthema sein würde.

Als sie schließlich außer Sichtweite war, wurde Wilhelmine wieder langsamer. Sie fragte sich, seit wann das schon so ging mit den beiden, und warum sie nichts davon bemerkt hatte, immerhin hatte sie ein scharfes Auge und ein gutes Gespür für ihre Mitmenschen.
Sie beschäftigte sich mit nichts anderem mehr als mit der unerwarteten Erkenntnis, die sie so zufällig gewonnen hatte.
Ein kurzes, bellendes Auflachen entrang sich ihr, als ihr klar wurde, dass der Spaziergang genau das erreicht hatte, was sie sich erhofft hatte; sie war auf andere Gedanken gekommen.
Wenn auch ganz anders, als sie sich das vor kurzem noch hätte vorstellen können.

picknick

(Ich entschuldige mich für die grottenschlechte Qualität des Manips.
Zuerst hatte ich nur dieses Bild, um "Picknick" abzuhaken, aber weil es so schlecht ist, ist noch diese (Schrott-)Geschichte dazugekommen.



Tags: alberich, boerne, fanart, fanfic, fluff, humor, manip, outsider pov, romanze, sommerbingo 2013, staatsanwältin klemm
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