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Schuss vor den Bug

Genre: Nachdenklichkeit, Angst, h\c
Wortrtanzahl: 3000
AU zu Mord ist die beste Medizin
Zusammenfassung: Thiel war der Magen schlagartig in die Kniekehle gerutscht. Innerhalb einer Sekunde war der gesamte Frust der letzten Zeit vergessen, er konnte nichts anderes tun, als wie paralysiert auf seinen Kollegen zu starren, während seine Gedanken rasten.
Nicht für eine Sekunde war ihm in dem Sinn gekommen, dass hinter Boernes stationärem Aufenthalt etwas wirklich Ernstes stecken könnte.
A.N.: Mord ist die beste Medizin beschäftigt mich, seit ich zum ersten Mal davon gehört habe. Noch mehr natürlich, seit Mara_Thoni und ich je einen Tag daran mitgedreht und uns über unsere Beobachtungen ausgetauscht haben.
Der Film bietet sicherlich verdammt viel Potential für DramaQueen!Boerne, was mir natürlich überhaupt nicht gefallen würde... ich hoffe wirklich sehr, sie übertreiben es nicht. Meiner Meinung nach würde das einfach nicht passen. Wenn es ihm schlecht geht, wie zum Beispiel nach Susis Tod in Zwischen den Ohren, kriegt er ja auch die Zähne nicht auseinander.
Tatsache ist aber, der Grund für seine Einlieferung ins Krankenhaus ist eins dieser Dinge im Leben, die von einer Sekunde auf die andere alles relativieren und pulverisieren und einfach nur lähmen. Ich habe diese Angst nun schon mehrfach mitgemacht, bei mir selber, im engsten Familien- und Freundeskreis... das haut jeden um. Den, den es betrifft und ebenso die, die demjenigen nahestehen. Zumindest meiner Meinung nach. Dehalb diese Beobachtung, die vielen schlicht bescheuert oder auch unerträglich vorkommen mag, das kann gut sein. *schulterzuck*
Ihr müsst es ja nicht lesen.
Kein Beta, nur am Handy entstanden und am Tablet hochgeladen, deshalb wahrscheinlich voll mit (noch mehr) Fehlern (als sonst), die mir auf den kleinen Bildschirmen einfach nicht aufgefallen sind



"Nadeshda, den Anruf hätten Sie sich sparen können! Ich hab’ doch... Boah, KACKE!!" Statt seinen Satz zu Ende zu sprechen, riss Thiel das Handy vom Ohr und bremste wie ein Wahnsinniger. Gerade noch rechtzeitig kam er zum Stehen und verhinderte buchstäblich in letzter Sekunde einen Zusammenstoß mit einer Rentnerin, die quer über Radweg schlich, ohne auch nur einmal nach rechts oder links zu blicken.

Obwohl er keinen halben Meter neben ihr auf einem Bein hüpfend einen ungelenken Ausdruckstanz aufführte, um nicht mitsamt seinem Rad äußerst unelegant umzukippen, hatte die alte Dame nicht einmal bemerkt, wie knapp sie einer Kollision entgangen war. Sie schlurfte ahnungslos Schritt für Schritt weiter, ohne etwas von ihrer Umgebung wahrzunehmen.

Nachdem er endlich sein Gleichgewicht wiedergefunden hatte, blickte Thiel ihr noch für einen Moment ungläubig hinterher. Dann wechselte er mit einem ergebenen Kopfschütteln das Mobiltelefon in die andere Hand, stieg etwas unbeholfen wieder in den Sattel und setzte seine Fahrt fort.
Noch während er das Handy wieder anhob, drang schon Nadeshdas irritierte Stimme an sein Ohr und er beeilte sich, sie zu unterbrechen.
"Ja, sorry, ich bin noch da. Hätte hier fast 'ne Oma über den Haufen gefahren." Er wartete die Antwort gar nicht ab, sondern knüpfte übergangslos an den Satz an, bei dem er unterbrochen worden war. "Ich hab von dem Thema keine Ahnung, das muss Frau Klemm doch klar sein!“ Er wusste, dass er genervt klang, obwohl es wirklich nicht richtig war, dass Nadeshda seine schlechte Laune abbekam. Trotzdem grummelte er noch ein verdrießliches: "Fragen Sie Frau Haller, die wird uns ja hoffentlich helfen!" hinterher.

Der Straßenlärm störte das Gespräch zwar empfindlich, aber Nadeshdas Frustration war ebenfalls nicht zu überhören, als sie ihm zu verstehen gab, dass Frau Haller Boernes Vorlesungen übernommen hatte und deshalb den halben Tag nicht erreichbar sei. Und damit nicht genug; mehr als mürrisch hielt sie ihm vor, dass sie Frau Klemms ungeduldige Standpauke allein über sich hatte ergehen lassen müssen, weil er mit dem Rad durch die Weltgeschichte gondeln würde, statt ihr im Büro zu helfen.


Thiel verzog das Gesicht, als der Zorn der jungen Frau über ihn hereinbrach. Aber er hörte sie an, ohne sie zu unterbrechen, denn sie hatte ja Recht… er war nun mehr als zwei Stunden unterwegs gewesen, für verdammt nochmal nichts und wieder nichts.

