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Bingo-Story: Abflug

Titel: Abflug - Kapitel 1
Bingo-Prompt: Prompt 81
Genre: Freundschaft, minimal Humor, h/c
Zusammenfassung: Schnee Ende Januar ist heimtückisch. Aber sowas von...
Wörter: ~2400



Thiel machte sich nicht die Mühe, ein frustriertes Seufzen zu unterdrücken, als er die wohlgefüllte Auflaufform in den vorgeheizten Ofen schob. Sein Magen unterstrich dieses unwillige Geräusch mit einem ungeduldigen, laut vernehmlichen Knurren in Erwartung der leckeren Mahlzeit, die er sich nach diesem miesen Tag - wie er fand - mehr als verdient hatte; aber auf die er wohl oder übel noch eine Weile warten musste. Warum nur brauchte Käse immer so lange, um sich von nichtssagenden, milchiggelben Raspeln in eine leckere, goldbraune Kruste zu verwandeln?

Natürlich hätte er es sich mit dem Essen auch einfacher machen können, aber heute hatte er wirklich keine Lust auf ein Käsebrot. Er brauchte etwas Warmes zwischen den Zähnen und mit einem erneuten Seufzen stellte Thiel noch die Eieruhr auf zehn Minuten ein und kehrte dann zurück zum Fernseher. Doch gerade als er sich mit einem dritten, mehr als langgezogenem Seufzen auf sein Sofa hatte sinken lassen, klingelte es an der Tür.
Für einen Moment verdrossen ließ er den Kopf auf die Rückenlehne fallen und rieb sich mit einer Hand das Gesicht. Ein solches Dauergeläut zu dieser Zeit, das konnte nur einer sein. Hätte Boerne vielleicht mal zwei Sekunden eher klingeln können oder was? Jetzt hatte er sich gerade wieder gesetzt!
Mit einem halblauten Fluch kämpfte der Kommissar sich aus den behaglichen Polstern mühselig zurück auf die Füße, schlurfte zur Tür und öffnete sie. „Is‘ Ihnen je in den Sinn gekommen, dass Normalsterbliche um diese Uhrzeit schon schlafen könnten? Ich hab‘ seit vier Stunden Feierabend!“

Boerne ignorierte diese missmutige Begrüßung natürlich vollständig, wie es nicht anders zu erwarten gewesen war. Er war offensichtlich gerade damit beschäftigt, seine Brillengläser zu trocknen. Eindeutig  befreite er sie von Schneewasser, wie der Kriminalist in Thiel messerscharf folgerte - für einen Moment fasziniert beobachtete er die unzähligen, dicken Flocken, die noch an Boernes schwarzem Mantel  und Haaren klebten und in der relativen Wärme des Treppenhauses ihren Aggregatzustand nun so schnell von fest zu flüssig wechselten, wie er sich das von seinem Streukäse gewünscht hätte.

Thiel wurde aus diesen Gedanken gerissen, als Boerne die Brille wieder aufsetzte, ihn stirnrunzelnd von oben bis unten musterte und anstelle einer Begrüßung ganz unvermittelt fragte: „Schulter oder Hüfte?“
Für eine Sekunde war er sich nicht sicher, ob er seinen exzentrischen Nachbarn richtig verstanden hatte, doch als schließlich einsank, was Boerne da gerade gesagt hatte, blieb im schlicht der Mund offen stehen. „Was…?“ Woher um alles in der Welt konnte Boerne das wissen?
Sein Gegenüber verdrehte die Augen, als er nachbohrte: „Thiel, diese Frage dürfte selbst für Ihren begrenzten Intellekt noch eindeutig zu beantworten sein, oder hat es doch Ihren Kopf erwischt? Also?“

