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Seit Anfang des Jahres haben wir uns regelmäßig auf der Homepage des Cineplex Münster getummelt, in der Hoffnung, dass es für den neuen Tatort Der Hammer wieder eine Vorpremiere geben würde. Doch wochen- (nein, sogar monate)lang tat sich gar nichts.
Wir hatten mittlerweile schon etwas enttäuscht mit der Idee abgeschlossen und waren der Überzeugung, dass es - wie auch im Falle der Chinesischen Prinzessin - dieses Mal wiederum keine Kinovorführung geben würde. Umso größer war natürlich die Begeisterung, als nur wenige Wochen vor der TV-Premiere die Vorstellung tatsächlich noch ausgeschrieben wurde. Was für ein Spaß!
Dass wir diesen Tatort im Kino anschauen wollten, war uns klar in der Sekunde, in der er angekündigt wurde. Zum Zeitpunkt der Bekanntmachung stand lediglich „Crewmitglieder werden anwesend sein“ in der Ankündigung, aber ehrlich gesagt war uns einigermaßen egal, ob überhaupt jemand kommen würde. Den Film wollten wir vor allem auf der großen Leinwand genießen, weil Daniela vom Autorenteam und ihr Partner jeweils eine Statistenrolle ergattert hatten. Da kann man sich eine solche Vorstellung doch nicht entgehen lassen!
Dass sich schon schnell die Berichte häuften, dass aufgrund der zeitgleich stattfindenden Dreharbeiten und der Jubiläumsfolge die Hauptdarsteller anwesend sein sollten, machte die Sache nur noch attraktiver.



Geprägt von meiner mehr als negativen Erfahrung, für Das Wunder von Wolbeck online und telefonisch Karten bestellen zu wollen (und in beiden Fällen spektakulär zu scheitern), hatte ich beschlossen, pünktlich zum Vorverkauf nach Münster zu fahren und mir die Tickets selbst zu holen – denn wie ich damals feststellen musste, ist eine telefonische Bestellung im Cineplex nicht möglich und die Server waren wegen des dramatischen Ansturms innerhalb von Sekunden zusammengebrochen. Stundenlang ging rein gar nichts mehr, der ultimative Supergau! Mein Bruder hat damals aus Athen im wahrsten Sinne des Wortes die letzten Karten abgeschossen, aber das war schlicht mehr Glück als Verstand. Und auf Glück wollte ich mich dieses Mal nicht verlassen.

Also stand ich am Stichtag eine gute Stunde vor Beginn des Vorverkaufs mit letztendlich ca. 100 anderen Verrückten vorm Kino und habe meine Karten dort live und persönlich entgegengenommen. Die einzig richtige Entscheidung, wie ich im Nachhinein feststellen muss. :D



Gestern Abend war es nun soweit. Premiere vom Tatort Der Hammer. Ich war gespannt ohne Ende, denn Lars Kraume hat auch den Tatort zu verantworten, der von allen Episoden mein all-time-high ist: Sag‘ nichts. Nach vielen schlechten Folgen der letzten Jahre (Hinkebein, Herrenabend, Summ summ summ, um mal meine unangefochtenen, absoluten Tiefpunkte zu nennen), habe ich mich gefragt, ob er es schafft, sein eigenes Niveau zu halten und wieder so einen genialen Wurf abzuliefern wie vor zehn Jahren. Und was soll ich sagen? Ja, er hat es geschafft!! :D
Es ist eine wunderbare Folge, es macht so viel Freude, sie anzusehen!

Über den gesamten Stil von Kraume kann ich nur Positives sagen. Immer wieder zeigt er schöne Nahaufnahmen der Darsteller, es gibt keine hektischen Schnitte und ruckeligen Kamerafahrten wie zum Beispiel in Das Wunder von Wolbeck, wo man manchmal gar nicht wusste, wie einem geschah. Die filmische Umsetzung ist eine ganz runde Sache, man kann sich zurücklehnen und die tollen Bilder genießen, ohne sich durch irgendetwas gestört zu fühlen.