Dieser Fall war ein echter Krampf. Und als wäre es nicht schon ärgerlich genug, dass sie praktisch mit leeren Händen dastanden und nur ein zehnjähriges Mädel mit einer überschäumenden Fantasie als Zeugin in einem Mordfall hatten, hatte Boerne nichts Besseres zu tun gehabt, als sich von jetzt auf gleich selbst ins Krankenhaus einzuliefern. Wohl, weil irgendein Blutwert nicht ganz der Norm entsprach, wenn Thiel denn das Fachchinesisch richtig verstanden hatte. Und das, obwohl er ihnen in den Tagen zuvor topfit und anstrengend wie immer auf den Geist gegangen war! Das hätte doch nun sicher noch ein paar Tage Zeit gehabt, aber offensichtlich beschäftigte er sich lieber damit, das Pflegepersonal in den Wahnsinn zu treiben, als Nadeshda und ihm bei dieser undurchsichtigen Sache zu helfen.

Während er sich noch seinem Frust hingab, kam ihm eine Idee.
"Fragen Sie Boerne." Er bremste sein Rad etwas ab und nahm mit einem gewagten Schlenker eine enge Kurve. "Krankenhaus hin oder her, er lässt sich garantiert von Frau Haller auf dem Laufenden halten, so neugierig wie er ist."
Wenn Sie dem Professor das Gefühl vermittelten, dass sie ohne ihn nicht klarkamen, würde er ihnen bestimmt einen ellenlangen Vortrag über ihre Ahnungslosigkeit halten, etwas anderes ließ sein Ego gar nicht zu. Zwar würde das keinen großen Spaß machen, aber einen überheblichen Monolog von Boerne zu ertragen und dabei die nötigen Antworten zu bekommen, war immer noch besser, als von der Staatsanwältin wegen ihrer Unwissenheit unangespitzt in den Boden gerammt zu werden.

Doch Nadeshdas entnervtes: „Ich habe ihn schon fünfmal angerufen, er geht nicht ran“, pulverisierte den gerade erst in ihm aufsteigenden Stolz über diese grandiose Idee so effektiv wie eine abstürzende fünf-Zentner-Betonplatte einen ungeschützten Fuß. Müde stöhnte er auf.

Doch er richtete sich in seinem Sattel etwas auf, als sich in seinem Hinterkopf mit einem Mal eine verschwommene Erinnerung formte. „Ich glaub‘, der hat gestern irgendwas von einer Untersuchung gefaselt, die er heute gegen elf hat... darum konnten Sie ihn bestimmt nicht erreichen.“ Thiel nahm kurz das Handy vom Ohr und warf einen Blick auf seine Armbanduhr. „Damit müsste er aber bald fertig sein." Er fasste einen kurzfristigen Entschluss. "Wissen Sie was, Sie gehen einen Happen essen und ich fahre jetzt schnell in der Sanusklinik vorbei und schnappe ihn mir. Bin eh grad in der Nähe. Ich ruf‘ Sie an, sobald ich was weiß, ok?“

Wie erwartet stimmte Nadeshda diesem Vorschlag sogleich enthusiastisch zu. Sie war sicher nicht scharf darauf gewesen, den hochmütigen Professor um Hilfe zu bitten und sah es offenbar als ausgleichende Gerechtigkeit an, dass Thiel nun in den sauren Apfel beißen wollte, nachdem sie schon den Kopf bei Frau Klemm hatte hinhalten müssen. Er konnte es ihr nicht verdenken.


Zehn Minuten später hatte er sein Rad vor der Klinik angeschlossen und schritt nun zügig den Flur entlang, auf dem Boernes Zimmer lag. Eine hübsche, dunkelhaarige Ärztin mit einer Akte in den Händen kam ihm entgegen und lächelte ihn an. Er kannte sie schon vom Vortag und  grinste zurück, als er sich daran erinnerte, wie sie zeitgleich mit ihm hinter dem Rücken des sich gerade über irgendwas echauffierenden Professors die Augen verdreht hatte. Dementsprechend war er absolut sicher, dass sie genau wusste wen er meinte, als er fragte: „Ist er da?“
Sie nickte bestätigend. „Ja, ich habe ihn vor fünf Minuten zurück ins Zimmer gebracht.“
„Na wunderbar!“ Thiel rieb sich die Hände. Wenigstens einmal Glück heute. Die Ärztin lächelte nochmals, dann war sie auch schon an ihm vorbeigeeilt.
Vor der Tür des Professors angekommen, klopfte er kurz, trat in den Raum - und kam abrupt zum Halt, als sein Blick völlig unerwartet auf eine junge Krankenschwester fiel, die über einen reglos daliegenden, leise stöhnenden Boerne gebeugt stand.

Für einen Moment konnte Thiel gar nicht glauben, was er sah. Betroffen nahm er den Anblick in sich auf: Boernes angespanntes Gesicht, die zugekniffenen Augen, die Infusionsflaschen über dem Bett... und war das etwa ein OP-Hemd, das sein Kollege da trug?