Der Kommissar lehnte sich mit einem ergebenen Seufzen in den Türrahmen. Es war doch wirklich erstaunlich. „Schulter. Aber warum zum Teufel wissen Sie das?“
Boerne wackelte einmal ungeduldig mit dem Kopf hin und her, bevor er seine Erkenntnisse herausfeuerte wie eine Maschinengewehrsalve. „Als ich heute Morgen zur Arbeit aufgebrochen bin, war Ihr Fahrrad intakt. Nun aber befindet sich das gute Stück in einem bedauernswerten Zustand. Die tiefen Kratzer im Lack und an Sattel und Lenkergriff deuten zweifelsfrei darauf hin, dass es auf einen harten Untergrund gestürzt sein muss, und zwar mit so hoher Geschwindigkeit, dass es nach dem Aufprall noch ein ganzes Stück über die Straße gerutscht ist.“ Er zuckte mit den Schultern. „Da ich Ihr Rad bislang noch nicht allein habe fahren sehen, muss ich also davon ausgehen, dass Sie zum Zeitpunkt des Unfalls im Sattel gesessen haben... beziehungsweise in dem Augenblick wohl eher nicht mehr“, setzte er leicht verspätet hinzu. „Was mich zu dem Schluss kommen lässt, dass Sie am ehesten auf die linke Schulter oder Hüfte geprallt sein dürften, denn Ihr Kopf scheint mir glücklicherweise unversehrt zu sein." An dieser Stelle runzelte er die Stirn und murmelte nachdenklich: „Wobei Sie mir doch einigermaßen verlangsamt zu reagieren scheinen. Also, noch langsamer als sonst, meine ich.“

Bevor Thiel überhaupt Gelegenheit bekam, etwas zu sagen, fasste Boerne sein Gesicht, drehte es zum Licht, wedelte mit einer Hand vor seiner Nase herum und fragte: „Wie viele Finger sehen Sie?“
„Boerne, nu‘ machen Sie hier mal nicht die Welle, es ist alles gut!“ Thiel hatte im Reflex die Hände hochgerissen, um seinen Nachbarn abzuwehren, doch zuckte zusammen, als ein stechender Schmerz durch seine lädierte Schulter fuhr. Nur mit Mühe konnte er ein Aufstöhnen verhindern und presste die Lippen zusammen, als er sein Arm wie einen lahmen Flügel zurück an seine Seite fallen lassen musste.
„Alles gut. Ja, sieht man deutlich.“ Boerne seufzte, ähnlich langgezogen wie er selber noch vor kurzer Zeit, wie Thiel ganz nebenbei auffiel.
„Sie können manchmal ganz schön kindisch sein, wissen Sie das? Sie sind doch sicher 20 km/h schnell gewesen, als Sie gestürzt sind. Da können schneller ein paar Fragmente vom Knochen absprengen, als Sie denken.“ Boerne strich sich ein paar Tropfen von der Stirn, die aus seinen triefendnassen Haaren geronnen waren. „Nun hören Sie schon auf sich zu zieren, ich will Ihnen doch nur helfen.“

Dem Professor schien es mit seiner Sorge wirklich ernst zu sein und ein wenig widerwillig gestand Thiel sich ein, dass es vielleicht nicht verkehrt war, wenn er sich kurz von einem Fachmann ansehen ließ. Er hatte sich doch recht schwer damit getan, seine arg in Mitleidenschaft gezogene Schulter einigermaßen zu verpflastern und die Schmerzen waren nicht ohne, wenn er sich selbst gegenüber ehrlich war.

„Ok, ok“, murmelte er mürrisch und doch auch einigermaßen dankbar. Boerne zog nur eine Augenbraue hoch und ein halbherziges Schmunzeln huschte über sein Gesicht, als Thiel ihm zunickte und dann zurück durch den Flur stapfte.

