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Bingo-Story: Eine schöne Bescherung

Titel: Eine schöne Bescherung - Kapitel 3
Adventskalernder-Prompt: Weihnachtsmarktbesuch
Bingo-Prompt: hurt / comfort
Genre: Freundschaft, etwas Humor, h/c, etwas Action/Krimi
Zusammenfassung: Wenn Thiel auch nur ansatzweise geahnt hätte, was passieren würde, er hätte Boerne in ein richtiges Restaurant eingeladen...
Anmerkungen: Ich habe mich entschieden, mit kleineren Kapiteln weiterzumachen, so es die Zeit zulässt.
Dazu muss ich sagen, in diesem passiert nun wirklich rein gar nichts. Doof aber nicht zu ändern.
Wörter: ~6000


Thiel verbrachte den restlichen Nachmittag im Büro vor dem Computer. Nachdem er Nadeshda von den Geschehnissen berichtet hatte, hatte sie ihm vorgeschlagen, dass sie den anstehenden Papierkram allein erledigen würde, damit er sich in aller Ruhe der Verbrecherkartei widmen konnte.

Thiel hatte ihr Angebot dankbar angenommen und sich seitdem mit nichts anderem als den Fotos von Jugendlichen und jungen Männern beschäftigt, die in irgendeiner Form mit Drogen in Verbindung gebracht wurden - doch das völlig erfolglos.
Nach zwei Stunden brannten seine Augen und er hatte die Nase schlicht voll. Für einen Moment diskutierte er mit sich, ob es sinnvoll war, an dieser Stelle noch weiterzumachen, dann entschied er sich dagegen. Boerne hatte wohl Recht gehabt, es war den Aufwand nicht wert gewesen.


Aufseufzend lehnte er sich in sein olivgrünes Ungetüm von Schreibtischstuhl zurück und fuhr sich mit beiden Händen durch die Haare. „Ich hab‘ keine Lust mehr. Schluss für heute, morgen ist auch noch ein Tag.“
Nadeshda, die ihm schräg gegenüber saß und energisch einen Bericht nach dem anderen getippt hatte, warf ihm einen flüchtigen Blick zu und nickte dann. „Alles klar.“ Damit wandte sie sich zum Monitor zurück und den schnellen Handbewegungen und Mausklicks nach zu urteilen, die sie nun vollführte, speicherte sie ihre Dateien ab. Als der PC herunterfuhr, sah sie zu ihm auf. „Sie hatten keinen Erfolg?“ Es war eher eine Feststellung als eine Frage.
„Nee, das war’n Schuss in den Ofen.“ Seufzend kam Thiel auf die Füße und zog seinen Mantel von der Rückenlehne seines Stuhls. „Wie isses bei Ihnen, weit sind Sie gekommen?“
„Ziemlich weit. Ein paar Kleinigkeiten noch, dann ist alles vollständig“, erwiderte Nadeshda lächelnd.
Er hatte nichts anderes erwartet, verzog aber mürrisch das Gesicht. „Hm. Dann werden wir ja morgen locker fertig und haben wohl keine Ausrede, um uns vorm Weihnachtsmarkt zu drücken“, knurrte er dabei, so ernst es ging.
Nadeshda schüttelte schmunzelnd den Kopf „Jetzt tun Sie doch nicht so, als ob Sie sich nicht auf drauf freuen! Verdient haben wir uns den Glühwein allemal. Und wer weiß, ob noch was dazwischenkommt.“
„Nu‘ malen Se mal bloß den Teufel nicht an die Wand!“ Abwehrend riss Thiel die Hände hoch und konnte sich ein Grinsen nun selber nicht mehr verkneifen. Dann hielt er ihr die Tür auf. Nadeshda lachte nur und durchquerte das Büro, um ihre Winterjacke vom Garderobenständer zu nehmen, bevor sie ihm voran aus dem Raum schritt.
Thiel beobachtete sie dabei für einen Moment; sie sah müde aus, eigentlich genau so, wie er selbst sich nach den letzten, anstrengenden Tagen auch fühlte. Das bestärkte ihn in dem Glauben, die richtige Entscheidung getroffen zu haben -  sie mussten alle mal wieder eine lange Nacht ohne Störung durchschlafen.