Er hatte unwillkürlich einen Schritt zurück gemacht, doch die Schwester, die bei seinem Eintreten aufgeblickt hatte, winkte ihn heran und lächelte ihm freundlich zu. "Bleiben Sie ruhig hier. Ich muss nur noch eben das Schmerzmittel anschließen, dann bin ich fertig."
Damit machte sie sich wieder an der Nadel in Boernes Handrücken zu schaffen und wandte sich erneut dem Mann im Bett zu: "Die Infusion läuft nicht so gut, Sie müssen den Arm ganz ruhig halten, ok?" Sie bewegte Boernes Hand so lange hin und her, bis die kleine Flasche, die sie angeschlossen hatte, zügig tropfte, plapperte dabei fröhlich weiter: "Keine Sorge, der Eingriff ist bald vergessen. Jetzt drücken wir ganz kräftig die Daumen, dass sich in der Probeentnahme nichts Bösartiges findet und dann sind Sie ruckzuck wieder zu Hause."

Boerne gab ihr keine Antwort, er war offensichtlich noch total weit weggetreten; Thiel dagegen war der Magen schlagartig in die Kniekehle gerutscht. Innerhalb einer Sekunde war der gesamte Frust der letzten Zeit vergessen, er konnte nichts anderes tun als wie paralysiert auf seinen beunruhigend blassen Kollegen zu starren, während seine Gedanken rasten.
Nicht für eine Sekunde war ihm in dem Sinn gekommen, dass hinter Boernes stationärem Aufenthalt etwas wirklich Ernstes stecken könnte. Aber eigentlich hätte es ihm klar sein müssen, Boerne würde niemals freiwillig ins Krankenhaus gehen! Er ließ doch normalerweise niemanden an sich heran, außer Frau Haller...
Die plötzliche Erkenntnis, dass sein Kollege tatsächlich schwer krank - ja, sogar lebensbedrohlich krank sein könnte, hatte ihn völlig kalt erwischt. Er schaffte nur gerade so, ein tonloses "Alles klar", zu murmeln, als die Schwester sich mit dem Hinweis, später noch einmal zurückzukommen an ihm vorbeiquetschte. Hilflos schaute er ihr hinterher, als sie aus dem Zimmer verschwand; doch als die Tür ins Schloss schlug, drehte er sich zum Bett zurück.


Der Professor hatte die Augen immer noch fest zugekniffen und wirkte ganz angespannt. Thiel machte einen verhaltenen Schritt auf ihn zu, ließ dabei seinen Blick über das schweißglänzende, in den letzten Monaten so schmal gewordene Gesicht schweifen - und seine Besorgnis nahm immer mehr zu. Wie dünn Boerne geworden war, fiel ihm jetzt, wo er hier so blass in den weißen Kissen lag, ganz besonders auf. Er war immer davon ausgegangen, sein Kollege hätte bewusst abgenommen und hatte ihn heimlich sogar ein Stück weit bewundert wegen seiner Disziplin… aber vielleicht steckte etwas ganz anderes hinter diesem Gewichtsverlust? Etwas viel schlimmeres? Probeentnahme… bösartig….  Er schluckte schwer, weil ihm immer und immer wieder nur ein einziges Wort durch den Kopf wirbelte: Krebs. Was, wenn Boerne wirklich Krebs hatte??

Thiel war wie vor den Kopf geschlagen, dabei war er doch gar nicht selber betroffen. Gleichzeitig konnte er nicht fassen, dass sein Kollege sich praktisch nichts hatte anmerken lassen. Gut, er war schon extrem anstrengend gewesen, noch schlimmer als sonst... aber das kam ja immer mal vor.
Abgesehen davon war Thiel wirklich nichts aufgefallen, dabei musste Boerne sich doch schrecklich fühlen in seiner Ungewissheit.

Er seufzte leise, als er sich fragte, warum zum Teufel der Rechtsmediziner nichts gesagt hatte. Gelegenheiten genug hätte es gegeben, sie hatten sich mehrfach gesehen. Boerne hatte seine Gegenwart regelrecht gesucht, wie ihm jetzt im Nachhinein auffiel, aus den fadenscheinigsten Gründen... aber verschlossen wie er nun einmal war, hatte er es letztendlich doch nicht über sich gebracht, einfach Klartext zu reden und zuzugeben, welche Sorgen ihn quälten.
Dabei kannten sie sich doch schon so lange.


Ein weiteres leises Stöhnen riss Thiel aus diesen Gedanken. Unsicher trat er näher an das Bett und verzog mitfühlend das Gesicht. „Mensch, Boerne... wird bestimmt gleich besser, die Schwester hat Ihnen was gegeben.“ Doch noch während er den Kranken unbeholfen zu beschwichtigen versuchte, stellte er fest, dass das nicht stimmte. Die Infusionen hatten aufgehört zu tropfen, weil der Professor die Hände zu Fäusten geballt hatte. So würden die Medikamente nicht wirken können.

„Boerne, der Tropf geht nicht, Sie dürfen die Hand nicht so abknicken", erklärte er deshalb leise. Aber sein Kollege reagierte in keiner Weise auf ihn.
"Boerne? Hören Sie mich?"
Doch das war anscheinend nicht der Fall, Boerne stöhnte lediglich ein weiteres Mal auf.
Das gequälte Geräusch reichte, um Thiel aus seiner Starre zu lösen. Zügig überwand er die letzten Meter zum Bett und nahm ohne lange zu überlegen Boernes kalte Hand in seine. Als Boernes zitternde Finger sich daraufhin sogleich um seine schlangen und sich an ihm festklammerten, sein gesamter Körper angespannt vor Schmerzen, zuckte Thiel allerdings betroffen zusammen.
„Hey... ganz ruhig!", stammelte er. "Das Zeug hilft bestimmt bald, ok?"

