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Eine schöne Bescherung

Titel: Eine schöne Bescherung - Kapitel 10
Adventskalernder-Prompt: Weihnachtsmarktbesuch
Bingo-Prompt: hurt / comfort
Genre: Freundschaft, etwas Humor, h/c, etwas Action/Krimi
Zusammenfassung: Wenn Thiel auch nur ansatzweise geahnt hätte, was passieren würde, er hätte Boerne in ein richtiges Restaurant eingeladen...
A.N.: Ja, auch diese Geschichte gibt es noch. Und ja, natürlich hat sie ein Ende in meinem Kopf, das hatte sie von Anfang an. Und ja, ich hoffe, dass ich es auch irgendwann aufs Papier bringe. Bzw. ins Internet...
Dies ist supermegakurz, aber hey - egal! Kranke Kinder, seit Wochen, ich komm zu nix. Vielleicht solltet ihr einfach noch bis zum nächsten Kapitel warten, dann lohnt es sich besser... *lol*
Ich hoffe, ich werde jetzt öfter so ein Bröckchen veröffentlichen, damit es hier endlich wieder vorangeht.
Wörter: ~16500


Es ging auf 14 Uhr zu, als es an die Bürotür klopfte, gleich darauf schaute Herbert in den Raum.
Thiel ließ den Kugelschreiber fallen und lehnte sich in seinen Stuhl zurück und auch Nadeshda blickte interessiert von ihren Unterlagen auf. Natürlich hatte er ihr vom unglücklichen Verlauf dieser Nacht erzählt und von seinem elenden Mißgeschick, das dem Ganzen schlicht die Krone aufgesetzt hatte. Sie schien ebenso neugierig wie er selber, als er den Eintretenden überfiel: "Mensch Vaddern! Ich hab dich bestimmt zehnmal angerufen, warum gehst du denn nicht ran?"

Herbert tastete einmal seine Taschen ab, zuckte dann desinteressiert mit den Schultern und machte es sich gegenüber dem Schreibtisch gemütlich. „Hab mein Handy wohl bei dir in der Küche liegenlassen.“ Er winkte ab. „Hab‘ ich gar nicht gemerkt, war beschäftigt.“
„Jaja, ich kann‘s mir denken… hast ein paar Zigarettenpausen mit den Arbeitern gemacht, was?“ Thiel schüttelte verdrießlich den Kopf, doch kam dann gleich auf das zu sprechen, was ihm schon den ganzen Morgen so schwer im Magen lag. „Wie geht’s dem Professor? Ist er wach?“
Sein Vater sah ihn ganz verständnislos an. „Klar, sonst wäre ich doch nicht hier! Er ist vorhin zu Frau Haller gefahren.“

„Na Gott sei Dank.“ Erleichterung breitete sich in ihm aus, Boerne war offensichtlich wieder fit genug, um die Rechtsmedizin unsicher zu machen. „Was hat er gesagt, als er aufgewacht ist?“
„Gesagt?“ Herbert winkte nur ab. „Gesagt hat er erst mal gar nix, dazu isser nich‘ gekommen.“
„Was meinst du damit?“ Mit einem Male fühlte Thiel sich doch wieder unbehaglich, der Ausdruck im Gesicht seines Vaters gefiel ihm rein gar nicht.
„Naja, als er die Augen endlich wieder aufgekriegt hat, wollte er ins Bad, aber kaum stand er vor dem Sofa, sind ihm erst mal gepflegt die Lichter ausgegangen. Ich konnte ihn gerade noch auffangen.“ Er ließ sich von Thiels gequältem „Großer Gott!“, nicht aus dem Konzept bringen, fuhr ganz entspannt fort: „Hab‘ ihn dann in die Waagerechte zurückverfrachtet und ihm einen ordentlichen Kaffee gekocht. Nach zwei Tassen war er soweit, dass er den Weg zum Klo ohne größere Unfälle geschafft hat.“ Nun beugte er sich ein wenig im Stuhl vor und wirkte fast vorwurfsvoll. „Ich hatte dem Professor ja gesagt, er soll einfach noch ein paar Stunden pennen, aber dafür war er zu stur. Hat sich nach dem Kaffee unter die kalte Dusche geschleppt und dann ist er gefahren. Hat keinen gesunden Menschenverstand, dieser Mann.“

Nadeshda schüttelte schmunzelnd den Kopf, aber Thiel konnte der Situation nun wirklich nichts Amüsantes abgewinnen. „Er wird mich umbringen!!“ Er hatte schon während Herberts Erklärungen die Ellbogen auf die Tischplatte gestützt und das Gesicht in den Händen verborgen, ließ die Arme nun aber ungläubig zurück auf den Schreibtisch fallen. „Und bist du eigentlich bekloppt, ihn in dem Zustand Auto fahren zu lassen?!“