Zwanzig Minuten später schloss er gerade mit vor Kälte steifen Fingern sein Rad am Fahrradständer neben dem Haus an, als sich ein ihm bekanntes Motorengeräusch näherte.
Ungläubig wandte er sich um und sah fast im gleichen Moment Boernes dunklen Audi um die Ecke biegen.
Stirnrunzelnd stemmte Thiel die Hände in die Hüften und beobachtete, wie der Professor den Wagen in seine vor dem Haus angestammte Parklücke lenkte.
Kaum, dass sein Kollege ausgestiegen war, konnte Thiel nicht mehr an sich halten. „Mensch Boerne! Wie sind Sie denn drauf, mit der kaputten Hand Auto zu fahren?!“
Boerne schaute verwundert auf, als er so plötzlich lospolterte, reagierte aber nicht gleich auf ihn, sondern wandte sich erst wieder seinem Wagen zu. Er schlug die Autotür zu und betätigte den Verriegelungsknopf am Schlüssel bevor er nun zu Thiel auf den Gehweg trat und mit ihm gemeinsam Richtung Haustür schritt. „Ihre Besorgnis in Ehren, aber es geht mir gut.“

Er sah wirklich besser aus als im Institut. Zwar wirkte auch er ziemlich müde, doch er schien nicht mehr so blass und seine Bewegungen waren zielstrebig wie immer.
Thiel war definitiv erleichtert, knurrte aber gleichzeitig so mürrisch er konnte: „Ich bin nicht besorgt, ich bin Polizist.“ Instinktiv wanderten seine Augen an Boernes Arm herab und er runzelte die Stirn, als er das dick verbundene Gelenk musterte. „Ob Sie mit der Hand den Wagen sicher führen konnten, will ich mal stark anzweifeln!“, fügte er nun wirklich skeptisch hinzu.
„Nun spielen Sie hier mal nicht den Moralapostel, Thiel. Wissen Sie nicht, dass man sogar mit einem einfachen Unterarmgips ein Auto steuern darf? Und davon bin ich doch nun wirklich Welten entfernt.“

„Wenn Sie es sagen…“ Thiel hatte erschaudernd seine erstarrten Finger in die Taschen gesteckt und stapfte hinter seinem Kollegen über die vom Raureif glänzenden Platten durch den schmalen Vorgarten. Vor dem Eingang angekommen, beobachtete er, wie Boerne mit einer Hand seine Taschen abtastete und dann mit einem Unmutsgeräusch anfing, seinen Mantel aufzuknöpfen. Als ihm klar wurde, dass der Professor seinen Haustürschlüssel offensichtlich aus den Tiefen seiner Anzugjacke ausgraben musste, holte er seinen hervor. „Ich mach schon.“ Es war zu kalt, um unnötig draußen herumzustehen, außerdem knurrte sein Magen.
Während er den Schlüssel ins Schloss steckte, fragte er über die Schulter: „Haben Sie schon was gegessen heute Abend?“

Boerne schüttelte nur den Kopf und als Thiel ihm die Tür aufhielt und ihm signalisierte, er solle vorangehen, schlug er vor: „Ich koch‘ jetzt was. Wollen Sie rüberkommen? Dürfte Ihnen gerade etwas schwerfallen, sich selbst was Gescheites zu machen.“
Boerne sah eindeutig skeptisch aus und verharrte sichtbar unentschlossen auf dem Fußabtreter. „Was gibt’s denn?“
„Keine Ahnung. Was der Kühlschrank so hergibt.“ Als der Professor nur die Augen verdrehte und sich dann an ihm vorbei in den Flur zwängte, zuckte Thiel amüsiert mit den Schultern. „Zur Not plündern wir Ihren noch mit.“
Boerne murmelte nur ein ergebenes „Von mir aus“, während der Kommissar grinsend hinter ihm ins Haus trat und ihm dann die Treppe hinauf folgte.


Die dunkle Gestalt, die mit einem kleinen, geschickt platzierten Stöckchen das Schließen der langsam zufallenden Eingangstür in letzter Sekunde verhindert hatte und ins Haus geschlüpft war, kaum dass sie den oberen Treppenabsatz erreicht hatten, bemerkten sie beide nicht.

t.b.c.