In einem solchen Zustand hatte er den sonst so energiegeladenen Professor noch nie gesehen, und er musste sich eingestehen, dass er sich einigermaßen überfordert fühlte. Doch er riss sich zusammen und bewegte Boernes Hand sacht im Gelenk hin und her, suchte die Position, in der die Nadel wieder durchgängig war. Zufrieden registrierte er schließlich, wie die Flaschen wieder zu tropfen begannen. „Na bitte. Geht doch", grummelte er zufrieden, während er sich behutsam aus Boernes Griff löste, doch fast unmittelbar krümmte der Professor sich wieder zusammen und die Infusion kam ein weiteres Mal ins Stocken.

„Boerne, Sie müssen stillhalten, hören Sie? Das wird sonst nix!“ Kurzentschlossen nahm Thiel die Hand erneut in seine und ließ sich vorsichtig auf der Bettkante nieder. Dort blieb er einfach sitzen, redete leise auf seinen Kollegen ein, wenn er unruhig wurde und hielt ihn dabei mit sanfter Gewalt fest, sodass die Nadel nicht mehr abknicken konnte.
Boerne ließ das geschehen, er leistete keinen nennenswerten Widerstand. Dazu war er gar nicht in der Lage, er war noch halb betäubt von der Narkose und nahm nicht wirklich wahr, dass Thiel bei ihm saß. Nur leider war er nicht so betäubt, dass er seine Schmerzen nicht spürte.


Glücklicherweise schien das Medikament in der kleinen Flasche recht potent zu sein. Thiel hatte noch keine Viertelstunde am Bett gesessen, als ihm auffiel, dass Boernes Züge sich glätteten und die Hand, die seine noch die ganze Zeit fast schmerzhaft umklammert hatte, sich entspannte. Er stöhnte auch nicht mehr so oft und seine fahrigen Bewegungen ließen nach.

Ein paar Minuten später war er tatsächlich zur Ruhe gekommen. Er schlief inzwischen fest, mit einem erleichterten Seufzen befreite Thiel seine Hand aus Boernes erlahmten Fingern. Dann nahm er die Decke unter seinen Armen hervor und zog sie ihm bis über die Brust. Durch die Schweißausbrüche war der Professor ganz kühl und klamm, etwas Wärme würde ihm bestimmt guttun.
Doch auf diese gutgemeinte Aktion hin begann Boerne sich zu regen. Er hatte wohl doch noch nicht richtig geschlafen, kniff nun die Augen wieder fester zu und murmelte etwas Unverständliches.


Ärgerlich über sich selbst schnappte Thiel schnell ein weiteres Mal nach seiner Hand und sprach erneut leise auf ihn ein, schließlich hatte das in den letzten Minuten auch gut funktioniert.
Dieses Mal allerdings nicht mehr, wie er feststellen musste, als der Professor mit einem erschöpften Seufzen den Kopf in seine Richtung drehte.

Thiel verstummte, als Boerne mühsam die Augen öffnete, ihn benommen anblinzelte und schließlich heiser flüsterte: „Thiel? Was wollen Sie denn hier?“ Es fiel ihm sichtlich schwer deutlich zu sprechen, die Nebenwirkungen der Schmerzmittel und wohl auch die noch längst nicht überwundene Narkose setzen ihm eindeutig zu.

Frau Klemms Zorn hin oder her, es war nun wirklich die letzte seiner Ideen, Boerne in diesem Zustand mit dem Fall zu behelligen. Deshalb zuckte Thiel mit den Schultern und lächelte ein wenig verkrampft, als er kurzentschlossen die Wahrheit etwas zurechtbog: „Ich dachte, ich schau mal bei Ihnen rein.“
Auf die Worte hin hob Boerne eine Augenbraue, aber die Bewegung war nur eine schwächliche Kopie seines patentierten Blicks, seine sonst so wachen Augen wirkten glasig und trüb. „Reinschauen? Sie?“ Er räusperte sich heiser, um seinen belegten Hals freizubekommen. „Sie würden mich doch niemals freiwillig besuchen.“ Seine Lider sanken wieder herab, als er flüsterte: „Sie kommen nur, wenn Sie einen guten Grund dafür haben. Also spucken Sie’s schon aus, was ist los?“

Thiel hatte bei diesen fast unverständlich leise gemurmelten Worten geschluckt. Heftig geschluckt, als Boerne so kurz und so nüchtern ihre Beziehung der letzten Jahre auf den Punkt gebracht hatte.
Wann je hatte er Boernes Gegenwart gesucht, statt andersherum? Wann hatte er ihm das Gefühl gegeben, er sei ihm willkommen oder gar wichtig? Verdammt selten. Nie, genaugenommen. Immer war es Boerne gewesen, der den ersten Schritt getan hatte, obwohl von ihm selber eigentlich grundsätzlich nur brummige Ablehnung zurückgekommen war, wie Thiel sich ziemlich unangenehm berührt eingestehen musste. Auch wenn die natürlich nicht ernst gemeint gewesen war… und er war sich immer sicher gewesen, Boerne hätte ihn schon richtig verstanden. Schließlich hatte ihn das Verhalten nie davon abgehalten, ein ums andere Mal wieder vor der Tür zu stehen.
Aber offensichtlich hatte es ihn doch davon abgehalten, sich ihm gegenüber zu öffnen, sich verdammt nochmal zu melden, als er Beistand am dringendsten gebraucht hätte.