Im Wohnzimmer angekommen, drehte er sich zu Boerne um, der aber offensichtlich ins Bad abgeschwenkt war. Ein kurzes Weilchen später steckte er den Kopf durch die Tür und hielt ein zerknautschtes Handtuch hoch. „Sie erlauben?“ Er wies kurz auf seinen Kopf. Thiel nickte peinlich berührt. Das war das letzte saubere Handtuch, das Boerne zielstrebig aus dem (aufgrund von kreuz und quer auf dem Fußboden verstreuten Kleidungsstücken) in der Dusche abgestellten Korb mit der Wäsche geangelt haben musste, die aufzufalten Thiel sich schon vor einer Woche vorgenommen hatte. Wobei Wäsche falten generell überbewertet wurde.
Seufzend stellte er sich auf einen zynischen Kommentar in die Richtung ein, Boerne ließ sich eine solche Gelegenheit ja unter keinen Umständen entgehen. Doch ganz gegen seine Erwartungen begann sich der Professor ohne spitze Bemerkungen zu Thiels Haushaltsführung seine tropfenden Haare zu frottieren und kam ganz langsam zu ihm ins Wohnzimmer. In der anderen Hand hielt er dabei den Verbandskasten, den er aus dem Spiegelschrank geholt haben musste und mit dem er nun eine kleine, auffordernde Geste machte. „Ziehen Sie schon mal Ihren Pullover aus, damit ich mir Ihre Schulter ansehen kann.“
„Und ziehen Sie mal besser Ihren Mantel aus, Sie triefen ja“, brummte Thiel amüsiert über Boernes übliche Effizienz zurück. „Wo haben Sie denn geparkt, dass Sie aussehen wie ein Schneemann? Am anderen Ende der Stadt oder was?“
Boerne schüttelte nur kurz den Kopf. „Nein, mein Wagen steht vor dem Haus.“
Thiel zog verwundert die Augenbrauen hoch, doch sein Gegenüber ging nicht weiter auf seine Frage ein, sondern schälte sich nun tatsächlich umständlich aus dem klatschnassen Mantel sowie dem an Schultern und Kragen feuchten Sakko. Bedachtsam legte er beides über einen Stuhlrücken, ebenso das Handtuch.

Erst mit etwas Verspätung wurde dem Kommissar bewusst, dass er sich nun besser auch mal ausziehen sollte und so machte er sich daran, sich aus dem Hemd zu quälen, das er erst vor kurzer Zeit so mühevoll angezogen hatte. Das war aber gar nicht so einfach; die verletzte Seite konnte er immer schlechter bewegen und die Knöpfe zu öffnen und den gesunden Arm aus dem Ärmel zu bugsieren, ohne dabei die zweite Hand zu nutzen, stellte ihn wir vorhin schon vor ein echtes Problem.
Boerne sah sich die ungelenken Bewegungen genau zehn Sekunden lang an, dann begann er mit vorsichtigen, effektiven Griffen, ihm beim Ausziehen zu helfen.
„Wie genau ist Ihnen das denn passiert?“, erkundigte er sich, während sein Blick schon fest auf die nun zum Vorschein kommende, von Hämatomen übersäte Schulter fixiert war.

Thiel ließ sich widerstandslos ins rechte Licht drehen und auf die Sofakante drücken, zuckte allerdings ob Boernes eiskälter Hände zusammen. "Mir hat einer die Vorfahrt genommen", brummte er dabei die Kurzfassung, weil er genau wusste, dass sein Gegenüber ohnehin nicht locker lassen würde. "Ich hab gebremst wie bekloppt, aber dabei ist mir das Rad ausgebrochen und ich hab mich langgemacht."
Sein Nachbar warf ihm einen ungläubigen Blick zu und schüttelte dann missbilligend den Kopf. „Sie sollten es doch wirklich besser wissen. Bei diesen gefährlichen Bodenverhältnissen fährt man nicht so schnell, dass man wie bekloppt bremsen muss.“
„Ja, schon gut“, grummelte Thiel mürrisch und fuhr nochmals zusammen, als Boerne eine schmerzhafte Bewegung mit seinem Arm durchführte. Aber weder diese unwillkürliche Reaktion noch der halblaute Fluch, den er dabei zwischen zusammengebissenen Zähnen durchquetschte, beeindruckten den Mediziner in irgendeiner Form.