Die Story ist skurril aber passt grandios nach Münster. Es gibt herrliche Witze in der Geschichte, Sachen, mit denen man absolut nicht rechnet und über deren liebevollen Einfallsreichtum man sich in dem Augenblick unglaublich amüsieren kann. Natürlich sind auch viele Gags untrennbar mit den Darstellern verbunden, aber es kommt einem nie billig vor, nie wie ein ärgerlich unnötiger Kalauer, der nur für den schnellen Quotenlacher eingesetzt wurde und der einem (wie z.B. in Summ summ summ, die absolut unterirdische Zeichnung der Figur Boerne) das Lachen im Halse stecken und einen stattdessen die Zähne zusammenbeißen und die Augen aus Frust zukneifen lässt.



Zu den Hauptdarstellern:
Mir persönlich ist in einem Tatort immer wichtig, wie Thiel und Boerne miteinander umgehen. Wenn sie sich gegenseitig das Leben zur Hölle machen und sich gar in den Rücken fallen (hier möchte ich mal Herrenabend und Wolfsstunde als größte Negativbeispiele anbringen), ist der Tatort für mich eine grandiose Enttäuschung. Aber Lars Kraume ist sich dahingehend selbst treu geblieben und hat das Verhältnis der beiden Protagonisten so angelegt wie damals schon – gewürzt mit neckenden Sticheleien und herrlichen Beleidigungen, aber durchweg an einem Strang ziehend. Die gegenseitige Wertschätzung, die sich ja vor allem Thiel niemals anmerken zu lassen versucht, ist trotzdem zu spüren. Absolut schön!

Diese Folge ist meiner Ansicht nach rund um Frank Thiel gestrickt, es ist eine intensive Thiel-Folge. Er muss viel leisten, er muss wirklich allerhand mitmachen und einstecken, aber er macht das wunderbar.
Boerne ist diesmal mehr im Hintergrund, weniger präsent. Natürlich immer zur Stelle, wenn es wichtig ist, immer, wenn es notwendig wird, mit guten Ideen und Einfallsreichtum am Start. Er ist souverän, ernst zu nehmen und einfach herrlich trocken. Und er hilft Thiel und steht zu ihm, ungeachtet dessen, was dem Kommissar für Steine in den Weg gelegt werden. Natürlich sorgt auch er in seiner unnachahmlichen Art für ein paar spektakuläre Brüller, aber sie machen wirklich Spaß und sind im Gegensatz zu einigen der letzten Episonden nicht unerträglich peinlich, sondern zum Genießen. Es ist wirklich toll, wie die beiden gezeichnet sind!


War es Staatsanwältin Klemm, die in Summ summ summ herrliche Szenen hatte, ist es diesmal Vaddern, der aufblühen darf und aus allen Nebendarstellern heraussticht. Herbert Thiel ist einfach wunderbar dargestellt und hat für ein paar der größten Lacher gesorgt!
Einziger, wirklich einziger Kritikpunkt der gestrigen Episode: meine geliebte Alberich ist zu kurz gekommen. Das war damals in Sag‘ nichts schon so, und ich habe es auch diesmal wieder so empfunden. Speziell für Wortgefechte zwischen Frau Haller und ihrem Chef war praktisch keine Zeit. Das hat mir gefehlt und das habe ich vermisst, sind die beiden mit ihrem einzigartigen Verhältnis doch mein absolutes Traumpaar im Tatort.
Aber das war wirklich der einzige Wehmutstropfen des Abends.

Das i-Tüpfelchen des Kinoerlebnisses dagegen war sicherlich die Tatsache, dass tatsächlich zum ersten Mal in der Geschichte des Münster Tatorts das gesamte Ensemble bei der Premierenfeier anwesend war. Es ist einfach wunderbar, all diesen Schauspielern einmal so nah gegenüberzustehen. Besonders Axel Prahl war gut gelaunt und hat im Kinosaal durch seine lockeren Witze einen Lachflash nach dem anderen provoziert.


Nach der Vorstellung hatten wir dann das riesige Glück, noch ein wenig mit Jan Josef Liefers plaudern zu können, der ja speziell Kathrin und Daniela vom Autorenteam (ok, und mich seit dem Konzert in Gütersloh auch) schon kennt und eine ganze Weile zu uns gekommen ist. Das war wohl das Sahnehäubchen. :D

Fazit: Ein rundum gelungener Abend, ich kann meine Begeisterung kaum in Worte fassen!