Thiel hatte einen Kloß im Hals, brauchte einen Moment, bis er ein paar Worte hervorbrachte. "Ist nicht wichtig, Boerne.“
Boerne, der kurz davor gewesen war, wieder wegzudriften, blinzelte noch einmal müde. „Sind Sie sicher?“
Wie um seine Antwort zu unterstreichen, drückte er die schlanken Finger seines Kollegen und bekräftigte leise: „Ganz sicher. Wichtig ist jetzt nur, dass Sie schnell wieder auf die Füße kommen.“ Selten hatte er eine Aussage so ernst gemeint wie in diesem Moment.

Boerne schien jetzt erst zu realisieren, dass Thiel ihn die ganze Zeit gehalten hatte. Er versteifte sich ein wenig, während sein Blick zu ihren Händen huschte, doch als Thiel seinen Griff eher noch verstärkte, statt sich zurückzuziehen, schien Boerne zu begreifen, was er ihm sagen wollte. Als er wieder zu ihm aufsah, spiegelte sich Dankbarkeit in seinen von dunklen Ringen umrahmten Augen; Dankbarkeit und gleichzeitig nackte Angst, so deutlich, dass sich Thiel der Magen zusammenzog. So rational Boerne in medizinischen Dingen war, so sehr er sich sonst unter Kontrolle hielt, halb benebelt von den Medikamenten und der Operation waren seine emotionalen Schutzschilde komplett am Boden.

Hilflos fuhr der Kommissar sich durch die Haare. Er war für sowas echt nicht der Richtige, er wusste beim besten Willen nicht was er sagen sollte. Schliesslich platzte er einfach mit der Wahrheit heraus: "Kacke Mann... Sie sehen total fertig aus. Wie wär's, wenn Sie sich noch etwas ausruhen? Ich... ich bleib' solange bei Ihnen", setzte er noch leise nach.

"Ich bin gerade keine besonders angenehme Gesellschaft", wisperte Boerne. "Und Sie haben sicher genug anderes zu tun. Nutzen Sie Ihre Zeit sinnvoll und klären Sie den Fall." Sein Versuch, fest und bestimmend zu klingen, scheiterte grandios.

"Nu' zerbrechen Sie sich mal nich' Ihren Kopf über meine Zeit." Thiels Sorge um seinen so aus der Bahn geworfenen Kollegen nahm immer mehr zu. "Machen Sie jetzt die Klüsen zu und pennen noch 'ne Runde. Ich werde hierbleiben, bis Sie sich noch etwas ausgeruht haben, egal was Sie sagen." Damit beugte er sich vor und zog die Decke noch etwas höher, denn er spürte, dass Boerne mittlerweile leicht zitterte. Wobei er fürchtete, das nicht Kälte der Grund dafür war.

"Thiel... das ist nicht nötig." So sehr der Professor sich mühte, seine übliche Souveränität zu zeigen, sein im Moment bedrückend hilfloses und so viel jünger als sonst wirkendes Gesicht verriet ihn; verriet, dass es in ihm ganz anderes aussah.

"Ich lasse Sie nicht allein. Das ist mein letztes Wort."

Boerne sah ihn noch für einen Moment unsicher an, dann nickte er schwach und ließ die Augen endlich wieder zufallen. Mit einem leisen Seufzen gab er der Erschöpfung nach, die während des ganzen Gesprächs deutlich sichtbar an ihm gezerrt hatte. Er war wirklich noch total benommen von den Medikamenten, die er bekommen hatte, innerhalb kürzester Zeit schlief er ein. Ruhig und tief wie es schien, worüber Thiel sehr erleichtert war. Wenigstens für diese Zeit würden ihn seine Sorgen nicht quälen.

Vorsichtig rutschte er von der Matratze und holte sich einen Stuhl ans Bett. Mochte Frau Klemm toben, aber bis Boerne nicht die Nachwirkungen der Narkose überstanden und sich zumindest wieder etwas berappelt hatte, würde er ihn hier nicht allein lassen. Nicht jetzt. Auch nicht in den nächsten Tagen, bevor der Professor wusste, woran er war und wie es weiterging.

Und auch nicht, wenn diese Geschichte hoffentlich irgendwann ausgestanden und vergessen war.

Comments

( 14 Kommentare — Kommentar hinterlassen )
cricri_72
25. Jul 2014 19:24 (UTC)
Ich bin gerade nicht mehr fit genug für einen richtigen Kommentar, aber die Geschichte hat mir sehr gut gefallen! Und morgen kann ich vielleicht auch erklären warum ...
baggeli
25. Jul 2014 19:51 (UTC)
Und morgen kann ich vielleicht auch erklären warum ...
Ich würde mich freuen! :) (und ich hoffe, "nicht fit" ist nicht gleichbedeutend mit krank.)