Es war still im Raum, während der Professor mit seiner angelegentlichen Untersuchung beschäftigt war. Zumindest bis sein Magen mit einem Mal so laut knurrte, dass Thiel ein amüsiertes Schnauben nicht unterdrücken konnte. „Mein Gott Boerne, da kriegt man ja fast Angst! Wann um alles in der Welt haben Sie das letzte Mal was gegessen?“
Er bekam keine Antwort; Boerne machte sich nicht die Mühe, irgendwie zu reagieren. Mit gerunzelter Stirn tastete er weiterhin das Schultergelenk ab und wirkte dabei so konzertiert, dass Thiel sich unwillkürlich fragte, ob sein Nachbar ihn überhaupt gehört hatte.

Doch offensichtlich hatte er das. „Heute Morgen um halb sieben.“ Noch mehr als die Tatsache, dass sie eine halbe Minute zu spät kam, war es der Inhalt der gedankenverlorenen Bemerkung, der Thiel dazu brachte, kommentarlos die Augen zu verdrehen.
„Aber Angst brauchen Sie keine zu haben. Der Hunger ist noch nicht so groß, dass ich gedenke, dem Kannibalismus zu frönen.“ Nun klang der Professor zynisch wie immer und ließ endlich von ihm ab.

Thiel rieb sich seufzend das Gesicht, erleichtert, dass das geschafft war, doch ein unerwartet aufgebracht klingendes: "Ist Ihnen eigentlich klar, wieviel Glück Sie gehabt haben??", veranlasste ihn, wieder zu Boerne aufzublicken.
Bevor er den Mund zu einer Erwiderung öffnen konnte, echauffierte sein Gegenüber sich schon weiter: „Das sind nur üble Prellungen. Aber was, wenn es statt Ihrer Schulter Ihren Kopf erwischt hätte? Dann würden Sie jetzt nicht hier sitzen. Dann würden Sie unter Umständen nie wieder irgendwo sitzen. Wie können Sie so leichtsinnig sein?"
Er schien immer noch nicht fertig zu sein, doch auf Moralpredigten hatte Thiel heute Abend nun wirklich keine Lust und fiel ihm schnell ins Wort. „Mann, jetzt regen Sie sich mal wieder ab!“ Während er mit dem gesunden Arm nach seinem Hemd angelte, beobachtete er leicht irritiert, wie Boerne in seinem - wie er fand, völlig übertriebenen - Unmut rastlos von einem Fuß auf den anderen zappelte. „Ist doch noch mal gutgegangen, ich werd’s überleben.“
Er hatte versucht, einen wie er hoffte beruhigenden Tonfall anzuschlagen, aber natürlich nütze das überhaupt nichts.
„Ja, dieses Mal! Aber das hätte auch gehörig ins Auge gehen können. Radfahren auf vereisten Straßen ohne Helm, das ist doch nun wirklich ein Freifahrschein ins Krankenhaus! Und warum um alles in der Welt wollen Sie Hemd wieder anziehen, das können Sie doch nun wirklich einfacher haben!“ Der Professor machte einen Schritt nach hinten und ließ sich mit dem Rücken gegen die Kommode sinken.
„Hä? Ich werd‘ mich hier bestimmt nicht halbnackt aufs Sofa hocken, dafür isses zu kalt! Bei den Nebenkosten, die Sie einem abknöpfen, ruiniert man sich ja beim Heizen.“ Die kleine Stichelei hatte jetzt einfach sein müssen, Boerne reagierte aber gar nicht darauf. „Von halbnackt kann keine Rede sein! Ziehen Sie Ihre Sweatjacke an. Ein Reißverschluss ist zurzeit sicher wesentlich praktischer, als Hemden oder Pullover überzuziehen und zuzuknöpfen.“
Er schob sich die Brille hoch und veränderte zum gefühlt zehnten Mal seine Position, und Thiel schüttelte nur den Kopf. „Sagen Sie, können Sie sich vielleicht mal hinsetzen, Sie machen mich wahnsinnig mit Ihrer Hampelei… ...und von welcher Sweatjacke reden Sie?“, setzte er noch leicht verspätet nach, als ihm auffiel, dass er keine Ahnung hatte, wovon Boerne sprach.