Comments

( 12 Kommentare — Kommentar hinterlassen )
guenni
29. Dez 2013 07:19 (UTC)
Nun gut, so viel zu meiner Brieföffnertheorie. *gg*
Wobei mich ja schon interessieren würde wie der Typ Boerne so einfach unbemerkt hinterher fahren konnte.
Warten wir mal ab, ob du die zwei wenigstens noch inRuhe Abendbrot essen lässt. Bzw. ob du ihnen die Nachtruhe verdirbst. :-)
baggeli
29. Dez 2013 11:58 (UTC)
Wobei mich ja schon interessieren würde wie der Typ Boerne so einfach unbemerkt hinterher fahren konnte.
Wer redet von hinterherfahren? Der war längst an Ort und Stelle und hat gelauert klärt sich noch

Warten wir mal ab, ob du die zwei wenigstens noch inRuhe Abendbrot essen lässt
Ganz ehrlich, wäre das im aktuellen Zeitstrahl, ich würde sie beide fasten lassen. Aber da ich ja fast ausschließlich zu den frühen Folgen schreibe, wäre das Boerne gegenüber gemein, da war er ja noch dünn... ^^

Bzw. ob du ihnen die Nachtruhe verdirbst. :-)
*hüstel* *bg*
mara_thoni
29. Dez 2013 19:58 (UTC)
also Prahl und damit Thiel will es ja jetzt mit Trennkost versuchen. Wär das eine Option????
baggeli
29. Dez 2013 20:15 (UTC)
*lol*
Nee nee, zu essen kriegen sie was. Sonst ist Thiel mürrisch. ^^
cricri_72
29. Dez 2013 11:48 (UTC)
Och, muß doch gar nicht immer so viel passieren ... Ich fand das jedenfalls gerade sehr nett, sowohl die Thiel & Nadeshda als auch die Thiel & Boerne Interaktion.

„Was gibt’s denn?“
„Keine Ahnung. Was der Kühlschrank so hergibt.“

*grins*

Und am Ende dieser gerade zu friedlichen häuslichen Szene, die sich da gerade anbahnt, ein fieser Cliffhänger ...

Du bist ja zum alten Header zurück! Ich finde den ja schöner, ich glaube, weil bei dem anderen Thiel eben nicht nach Thiel, sondern nach Prahl aussieht, und für Nadeshda gilt das in geringerem Maße ebenso. Hier sind die Bilder irgendwie harmonischer zusammen und sie sind alle eindeutig "in character"
baggeli
29. Dez 2013 12:34 (UTC)
Du bist ja zum alten Header zurück!
Ja, schon seit Wochen! *abwink* Genau aus dem Grund, es sind AP und Friederike Kempter auf dem Bild gewesen. Wobei ich das Foto an sich einfach toll finde. Aber die Geschichte, die für mich hinter dem Header stecken soll, kommt bei diesem besser rüber. ^^

Ich fand das jedenfalls gerade sehr nett, sowohl die Thiel & Nadeshda als auch die Thiel & Boerne Interaktion.
Na dann ist ja gut. (Ich hatte gedacht, du liest vielleicht gar nicht mehr... bist so still geworden in den letzten Wochen. Verlässt dich langsam der Spaß am Tatort?)
cricri_72
29. Dez 2013 13:54 (UTC)
Ja, schon seit Wochen!
Das kommt davon, wenn man nie nach oben scrollt bzw. auf der Freundesseite liest ;)

Nein, nein, der Spaß am Tatort ist noch da. Auch wenn sich momentan Büttenwarder daneben gedrängt hat. Zum Glück kann man zwei Fandoms gleichzeitig lieben ;) Allerdings drängen im Moment beim Schreiben tatsächlich mehr Büttenwarder-Geschichten nach außen, aber ich denke, das liegt daran, daß es neu ist.
baggeli
29. Dez 2013 14:41 (UTC)
Nein, nein, der Spaß am Tatort ist noch da.
Na dann bin ich ja erleichtert. ^^