Edited at 2014-07-25 19:53 (UTC)
cricri_72
25. Jul 2014 19:59 (UTC)
Nein nein, nur zu müde und K.O. von der Arbeitswoche, daß ich keine geraden Satz mehr hinkriege. Hab' mich mühsam mit dem Reposten meiner vorletzten Geschichte wachgehalten (stupide Arbeit geht noch), aber ich glaube, jetzt falle ich ins Bett ...
baggeli
25. Jul 2014 20:14 (UTC)
Mach das, gute Nacht!
cricri_72
26. Jul 2014 10:30 (UTC)
So, jetzt aber nochmal wach :)

Mir gefällt Dein Thiel hier außerordentlich gut, diese Brummeligkeit, auch das Genervtsein von Boerne (bei gleichzeitig widerstrebender Zuneigung) kommt sehr canongetreu rüber.

Obwohl er keinen halben Meter neben ihr auf einem Bein hüpfend einen ungelenken Ausdruckstanz aufführte
Was ein Bild :) Schon der Einstieg ist super, da habe ich sehr gelacht.

Und damit nicht genug; mehr als mürrisch hielt sie ihm vor, dass sie Frau Klemms ungeduldige Standpauke allein über sich hatte ergehen lassen müssen, weil er mit dem Rad durch die Weltgeschichte gondeln würde, statt ihr im Büro zu helfen.
Hehe ... ich kann Nadeshda verstehen ;)

Und das, obwohl er ihnen in den Tagen zuvor topfit und anstrengend wie immer auf den Geist gegangen war!
Generell zum Textaufbau - dieser Kontrast zwischen der Genervtheit am Anfang und dann das Kippen der Stimmung bei Thiel, das ist toll gelungen. In der zweiten Hälfte sieht man alle diese Sätze aus der ersten in einem ganz anderen Licht.

Nicht für eine Sekunde war ihm in dem Sinn gekommen, dass hinter Boernes stationärem Aufenthalt etwas wirklich Ernstes stecken könnte. Aber eigentlich hätte es ihm klar sein müssen, Boerne würde niemals freiwillig ins Krankenhaus gehen!
Allerdings! Da hätte er wirklich Verdacht schöpfen müssen. Aber vielleicht verdrängt man die Idee, es könnte etwas ernstes sein, ja gerne. Bei sich und anderen.

Immer war es Boerne gewesen, der den ersten Schritt getan hatte, obwohl von ihm selber eigentlich grundsätzlich nur brummige Ablehnung zurückgekommen war, wie Thiel sich ziemlich unangenehm berührt eingestehen musste. Auch wenn die natürlich nicht ernst gemeint gewesen war… und er war sich immer sicher gewesen, Boerne hätte ihn schon richtig verstanden. Schließlich hatte ihn das Verhalten nie davon abgehalten, ein ums andere Mal wieder vor der Tür zu stehen.
Das trifft ihr Verhältnis ziemlich gut. Ein bißchen zugespitzt vielleicht, was aber bei dem schlechten Gewissen, das Thiel hier gerade überfällt, kein Wunder ist. Es gibt tatsächlich nur sehr wenige Momente, in den es andersrum ist - mir fällt da vor allem "Zwischen den Ohren" ein, als Thiel Boerne anruft.

Sie würden mich doch niemals freiwillig besuchen.
Oha, da spricht aber doch ziemlich viel Frustration aus Boerne. Ganz so schlimm ist es, denke ich, nicht, aber in diesem Moment kann ich gut verstehen, daß er das sagt (und es schadet vielleicht Thiel auch nix, der ein wenig an seiner Außenwirkung arbeiten könnte ;) Zum Glück kommen die zwei hier ja schonmal einen Schritt weiter :)

nackte Angst
Kann ich aus eigener Erfahrung absolut nachfühlen. Soviel zu Deinem Kommentar am Anfang - ich glaube, das geht jedem in der Situation so.

Thiels Hilflosigkeit kann ich auch gut nachempfinden - schön, daß er trotzdem bleibt :) Eine Stelle, die ich eigentlich noch als Lieblingsstelle zitieren wollte, hat Du mittlerweile rauseditiert - da war noch was mit "er war dafür eindeutig nicht der richtige Mann, aber es war niemand anderes da" - nur eleganter formuliert ;)

So, und jetzt bin ich extrem neugierig, wie die echte Folge wohl aussehen wird! Aber da müssen wir uns ja noch etwas gedulden ...

Und, ganz off topic eine neugierige Frage an die Krankenschwester - haben die meisten Menschen, die nach einer OP zu sich kommen, Schmerzen? Einerseits erscheint es mir logisch, v.a. weil man in dem halbwachen Zustand die Ursache der Schmerzen nicht kennt und das alles gar nicht einordnen kann. Andererseits war das bei mir in eigener Erinnerung und der meines Mannes nicht so. Ich bin anscheinend nahtlos von Narkose auf Schmerzmittel gewechselt und ab dem zweiten Tag brauchte ich - zu meiner Überraschung, ehrlich gesagt - kein Schmerzmittel mehr. Eigentlich bin ich aber eher schmerzempfindlich, glaube ich. Hatte ich da großes Glück, oder sollten die im Krankenhaus wenigstens das mit den Schmerzmitteln richtig gemacht haben? Alles andere war eher so, daß ich froh war, da lebendig wieder rausgekommen zu sein ...



