?

Log in

No account? Create an account

zurück | vor

Ich habe den heutigen Nachmittag in Dormagen in einem (ziemlich hässlichen *hust*) Krankenhaus verbracht und gefühlte 15 Stunden mit anderen Komparsen auf meinen Einsatz gewartet. Und tatsächlich war ich dann irgendwann an der Reihe und durfte zwei Szenen mitdrehen. Aber ich fange am besten mal am Anfang an....


Da ich gern überpünktlich bin und der Verkehr nicht der Rede wert war, bin ich letztendlich entschieden zu früh am Drehort eingetroffen. Aber das war mir egal, so hatte ich Zeit genug, eine Weile auf dem Krankenhausgelände rumzukurven, um einen Parkplatz zu finden. Aber irgendwie war alles voll und ich bin letztendlich auf dem nebenan liegenden Parkplatz einer großen Schule untergekommen. (Dort zu parken war eine sehr weise Entscheidung, im Nachhinein betrachtet. Bei allen Krankenhausparkplätzen war die Parkdauer nämlich mit Parkscheibenpflicht auf drei Stunden begrenzt und ich hab‘ weiß Gott länger gebraucht, bis ich wieder am Auto war.)


Auf dem Weg außen am Krankenhaus vorbei zur gestern schon ausfindig gemachten Basis bin ich dann nach 50 Metern am Catering-Wagen vorbeigekommen. Und da standen neben vielen Crewmitgliedern u.A. doch tatsächlich auch Axel Prahl und Jan Josef Liefers in der Mittagssonne. In dem Moment hatte ich schon ziemlich Spaß, denn Jan war dort mit Schlappen, schwarzer (wie es aussah, Anzug-)Hose unter und Sweatjacke über dem hinten offenen OP-Hemd unterwegs und hatte sein Mittagessen in der Hand. Sah echt gut aus... *lol*

Ich habe mich trotz des interessanten Anblicks aber nicht aufgehalten sondern bin brav weitermarschiert zur Basis - nur, um von dort sogleich zum Catering zurückgeschickt zu werden, mit der Info, dass sich heute total viel im Drehplan geändert hätte und dort derjenige sitzen würde, der über alles Bescheid wissen und mich einweisen würde.


Also bin ich bin tapfer zurück zum Catering gestapft und hab‘ mir letztendlich erfolgreich meinen Ansprechpartner Lukas gesucht. Er hat schnell zu Ende gegessen und mich anschließend noch kurz allein gelassen, um etwas mit seinen Kollegen zu besprechen. Diese Pause habe ich benutzt, um dem JJL-Autorenteam von Boernes Dienstkleidung zu berichten und ein aus mehreren Kehlen gebrülltes *lol* und FOTOOOO ließ mein Handy dauervibrieren. Aber dort, zwischen den vielen Menschen, hätte ich niemals dumm rumgeknipst.

Nach wenigen Minuten dann kam Lukas auch schon zurück und hat mich mitgenommen.

Jan stand noch die ganze Zeit an der Theke des Wagens, aber er hat mich nicht bemerkt, als ich da so an den Bierbänken saß. Und ich habe den Teufel getan und auf mich aufmerksam gemacht. Sowas ist mir dann entschieden zu doof, erst recht, wenn so viele seiner Kollegen drumherum stehen.


Zusammen mit zwei Männern, die Polizisten spielen sollten, wurde ich von Lukas mit zum Krankenhaus genommen. Die Gesetzeshüter bekamen ihre Uniformen unten am Garderobenwagen, ich hingegen wurde weitergeführt und erhielt meine grüne OP-Kleidung im zweiten Stock des Krankenhauses auf der Station, auf der auch der Aufwachraum lokalisiert war, in dem ich heute tätig sein sollte.