Boerne warf ihm über den Rand seiner Brille hinweg einen seiner unnachahmlichen Blicke zu. „Ich rede von der, die Sie sich im Herbst gekauft haben, für das Grillfest in Frau Klemms Garten. Sie haben Sie nicht gebraucht, weil die Feier ins Wasser gefallen ist."
Thiel blieb der Mund offen stehen. „Verdammt… die hatte ich ja total vergessen.“ Er fuhr sich verlegen durch die Haare. „Ich weiß gar nicht, wo…“
Ein ergebenes Seufzen unterbrach sein Gestammel. „Thiel, manchmal machen Sie mich fertig.“ Boerne stieß sich von der Kommode ab und schritt langsam Richtung Flur, während er über die Schulter dozierte: „Sie haben die Plastiktüte nach dem Einkauf an Ihre Garderobe gehängt. Und da hängt sie immer noch.“ Am Ende seines Satzes war er durch den Türrahmen verschwunden, um eine Weile später mit der Tüte in der Hand wieder aufzutauchen. „Sie sind seitdem jeden Tag ungezählte Male daran vorbeigegangen.“ Er kam ein Stückchen zurück in den Raum und warf Thiel die Tüte zu. „Manchmal mache ich mir wirklich Sorgen um Ihren geistigen Zustand.“

„Ähm…“ Thiel wusste wirklich nicht, was er darauf noch erwidern sollte.
Natürlich hatte Boerne Recht, in seinen Händen hielt er die Jacke. Unbenutzt, noch mit allen Etiketten daran und dem Kassenbon in der Tüte. Aber bevor er etwas erwidern konnte, drang ein penetrantes Piepsen aus der Küche und schlagartig rückte Thiels Verlegenheit in den Hintergrund. Ein zufriedenes Grinsen breite sich auf seinem Gesicht aus.
„Abendessen ist fertig!“ Mit neuer Energie stand er von der Sofakante auf und zog die Sweatjacke vorsichtig über seine lädierte Seite. Den Reißverschluss unten zusammenzustecken und dann mit dem gesunden Arm hochzuziehen, war wirklich problemlos möglich, wie er erleichtert feststellte und in einem spontanen Anfall von Dankbarkeit wandte er sich seinem Nachbarn zu. „Es gibt Nudelauflauf. Ich lade Sie ein, setzen Sie sich.“ Hungrig marschierte er Richtung Küche, doch statt ihm zu folgen, winkte Boerne nur abwehrend ab. „Danke, aber ich kann mich jetzt nicht setzen. Ein andermal vielleicht.“ Er nickte Thiel noch flüchtig zu, steuerte dann den Stuhl an, auf dem seine Kleidungsstücke lagen und nahm sie an sich.

Recht verwundert über diese unerwartete und kurz angebundene Abfuhr war Thiel stehen geblieben und beobachtete irritiert, wie schleppend der Mann sich wiederum bewegte. Und mit einem Mal wurde ihm bewusst, dass an diesem Bild etwas nicht stimmte.


t.b.c.

Comments

( 4 Kommentare — Kommentar hinterlassen )
cricri_72
2. Feb 2015 17:12 (UTC)
Da ist man mal ohne anständige Internetverbindung unterwegs, und schon hauen alle die Geschichten raus wie verrückt ;)

Die hier liest sich sehr schön, ich hatte wirklich großen Spaß, den beiden zuzuhören. Und auch wenn das sicher nicht Deine Absicht ist - streckenweise klingen die beiden extrem nach meinem Mann und mir ;) Also, die Geschichte mit Thiels Jacke, das könnte sowas von ich gewesen sein. Und Boernes Kommentare dazu klingen verdammt nach meinem Gatten ...