baggeli
26. Jul 2014 12:00 (UTC)
Hi cricri, VIELEN DANK!! Kann grad nicht ausführlich antworten, steh hier mitten in Würzburg (Urlaub). Machte ich morgen in Ruhe. Nur eins: Ich hab nix editiert, das Stück, das du meinst, hat Golo auf ff.de geschrieben. Sowas tolles gelingt mir leider nicht...
cricri_72
26. Jul 2014 12:08 (UTC)
Oh, ich sollte wohl nicht zwei h/c-Geschichten parallel lesen ;)

Viel Spaß im Urlaub!
baggeli
27. Jul 2014 11:31 (UTC)
So, jetzt mal etwas ausführlicher. Also, an das erste Aufwachen nach der Narkose erinnert man sich in der Regel gar nicht, das Hirn setzt erst später wieder ein. Schmerzen sind nicht ungewöhnlich, das kommt drauf an, wie großzügig der Aufwachraum was angehängt hat. Mein Mann hat sich ziemlich gequält, auch wenn er sich nicht mehr dran erinnert. Ausserdem setzen einige Narkosen im Aufwachen emotionale Kontrolle ausser Gefecht. Einige werden zornig, andere heulen, wieder andere sind enthemmt - das passiert oft, aber man erinnert sich nicht dran.
Aber ich denke, Boerne darf etwas neben der Spur sein nach Narkose und Schmerzmitteln. Da darf auch bei ihm mal die übliche überhebliche und kontrollierte Art und Weise verloren gehen.

Edited at 2014-07-27 11:33 (UTC)
cricri_72
27. Jul 2014 12:25 (UTC)
Neben der Spur auf jeden Fall, daran erinnere ich mich sogar noch aus der Übergangsphase, wenn man langsam wieder zu sich findet. Was nebenbei gesagt ein ausgezeichneter Zeitpunkt war, um mir den Lehrling vorbeizuschicken, der mir sagen mußte, daß es doch nicht der Blinddarm, sondern ein Tumor gewesen sei.

Bei den Schmerzen hatte ich dann wohl wirklich Glück, denn das war echt O.K. Mein Mann war ja bei mir, der hätte das gemerkt, selbst wenn ich mich nicht mehr erinnere. Was beim ersten Aufwachen passiert ist, also bevor ich zurück ins Zimmer geschoben wurde, weiß ich natürlich nicht mehr. Ich hatte nur eine vage Idee, daß mich jemand angesprochen hat und ich was geantwortet habe. Es war auf jeden Fall sehr merkwürdig ... aber auch einen ganz interessante Erfahrung, so eine Narkose. Allerdings auch wieder nicht so interessant, daß ich es nochmal haben müßte ;)
baggeli
27. Jul 2014 12:43 (UTC)
Ja bravo, das braucht echt keiner. Wobei das Problem ist, dass das Wort Tumor im Krankenhaus als das eingesetzt wird, was es ist. Geschwulst, ohne Wertung, ohne Aussage ob positiv oder negativ. Im Volksmund ist Tumor ja praktisch gleichbedeutend mit Krebs. Er wollte dich sicher nicht absichtlich erschrecken, hat halt nicht gut nachgedacht.
mara_thoni
2. Aug 2014 16:19 (UTC)
so, nach einer gefühlten Ewigkeit komme ich auch mal dazu, Deine Geschichte in Ruhe zu lesen.

Ich kann mich da cricri voll anschließen !!!

Ist irgendwie schon komisch, dass alles Welt von Boerne immer Perfektion erwartet und meint, er müsse immer funktionieren...

So mag ich Thiel, wenn er ganz intuitiv handelt :-)

Ist Dir wirklich sehr gut gelungen !!!

Ich grübel auch schon so vor mich hin, wie der Tatort wohl wird, aus den Szenen, die wir miterleben durften, kann man ja nicht auf die Gesamthandlung schließen.

baggeli
3. Aug 2014 09:13 (UTC)
so, nach einer gefühlten Ewigkeit komme ich auch mal dazu, Deine Geschichte in Ruhe zu lesen.
Ich hoffe, du hast Golos inzwischen auch gelesen, das war das Highlight an dem Tag.

Ich kann mich da cricri voll anschließen !!! ... Ist Dir wirklich sehr gut gelungen !!!
Danke. :D


Ist irgendwie schon komisch, dass alles Welt von Boerne immer Perfektion erwartet und meint, er müsse immer funktionieren...
Hmmmmmmmmmm.... da ist er selber aber auch nicht ganz unschuldig dran. Beruflich ist er natürlich genial und alle wissen das. Aber sie erwarten wohl wirklich alle Perfektion, denn er stellt sich ja auch immer als den intelligentesten Rechtsmediziner auf Gottes weiter Erde hin... kein Wunder, dass seine Umwelt hohe Ansprüche hat und alle sich amüsieren, wenn mal was nicht klappt.

So mag ich Thiel, wenn er ganz intuitiv handelt :-)
Ich mag ihn auch so, nur leider werden wir ihn so nie sehen. *seufz*

Edited at 2014-08-03 09:14 (UTC)
panfaun
7. Aug 2014 17:24 (UTC)
Schuss vor den Bug
Liebe Nicole. Ich finde diese Geschichte sehr gut, wie du weißt und darum hier das angekündigte Review. Es war die erste Tatort Münster Fic, die ich gelesen habe (wenn auch nicht die erste, die ich kommentiere – hierüber musste ich doch länger nachdenken). Sie hat mich auf alle Fälle berührt, war teilweise auch schwer zu lesen - unerträglich würde ich aber nicht sagen und bescheuert schon gar nicht. Im Gegenteil, denn gerade dieses Verletzliche, das ist so eine Seite an Prof. Boerne, die man selten sieht … aber sie sie spricht mich doch an.