Zum Glück kann man zwei Fandoms gleichzeitig lieben ;)
Das auf jeden Fall!
justinterest65
29. Dez 2013 15:51 (UTC)
Boerne sah eindeutig skeptisch aus und verharrte sichtbar unentschlossen auf dem Fußabtreter. „Was gibt’s denn?“
Ok, nach seinen letzten Erfahrungen mit Thielschen Gaumenfreuden beim Currywurst-Griechen kann ich die Skepsis nachvollziehen, obwohl man bei Nudeln (Thiels zweites all-times-favourit) ja kaum was falsch machen kann, die zerbrechen einem wenigstens nicht in der Pfannen wie gebratene Forellen *lol*

Wissen Sie nicht, dass man sogar mit einem einfachen Unterarmgips ein Auto steuern darf?
Dürfen schon, ob es denn bekömmlich ist, davon steht da nix. Aber ein Boerne kennt ja keinen Schmerz, das wissen wir ja schon.
Musser bei dir ja auch, sonst könntest du ihn ja nicht so genussvoll quälen. *lol*

baggeli
29. Dez 2013 16:13 (UTC)
Ok, nach seinen letzten Erfahrungen mit Thielschen Gaumenfreuden beim Currywurst-Griechen kann ich die Skepsis nachvollziehen
Die Skepsis ist nicht zuletzt dem Wissen geschuldet, dass die letzten Tage unruhig und arbeitsreich waren... und dass speziell Thiels Kühlschrank wohl eben nicht sehr viel beinhaltet (wobei es bei seinem eigenen nicht viel rosiger aussehen dürfte...) ^^

zerbrechen einem wenigstens nicht in der Pfannen wie gebratene Forellen
Ich liebe diese völlig verhunzte Prahl/Liefers-Szene und ich liebe, dass der damalige Regisseur die tatsächlich so dringelassen und frech synchronisiert hat, wo gar keine wörtliche Rede hinpasst. ^^ Das ist mein Humor und mein Geschmack, sowas darf auch mal sein. *lol*

Dürfen schon, ob es denn bekömmlich ist, davon steht da nix.
Ich bin gerade selber noch mit leicht verknackster linker Hand unterwegs gewesen... das geht. Wenn man die Hand nicht im Gelenk knickt, sondern sie gerade lässt, ist das kein Thema. Schalten etc. ist eh rechts... und die Finger biegen kann man eigentlich problemlos. (ich hab's extra noch nachgeforscht in den Tiefen des Internets. Es gibt natürlich genaue Definitionen, mit welcher Einschränkung an der Hand man den Wagen trotzdem steuern darf und Boerne darf)
justinterest65
29. Dez 2013 16:19 (UTC)
Gehen tut es, hab ich selber schon gemacht, das Ekelhafte ist nur dabei, dass die Vibrationen gar nicht gut tun und auf Dauer auch echt Autsch machen können.

Ich liebe diese Küchenszene auch, besonders weil sie zeigt, was für gute Schauspieler die beiden sind, dass sie es schaffen einfach nahtlos weiter zu machen anstatt die Szene zu schmeißen.

und dass speziell Thiels Kühlschrank wohl eben nicht sehr viel beinhaltet (wobei es bei seinem eigenen nicht viel rosiger aussehen dürfte...)
Die beiden sind halt die absoluten Kunden für Nudeln und Fertigsoße aus dem Glas bzw. Spaghetti aglio e olio, im Zweifel ohne Peperoncini. Und das Boerne manchmal Probleme mit der Vorratshaltung hat, wissen wir spätestens seit der Butterdieb-Szene. *gg*
baggeli
29. Dez 2013 17:53 (UTC)
Gehen tut es, hab ich selber schon gemacht, das Ekelhafte ist nur dabei, dass die Vibrationen gar nicht gut tun und auf Dauer auch echt Autsch machen können.
stimmt natürlich, schön ist anders. Aber ist ja nur 'ne kurze Strecke.

Und das Boerne manchmal Probleme mit der Vorratshaltung hat, wissen wir spätestens seit der Butterdieb-Szene. *gg*
*lol*

Dabei wissen wir seit Summ summ summ, dass er zu Hamsterkäufen neigt... NEIN! Diese schreckliche Folge wird von mir mehr oder weniger vollständig wegignoriert

Edited at 2013-12-29 17:54 (UTC)
( 12 Kommentare — Kommentar hinterlassen )

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