Wie ich beim Umziehen erfuhr, sollte noch eine weitere Krankenschwester kommen und wir beide sollten zwei Patienten versorgen, die neben Boerne im AWR liegen würden.
Dann wurde ich in eine Sitzecke gelotst und sollte mich etwas gedulden. (etwas… ein sehr dehnbarer Begriff. *lol*)

Meine Kollegin tauchte auch bald bei uns auf, ebenso wie ‚unsere‘ zwei Patienten und die beiden inzwischen fertig ausstaffierten Polizeibeamten. Mit mir gleichzeitig angekommen war noch ein Apotheker und wir flegelten nun gemeinsam in der Sitzecke herum und taten genau das, was uns so nett aufgetragen worden war. Wir geduldeten uns. ^^

(Ich lüge nicht, wenn ich sage, wir brauchten viiiieeeel Geduld... aber alle waren gut drauf und wir haben uns angeregt unterhalten und so verging die Zeit wie im Flug. ^^)



Es war uns zwischendurch gezeigt worden, wo ein kleiner Getränkestand aufgebaut worden war, und als ich die lustig schwatzende Truppe einmal kurz verlassen habe, um mir einen Kaffee zu holen, saß Jan Josef Liefers mutterseelenallein in (nicht Anzug- sondern) Jogginghose und OP-Hemd auf dem Flur und spielte an seinem Handy herum. Er hockte nur wenige Meter neben dem Kaffeestand und dann habe ich auch einfach alle Scheu abgelegt und bin zu ihm hinmarschiert. Immerhin hat er mich in diesem Monat schon zwei Mal gesehen, mittlerweile kennt er mich ja wirklich.

Wir haben uns nett unterhalten, und als ich den Fehler gemacht und ihm erzählt habe, dass vor allem unsere gemeinsame Bekannte Julia ein OP-Hemd-Foto sehen möchte, ist er gleich aufgesprungen und hat gerufen „Komm, machen wir!“
Ich habe ihm dann klarzumachen versucht, dass sie ein Foto von ihm meinte und ich der Meinung bin, dass Bilder nicht unbedingt an Qualität gewinnen, wenn ich mit draufstehe, aber er hat mich nicht davonkommen lassen. „Kommt gar nicht in Frage“ dürfte der ungefähre Wortlaut gewesen sein, *schwupps* wurde ich am Arm gepackt, im wahrsten Sinne des Wortes ins rechte Licht gerückt und nach ein paar Versuchen in dem dunklen Flur war Herr Liefers dann schließlich mit sich, mir und dem Bild zufrieden. *lol*

Nachdem er sich auf eine Aufnahme geeinigt hatte, hat er mich gefragt, ob er sie mir schicken soll, aber ich hatte praktisch keinen Empfang in diesem Krankenhaus. Ich habe ihm dann gesagt, er solle das Foto an Julia senden, für die war es ja schließlich auch bestimmt. Sie würde es mir sicher weiterleiten (was sie natürlich auch gleich getan hat).


Wir hatten es uns gerade wieder gemütlich gemacht - so gemütlich man es sich auf einem vollgestellten, dunklen, warm-stickigen Krankenhausflur machen kann - als Anna zu uns stieß, eine junge Frau, die Boernes Ärztin spielt (und mit der ich, wie sich dann später herausstellen sollte, meine beiden Szenen drehen würde.)
Insgesamt haben wir vielleicht eine Viertelstunde geschwatzt. Und ich glaube, er hätte auch noch länger mit mir erzählt, aber plötzlich kam eine Maskenbildnerin auf Jan zugestürmt und erklärte ihm, dass er jetzt an der Reihe sei und sich auf der Stelle umziehen müsse, weil nun eine Außenszene anstehen würde. Da war er etwas verblüfft (um nicht zu sagen unwillig; nein unwillig ist vielleicht zu hart ausgedrückt, ich sag' mal: er schien nicht so ganz begeistert und auf jeden Fall auch verwundert). Ich hab‘ mich dann mal schnell vom Acker gemacht, in der jäh ausbrechenden Hektik wollte ich nicht im Weg stehen.