Naja, davon mal abgesehen habe ich ja immer ein Schwäche dafür, dass sich einer der beiden um den anderen kümmert. Und Thiel scheint das gerade wirklich gebrauchen zu können. Wobei Boerne ja auch nicht ganz unlädiert durch diesen Schneetag gekommen zu sein scheint ... Kapitel 2? *puppy eyes*

Thiel wurde aus diesen Gedanken gerissen, als Boerne die Brille wieder aufsetzte, ihn stirnrunzelnd von oben bis unten musterte und anstelle einer Begrüßung ganz unvermittelt fragte: „Schulter oder Hüfte?“
Boerne als Sherlock - die Rolle steht ihm ausgezeichnet :) Vor allem, wenn er anschließend seine Schlußfolgerungen zum besten gibt.

Das war das letzte saubere Handtuch, das Boerne zielstrebig aus dem (aufgrund von kreuz und quer auf dem Fußboden verstreuten Kleidungsstücken) in der Dusche abgestellten Korb mit der Wäsche geangelt haben musste, die aufzufalten Thiel sich schon vor einer Woche vorgenommen hatte. Wobei Wäsche falten generell überbewertet wurde.
*hust* noch so ein Punkt, in dem ich mich völlig mit Thiel identifizieren kann *hust*

Ein ergebenes Seufzen unterbrach sein Gestammel. „Thiel, manchmal machen Sie mich fertig.“ Boerne stieß sich von der Kommode ab und schritt langsam Richtung Flur, während er über die Schulter dozierte: „Sie haben die Plastiktüte nach dem Einkauf an Ihre Garderobe gehängt. Und da hängt sie immer noch.“ Am Ende seines Satzes war er durch den Türrahmen verschwunden, um eine Weile später mit der Tüte in der Hand wieder aufzutauchen. „Sie sind seitdem jeden Tag ungezählte Male daran vorbeigegangen.“ Er kam ein Stückchen zurück in den Raum und warf Thiel die Tüte zu. „Manchmal mache ich mir wirklich Sorgen um Ihren geistigen Zustand.“
Meine Lieblingsstelle, ganz eindeutig ♥
baggeli
2. Feb 2015 17:41 (UTC)
*lol*
Ich möchte bei euch beiden mal Mäuschen spielen!! *gacker*
Und ich liebe es einfach, die Thiel und Boerne so aufeinander loszulassen, ich steh' auch dazu. Leider hab ich die Story nicht mehr fertigbekommen, ursprünglich war sie als Oneshot geplant. Aber mir ist dann einfach die Zeit weggelaufen bei dieser Bingo-Sache. Egal.
Ich hoffe, ich kriege sie in den nächsten Tagen fertig. :D
entjej
4. Feb 2015 20:47 (UTC)
Gefällt mir sehr!
Du triffst die beiden wahnsinnig gut (haben die Drehbuchautoren deine Adresse ;-)?), schreibst überhaupt sehr schön, muss ich jetzt einfach mal sagen, ist ja nicht die erste Geschichte, die ich von dir lese (haben die Drehbuchautoren deine Adresse? Ach, das hatte ich ja schon gefragt...haben sie? ;-) )

Ich liebe es ja auch, wenn Boerne sich sorgt und kümmert.
Und die Sache mit der Jacke LOL, so typisch, dass er sich sowas merkt und Thiel sich eben gar nicht.... . Herrlich!

Dumdidum, jetzt warte ich auch gespannt drauf, wie's weitergeht..... .

Edited at 2015-02-04 20:50 (UTC)
baggeli
4. Feb 2015 20:55 (UTC)
Gefällt mir sehr!
Danke!! :D

haben die Drehbuchautoren deine Adresse ;-)
*LOL* Das wäre schön, das würde mir gefallen... aber so einen Tatort wie 'Summ summ summ' z.B. würde es in dem Moment nicht mehr geben. In meinen Augen ein Gewinn, aber 12 Mio Zuschauer würden das wohl anders sehen. :D

Und die Sache mit der Jacke LOL, so typisch, dass er sich sowas merkt und Thiel sich eben gar nicht.... . Herrlich!
Ich hab' immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich sowas mit Thiel mache, aber ganz ehrlich - ich würde ihm so eine Schote zutrauen. Das ist auch gar nicht böse gemeint, ich persönlich finde sowas einfach niedlich. :D
( 4 Kommentare — Kommentar hinterlassen )

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