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Bingo-Story: Noch nicht vorbei

Genre: h/c, Kitsch
Wortanzahl: 1000
Bingo-Prompt: Kuss (nicht auf Lippen/Gesicht)
Zusammenfassung: Womit sie eigentlich sehr viel eher gerechnet hatte, war nun tatsächlich noch passiert: er war eingebrochen. Erstaunlicherweise allerdings erst jetzt, nachdem alles vorbei war, nachdem doch eigentlich alles überstanden war.
A.N.: baut auf "mein" Ende zur chinesischen Prinzessin auf (Narben)
Bei mir wird nicht einfach so geküsst, ist ja klar. Also musste ich mir die Umstände zurechtdrehen. Außergewöhnliche Situationen... ihr kennt den Text.

Achtung: HEMMUNGSLOSES h/c. Also tut euch selber den Gefallen und erspart es euch einfach, wenn ihr keinen Bock darauf habt, ok? Danke.


Seit Stunden hatte sie sich nicht von ihm wegbewegt. Seit Stunden saß sie hier an seiner Seite und wachte über seinen Schlaf.
Nein, nicht über seinen Schlaf; Schlaf war das beim besten Willen nicht zu nennen.
Er dämmerte vor sich hin, schweißgebadet und von Alpträumen gequält. Zu unruhig, um richtig zu schlafen, gleichzeitig zu erschöpft, um wirklich zu sich zu kommen.
Womit sie eigentlich sehr viel eher gerechnet hatte, war nun tatsächlich noch passiert: er war eingebrochen. Erstaunlicherweise allerdings erst jetzt, nachdem alles vorbei war, nachdem doch eigentlich alles überstanden war.

Nun, für die Staatsanwaltschaft und die Polizei war es das zumindest.
Für ihn aber sicher noch lange nicht.



So gut wie noch nie hatte sie ihn krank erlebt, doch die Strapazen der letzten Tage hatten ihn so mitgenommen, dass er, der sonst immer unerschütterlich schien und sich keine Schwäche zugestand, nun erschreckend hilflos vor ihr lag.

Dass er nach dem Duschen fast zusammengebrochen war, hatte sie im ersten Moment nicht verwundert, nach all dem, was er durchgemacht hatte. Dass er vor Kälte zitterte, hatte sie als normal angesehen, hatte angenommen, es sei seiner Übermüdung geschuldet, sowie der Tatsache, dass er seit Tagen nicht wirklich zum Essen gekommen war. Seinen Schwindel und die Kopfschmerzen, unter denen er litt, hatte sie auf seine längst nicht ausgeheilte Gehirnerschütterung geschoben. Er war schließlich innerhalb kürzester Zeit zweimal niedergeschlagen worden, es gab Grund genug für ihn, sich miserabel zu fühlen. Grund genug, dass er es nur mit buchstäblich letzter Kraft geschafft hatte, sich ins Bett zu schleppen.

Als er endlich wohlbehalten lag, war sie davon ausgegangen, dass er nun schlafen und sich erholen würde.


Allerdings hatte sie schon nach kürzester Zeit feststellen müssen, dass das leider nicht der Fall war. Statt zu schlafen, war er immer unruhiger geworden. Das Zittern war in Schüttelfrost übergegangen und letztendlich in Fieberschübe. Diese beraubten ihn der Ruhe, die er so dringend nötig hatte, ließen ihn so geschwächt zurück, wie sie ihn noch nie erlebt hatte.


Verwunderlich war diese körperliche Reaktion auf den Stress der vorangegangenen Ereignisse natürlich nicht. Sie hatte sich ohnehin mehr als einmal gefragt, wie er diese 48 Horror-Stunden durchgehalten hatte. Nach der lebensbedrohlichen Überdosis und den Kopfverletzungen mit Thiel auf Verbrecherjagd zu gehen, ohne Schlaf, ohne vernünftige Pausen… das war mehr, als ein normaler Mensch aushalten konnte. Und auch mehr, als Boerne aushalten konnte, so widerstandsfähig er auch war. So gerne er manchmal den Eindruck zu erwecken versuchte, es sei nicht so - auch er war nur ein Mensch.
Und nun hatte sein Körper die Reißleine gezogen, um ihn auszubremsen und ihn zu der Pause zu zwingen, die die außergewöhnlichen Umstände der letzten Tage ihm verwehrt hatten; vor allen Dingen zu einer längeren Pause zu zwingen, als er sie sich gegönnt hätte.



Wie schon ungezählte Male an diesem Tag tauchte sie ein weiches Tuch in die Schüssel auf dem Nachtschrank, wrang es aus und wischte dann behutsam über sein nasses Gesicht und bis hinunter zum Kragen seines Poloshirts, wo sich die dicken Schweißperlen einmal mehr in der kleinen Vertiefung seines Halses gesammelt hatten. Danach ließ sie den kühlen Stoff noch für einen Moment auf seiner Stirn ruhen und legte gleichzeitig ihre andere Hand an seine Wange. Sacht strich sie über die glühende Haut unter ihren Fingerspitzen und konnte dabei ein Seufzen nicht unterdrücken. Es tat ihr weh, ihn so zu sehen.