Es dauerte bei uns Komparsen noch ein paar Minuten länger, aber schließlich wurde es auch bei uns das erste Mal spannend. Der Apotheker und die Polizisten wurden abgerufen für den Außendreh, die Polizisten sollten den Mörder verhaften. Die Vorbereitungen und der letztendliche Dreh haben insgesamt sicher eine Stunde gedauert, das zog sich. Leider konnten wir die Szene nicht beobachten, obwohl wir da oben im zweiten Stock eigentlich eine gute Aussicht hatten. Aber es stand ein Gebäude im Weg, wir konnten immer nur das Blaulicht sehen, das sich in den Fenstern der umliegenden Gebäude spiegelte. Schade eigentlich.

Schließlich lief Jan, der für die Aufnahmen im dunklen Pyjama und schwarzem Bademantel (nicht im peinlichen Kimono!! YES!!!) unterwegs gewesen war, unter unserem Fenster durch, um in seinem Wohnwagen wieder in das OP-Hemd zu schlüpfen und dann waren auch wir endlich an der Reihe. Bzw. nur meine Kollegin, ein Patient und ich; das junge Mädel, das sich seit morgens zehn Uhr am Set geduldet hatte, um eine Polizistin zu spielen und dann auf eine Patientin umgebucht worden war, war nun schließlich in Krankenschwesternkleidung gesteckt worden und kam tatsächlich erst nach uns an die Reihe… was für ein Tag, sie tat mir echt leid. Warten auf den Einsatz von zehn bis nach achtzehn Uhr ist schon echt heftig…


Nun, es war keine Zeit für Bedauern, es ging Schlag auf Schlag. Ich wurde von Kiki, einer energischen aber dabei supersympathischen Frau, die die Komparsen einwies, neben Anna an meine Position gestellt und los ging‘s. Nach einer ganz kurzen Erklärung (ehrlich gesagt, praktisch gar keiner) mussten wir sehen, wie wir klarkamen.


An sich sollte Anna links von mir vorangehen und ich hinter ihr her, aber ich sollte ihr dann die Tür zum Aufwachraum öffnen. Und das klappte so nicht besonders gut, rein vom Platz her. Der Türgriff war auf ihrer Seite, ich musste mich an ihr vorbeidrängen, um die (schwere) Tür aufzuwuchten. Wir haben das spontan umentschieden und beim nächsten Mal bin ich vorweg marschiert. So ging es viel besser, ich konnte genug Schwung holen, um die olle schwere Metalltür ordentlich aufstoßen zu können, und alles lief viel runder.

Da es keine Proteste vom Regisseur gab (der meinen Namen wusste, ich hab' mich schon etwas erschreckt, als er den so plötzlich durch den ganzen Flur rief), haben wir das dann einfach so gelassen. Die Kamera war hinter meinem Rücken, es wurde über meine Schulter durch die Tür in den Aufwachraum gefilmt, in dem meine Kollegin ihren Patienten versorgte, während die Ärztin nach ein paar Worten zu mir auf Boerne zusteuern und ich dezent aus dem Bild verschwinden sollte. Es brauchte ein paar Proben, bis die Betten so im Raum standen, dass die Kamera alles gut im Visier hatte und der Weg der Ärztin so ausklamüsert war, dass sie Jan im Bett nicht komplett verdeckte, während sie auf ihn zuging. Und dann begannen die Aufnahmen.
Ich glaube, drei oder viermal haben wir das durchgespielt, dann war der Regisseur zufrieden mit der Art und Weise, wie Anna das abgeliefert hatte. Was wir Komparsen so gemacht haben, schien ziemlich egal zu sein, ehrlich gesagt. *lol* Wegen uns wurde an dem Tag jedenfalls nichts wiederholt.