Und hier zum Abschluss noch ein paar Fotos, bis auf das letzte von mara_thoni bzw. ihrem Partner geschossen.


Die 'Abgesandten' ;o) des Autorenteams: Daniela, Kathrin und ich (von rechts nach links)
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Unterwegs in Münster...
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Vor dem Podium tobte der Fotografenkrieg... es war die Hölle los
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Ein Kuchen zum Jubiläum
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Prahl macht seine Scherze nach der Vorstellung
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Mir wurde der "Ehrenhammer" für meine Verdienste am Previewkartenkauf verliehen... *lol*  Grandiose Idee, danke Daniela!

Comments

cricri_72
28. Mär 2014 17:23 (UTC)
Super, das klingt doch sehr vielversprechend! Und super, daß Du es geschafft hast, eine absolut spoilerfreie und trotzdem sehr aussagekräftige Beschreibung abzugeben :)

Ich freu' mich schon sehr!!! Leider werde ich wohl nicht live mitkommentieren können, weil ich in größerer Gesellschaft schaue, aber dafür kann ich mich dann ja mehr auf den Film konzentrieren ;)

Für Euch war das natürlich auch eine tolle Sache, Vorpremiere mit der gesamten Belegschaft, was will man mehr. Und die große Kinoleinwand, das würde mich ja auch mal reizen.

P.S. Das ist ein schöner neuer Header, den Du da hast. Aber Thiel sieht echt immer mehr wie mein Opa früher aus ... das beunruhigt mich langsam ;)

Edited at 2014-03-28 17:24 (UTC)
baggeli
28. Mär 2014 19:30 (UTC)
Super, das klingt doch sehr vielversprechend!
Wie gesagt, alles rein meine Ansicht. Hab ich ja auch immer wieder und wieder betont. Aber ich habe die Vorstellung sehr genossen! :D

Und super, daß Du es geschafft hast, eine absolut spoilerfreie und trotzdem sehr aussagekräftige Beschreibung abzugeben :)
Naja, was heißt aussagekräftig... aber ich ärgere mich so über Tittelbach beispielsweise, die plärren alle so viele Details der Handlung in die Weltgeschichte, das finde ich doof! Deshalb eine sehr allgemein gehaltene Schwafelei. Aber da wir ja irgendwie alle hier Thiel und Boerne-Fans sind, dachte ich, das ist das, was euch interessiert. Auch, wenn es natürlich sehr persönlich eingefärbt und durch die Premierenstimmung und Euphorie sicher mehr als sonst durch die rosa Brille gesehen ist. :D
Ist halt wirklich eine ganz eigene Stimmung bei so einer Veranstaltung. :D

Das ist ein schöner neuer Header, den Du da hast
Ich finde das Bild auch total schön, deshalb musste ich das einfach mal verwursten... ^^
Und ich bin der Meinung, gerade am Hemdkragen/Hals (und im Gesicht generell) sieht man deutlich, dass Liefers abgenommen hat. Finde ich generell gut, wenn er es denn halten kann... blöd ist immer, wenn dann nach einem halben Jahr noch 10 kg mehr drauf sind.
Dann hattest du aber einen optisch sehr sympathischen Opa :D


cricri_72
1. Apr 2014 14:19 (UTC)
Wie gesagt, alles rein meine Ansicht.
Klar, aber das ist doch trotzdem schon mal ein gutes Zeichen, selbst wenn Du durch die Premierenstimmung ein bißchen positiver geurteilt haben solltest. Vor allem, weil mir ja auch die Beziehung zwischen den Personen wichtiger ist als die Plausibilität des Falls, ich denke, wir achten da schon auf ähnliches.

Dann hattest du aber einen optisch sehr sympathischen Opa :D
Finde ich schon :) Aber es ist nicht gut, wenn ich beim Versuch eine Liebesszene oder gar Sexszene zu schreiben, an meinen Opa denken muß ;) Ein Glück, daß ich beim beim Schreiben normalerweise keine Bilder im Kopf habe *puh*

baggeli
1. Apr 2014 16:45 (UTC)
Aber es ist nicht gut, wenn ich beim Versuch eine Liebesszene oder gar Sexszene zu schreiben, an meinen Opa denken muß ;)
*lol*

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