Dabei rechnet man zuerst gar nicht mit so Etwas... Der Einstieg war ja typisch Tatort Münster, eher witzig."Nadeshda, den Anruf hätten Sie sich sparen können! Ich hab’ doch... Boah, KACKE!!" Das hat mir richtig gut gefallen ^^

Aber dann im Krankenhaus … da ist mir das Lachen recht schnell vergangen und spätestens bei: Er schluckte schwer, weil ihm immer und immer wieder nur ein einziges Wort durch den Kopf wirbelte: Krebs. Was, wenn Boerne wirklich Krebs hatte?? - da dachte ich nur: Oh, mein Gott, nein.

Aber nicht falsch verstehen, wie du diese Idde umgesetzt hast, ist sehr gut gelungen. Dieses Gefühl, im Nachhinein, dass man doch etwas hätte merken müssen … das kann ich sehr gut nachempfinden. Genau, wie die Vorwürfe, die Frank sich macht. Besonders an dieser Stellle hier: „Sie kommen nur, wenn Sie einen guten Grund dafür haben. Also spucken Sie’s schon aus, was ist los?“

Thiel hatte bei diesen fast unverständlich leise gemurmelten Worten geschluckt. Heftig geschluckt, als Boerne so kurz und so nüchtern ihre Beziehung der letzten Jahre auf den Punkt gebracht hatte.

Das war heftig, ja. Aber sehr, sehr gut gemacht!

Frank wird in diesem Moment (so, wie ich ihn verstehe) deutlich klar, dass er Boerne oft weggestoßen und seine Anwesenheit als zu selbstverständlich genommen hat... Aber sein Handeln zeigt dann, glaube ich, mehr als genug, wie er wirklich zu ihm steht...

"Ich lasse Sie nicht allein. Das ist mein letztes Wort." - Mehr braucht man wohl nicht dazu zu sagen. Bloß, ganz große Klasse!

LG panfaun (a.k.a. Golo)
baggeli
8. Aug 2014 23:50 (UTC)
Re: Schuss vor den Bug
darum hier das angekündigte Review
Vielen Dank, ich hab' mich echt gefreut!!! :D

Sie hat mich auf alle Fälle berührt, war teilweise auch schwer zu lesen
Meinst du schwer im Sinne von "doof geschrieben", oder eher wegen des Themas? Ich hoffe jetzt ehrlich gesagt, wegen des Themas. *ähem*
Und ich habe mich, wenn ich das mal eben so einwerfen darf, etwas gewundert, dass der WDR sowas als Thema des Nebenstrangs wählt. An sich sind sie ja in Münster nicht so ernst, zumindest nicht, was die Hauptpersonen angeht. Aber naja... vielleicht ist es ja auch nur peinlich und nicht ernstzunehmen, wer weiß das schon... aber ich hoffe immer noch auf Dorothee Schön. *daumendrück*

Der Einstieg war ja typisch Tatort Münster, eher witzig."Nadeshda, den Anruf hätten Sie sich sparen können! Ich hab’ doch... Boah, KACKE!!" Das hat mir richtig gut gefallen ^^
*freu* Sollte so sein! Etwas lustig und dann kippt es.

Dieses Gefühl, im Nachhinein, dass man doch etwas hätte merken müssen … das kann ich sehr gut nachempfinden. Genau, wie die Vorwürfe, die Frank sich macht... Das war heftig, ja. Aber sehr, sehr gut gemacht!
Danke! :) Ja, sehr AU, aber naja... noch ist die Folge niemandem bekannt, da kann ich mich noch schnell so austoben, wie ich es gerne hätte. Auch wenn wir sowas leider nie zu sehen bekommen werden. *seufz*

Frank wird in diesem Moment (so, wie ich ihn verstehe) deutlich klar, dass er Boerne oft weggestoßen und seine Anwesenheit als zu selbstverständlich genommen hat... Aber sein Handeln zeigt dann, glaube ich, mehr als genug, wie er wirklich zu ihm steht...
Das sehe ich ganz genau so!!! Und ich freue mich, dass es angekommen ist. Denn bis auf ganz wenige Ausnahmen (cricri bring da mit Recht "Zwischen den Ohren" an) ist es doch wirklich immer Boerne, der den Kontakt sucht. Beide immer nur unter einem Vorwand, aber Boerne bereitwilliger als Thiel, der muffelt doch meist nur rum. Auch wenn ich immer aufs Neue überzeugt bin, er meint es nicht ernst. Gibt ja zum Glück Beispiele, die ihn anders zeigen. :D

"Ich lasse Sie nicht allein. Das ist mein letztes Wort." - Mehr braucht man wohl nicht dazu zu sagen. Bloß, ganz große Klasse!
*hüpf* *jubel*
Ich danke dir sehr!!! Bis bald und ich freu mich auf dein nächstes Kapitel!! :D

Edited at 2014-08-08 23:51 (UTC)
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