Dann wurden wir Krankenschwestern rausgelotst und es hieß, es würde eine Weile dauern, bis wir noch einmal an die Reihe kämen. Wir sind dann zurück in der Sitzecke glücklich auf einen kleinen Tisch zugestürmt, auf dem Kuchen und Süßigkeiten standen. Boah, da haben wir uns dankbar drüber hergemacht! Nach so vielen Stunden nur mit Wasser, Saft und Kaffee knurrte uns echt der Magen. Aber ich hatte mein MilkyWay noch nicht aufgegessen, da wurde ich schon wieder reingerufen. Hetze! *lol*

Ich habe dann ein tolles lila Mützchen aufbekommen und musste mich wieder an die Tür des AWR stellen. Dann sollte ich, während Anna mit Boerne sprach, in den Raum latschen und den Patienten im zweiten Bett irgendwie versorgen. Wieder einmal sagt Anna etwas zu mir und ich sollte nicken und dann rollt sie Boerne mit dem Bett aus dem Raum. Ok, ein paarmal geprobt, gedreht, kein Problem. Ich hatte mir noch schnell von jemandem von der Crew eine Armbanduhr ausgeliehen, um meinem Patienten den Puls zu fühlen. So hatte ich wenigstens etwas in der Hand, ich hätte sonst nichts an ihm machen können, die Infusion stand auf der anderen Seite des Bettes, da konnte ich nicht dran fummeln. ^^
Auch hier hat es ein paar Versuche gegeben, vor allem, weil Anna Schwierigkeiten damit hatte, das Bett mit Jan drin aus dem Raum zu fahren, ohne mit der Wand oder anderen Möbeln zu kollidieren. Es hat ein paarmal ordentlich gescheppert, die hatten eine ziemliche Gurke, die fuhr wohl nicht besonders gut. *lol* Aber irgendwann hat es dann geklappt. :D


Eins steht fest: wenn es diese beiden Szenen je in den Film schaffen sollten, schlage ich wahrscheinlich die Hände vor dem Gesicht zusammen; ich habe mich mit Sicherheit so steif bewegt wie ein Roboter (die Schuhe waren zu groß, sie hatten mir 42 statt 41 besorgt und ich bin ständig rausgeschlappt) und mache unter Garantie das blödeste Gesicht aller Zeiten. Aber: einmal sieht man mich wenn, nur von hinten, bzw. wahrscheinlich nur meine Haare, da ist es furzegal. Und beim anderen Mal liegt der Fokus ja auf Boerne und der Ärztin. Da bin ich, wenn überhaupt, sicher nur unscharf im Hintergrund zu erahnen, und dann ist der Gesichtsausdruck wohl ziemlich egal. *lol* Schande…. ^^ Trotzdem, in dem Moment wäre ein Mundschutz doch von Vorteil gewesen... *lol*


Ja. Interessante Erfahrung insgesamt. Ich habe zu Jan gesagt, er müsse ein verdammt geduldiger Mensch sein, wenn er sich jeden Tag so etwas antut. Sein Kommentar dazu war, dass ihm das generell nicht viel ausmacht, aber dieses Sch***-Krankenhaus könne er bald nicht mehr sehen. Und ich kann ihn verstehen, es ist wirklich nicht besonders attraktiv. Da über Tage immer wieder stundenlang rumsitzen zu müssen, macht sicherlich nicht viel Spaß. Wäre er wohl doch besser Gynäkologe geworden, wie er mir erzählt hat, als er mitbekommen hat, dass ich in der Kölner Uni in der Frauenklinik arbeite. Aber nur mit edler Privatpatientenpraxis, sonst säße er ja wieder im Krankenhaus. *lol*

Hier noch ein paar Schnappschüsse vom Tag.

Wohnmobil
Jan vor Axels Wohnmobil
Aufwachraum
Der Aufwachraum, nachdem der Dreh durch war
Baggi
Das einseitig unfreiwillige Foto. *lol*

Comments

baggeli
1. Apr 2014 16:42 (UTC)
*lol*
Ja, Jan sieht niedlich aus, finde ich auch. Der Rest ist blöd wie immer. Ich weiß schließlich, warum ich um Fotoapparate einen großen Bogen mache. ^^

Und abwechslungsreich war es, aber auch laaaannng. Aber die Leute waren nett, deshalb hat es Spaß gemacht.

Latest Month

April 2018
S M T W T F S
1234567
891011121314
15161718192021
22232425262728
2930     

Tags

Gehostet von LiveJournal.com
Designed by Tiffany Chow