Seit Stunden schon hatte er nicht auf sie reagiert, war so weit weg, dass er sie nicht wahrnahm. Sein Zustand beunruhigte sie und sie hatte inzwischen entschieden, einen Arzt hinzuzuziehen, sollte er nicht bald wieder zu sich kommen. Doch nun stöhnte er leise und drehte ein wenig den Kopf, lehnte sich ganz eindeutig in ihre Berührung.
Sie war so erleichtert über diese schwache Bewegung, dass ein Lächeln über ihr Gesicht huschte. Behutsam hielt sie den Stoff weiter an seine Stirn gedrückt, hoffte, diese kleine Geste würde ihm etwas Erleichterung bringen.


Für eine Weile lag er ganz still und sie ließ ihre Gedanken wandern. Doch sie schreckte aus ihnen auf, als Boerne wieder einmal zu murmeln und den Kopf unruhig hin und her zu werfen begann.
Unglücklich beobachtete sie, wie sehr er sich verkrampfte. Sein Atem ging schnell und flach, der Grund dafür natürlich das Fieber aber ebenso seine innere Anspannung.
„Scht, ganz ruhig.“ Eilig legte sie das inzwischen zu warme Tuch zurück in die Schüssel und strich ihm die nassen Haare aus der Stirn, wisperte dabei weiterhin leise, begütigende Worte.

Und es schien, als würde sie tatsächlich endlich zu ihm durchdringen, erneut drehte er den Kopf ein wenig in ihre Richtung. Und dann, nachdem er ein paarmal trocken geschluckt hatte, brachte er ein heiseres, kaum verständliches „Alberich?“, über die Lippen. Er klang so elend wie sie ihn noch nie erlebt hatte.
„Ja, ich bin hier“, beeilte sie sich deshalb zu antworten und strich dabei weiter sacht durch sein Haar. „Es ist alles gut, versuchen Sie zu schlafen.“
Als habe er sie nicht gehört, wisperte Boerne gequält ein weiteres Mal ihren Namen und tastete unbeholfen nach ihr. Sogleich griff sie seine glühende Hand und nahm sie behutsam in ihre kühle, drückte sie sacht, als er sich an ihr festkrallte. Wieder und wieder streichelte sie durch seine Haare. „Schlafen Sie, Chef“, flüsterte sie hilflos. „Bitte, ruhen Sie sich aus. Ich bleibe bei Ihnen.“

Diesmal hatte er sie verstanden. Tatsächlich versuchte er sogar, ein wenig zu nicken. Und dann, obwohl es ihm sichtlich schwerfiel, öffnete er die Augen. Für einen kurzen Moment nur gelang es ihm, sie anzusehen, bevor seine Lider wieder herabsanken, weil er einfach nicht mehr die Kraft hatte, sie offenzuhalten. Doch war es gerade lang genug, um dabei ein nahezu unverständliches „Danke“ zu wispern.
„Ach Chef.“ Ohne groß darüber nachzudenken, hob sie seine Hand an ihre Lippen und hauchte ihm einen Kuss darauf, war so mitgenommen, dass ihr ein paar Tränen in die Augen stiegen.


Zu ihrer großen Erleichterung wurde er nun tatsächlich ruhiger, die fahrigen Bewegungen ließen nach.
Sie blieb bei ihm sitzen, bis er endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit, tief und fest schlief, bis er sich vollständig entspannt hatte. Nur ihre Hand hatte er weiterhin fest im Griff.
Und um nichts in der Welt hätte sie seine losgelassen.

Comments

baggeli
19. Dez 2013 07:29 (UTC)
Hach, ich mag dieses Prompt sehr und hatte immer gehofft, daß Du es umsetzt!
Echt? :D Obwohl dir klar war, dass ich niemals Thiel und Boerne küssen lassen würde? Du bist ja süß! :D

Und hemmungsloses h/c muß auch mal sein ...
*hust*
Das ist sicherlich diskussionswürdig, aber da habe ich meine Scheu ja weitestgehend abgelegt. Ich warne trotzdem gerne eindrücklich davor.
Ehrlich gesagt hatte ich gar nicht zu hoffen gewagt, dich mit dieser Geschichte zu packen. Obwohl ich weiß, dass du h/c generell magst, habe ich dich doch mit ähnlichen Stories schon erfolgreich vertrieben.
Umso schöner, wenn dir diese gefallen hat...
und sie ist so schön offen am Ende, da kann man doch noch was draus machen... *händereib* Hab'noch mehrere Prompts, die eher in die Paar-Richtung gehen

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