Dieser Vorwurf prallte natürlich an seinem Vater ab. Er zog ein Päckchen aus der Tasche, begann völlig ungeniert, sich vor den Augen der beiden Kripobeamten eine seiner speziellen Zigarette zu drehen und klang fast mitleidig, als er nachfragte: „Denkst du wirklich, er hätte sich von mir aufhalten lassen?“

Mit beiden Händen fuhr Thiel sich durch die Haare und warf sich zurück in sein Monstrum von Schreibtischstuhl. „Nee, natürlich nicht.“
„Siehste….“
Thiel entrang sich nur ein frustriertes Seufzen, woraufhin sein Vater grinsend schnaubte. „Bleib locker, Frankie, der Prof ist erwachsen. Einen Unfall wird er nicht gebaut haben, sonst hätt‘ste das inzwischen bestimmt schon mitbekommen von deiner Schnittlauchtruppe hier.“
„Ja toll, das wär’s noch gewesen, wenn er sich oder jemand anderen zu Brei gefahren hätte“, knurrte Thiel mürrisch. Allein der Gedanke ließ ihn schaudern.
„Nun sei mal nicht immer so negativ. Is’ schlecht fürs Karma!“ Herbert stand auf und steckte sich die Selbstgedrehte in den Mundwinkel. „Ich bin dann mal weg und überlasse dich deinem Selbstmitleid.“ Er langte in die Tasche seiner Cordhose und warf Thiel einen Schlüssel auf den Schreibtisch. „Hier, damit du nachher nicht vor verschlossenen Türen stehst. Die von den beiden jungen Hüpfern hat der Obiak in Verwahrung genommen.“
„Jau, dank dir“, murmelte Thiel müde und winkte noch kurz, als sein Vater durch die Türöffnung verschwand. Dann ließ er mit einem Stöhnen den Kopf auf die Schreibtischplatte fallen. Der Tag gestern war doch wahrlich schon scheiße genug gewesen, aber dieser war echt drauf und dran, ihm den Rang abzulaufen. Womit hatte er das eigentlich verdient??
Ihm grauste es davor, Boerne wieder gegenüberzutreten.

t.b.c.


<<Kapitel 9 ---------- Kapitel 11>>

Comments

( 3 Kommentare — Kommentar hinterlassen )
entjej
13. Mär 2015 12:35 (UTC)
So, okay, erstmal vorneweg - ich hab jetzt bislang nur das erste Kapitel gelesen, das ja sogar noch zu einer Zeit veröffentlicht wurde, als ich noch sogar nicht hier am Start war, krass - will aber trotzdem mal was schreiben, weil es sowieso eher mehr allgemein ist.

Also, das ist jetzt quasi stellvertretend für die anderen Sachen von dir, die ich bislang gelesen habe.

Ich mag ja deine T&B-Sachen sehr, mag h/c-Geschichten sehr. Und was ich eben ganz besonders an deinen Geschichten, deiner Art zu schreiben mag, sind die kleinen, am Rande laufenden Dinge, alles, was so rund um und zwischen allem Gesagten und Offensichtlichen abläuft. Du hast eine tolle Gabe, jeden Blick, jede Mimik, jede Geste so schön darzustellen, dass die Geschichte, die Charaktere dadurch so lebendig werden, dass ich sie so richtig vor mir sehe. Auch weil du sie so gut triffst, imm Vergleich zum Canon jetzt. Ach, ich kann das so schlecht beschreiben, hab noch dazu ein Matschhirn grade, aber ich hoffe, du verstehst, was ich meine :-)
Macht auf jeden Fall total Spaß, sowas zu lesen!

Jetzt wünsche ich allen Kranken bei dir zu Hause gute Besserung, ich fühle mit dir, hier liegt auch die ganze Familie mehr oder weniger flach. Ätzend!

Jetzt les ich mal noch ein wenig weiter, ist grade so schön ruhig!
baggeli
13. Mär 2015 16:08 (UTC)
Wow, vielen Dank für deine netten Worte!!! *hüpf* Ist so süß, sogar für eine unvollendete und unsinnige alte Fanfic ein solches Review zu bekommen, vor allem auch, was Stil und "treffen" der Charaktere angeht. Ich freue mich echt!!! *jubel*

Was die Grippezeit angeht, hab ich wirklich die Kappe am Brennen hier. Und du hast mein vollstes Mitgefühl, wenn bei euch auch alle flachliegen!
Es ist wirklich schrecklich, besonders meine Kleine hatte eine ganz miese Phase jetzt und war wieder und wieder und wieder krank. Immer wieder nach wenigen Tagen hohes Fieber, wir haben uns echt Sorgen gemacht, dass da noch mehr dahinterstecken könnte.
Ich hoffe jetzt einfach nur, wenn sie ihren Infekt überwunden und die Große die Grippe (eine echte *seufz*) dann hoffentlich auch endlich überstanden hat, haben wir mal wieder ein paar Wochen Ruhe. Ohne Magen-Darm, Kinderarzt und Medikamente ohne Ende, ohne Blutentnahmen und Kinder, die nur noch blasse, dünne Mäuschen sind statt der fröhlchen, frechen Weiber, die hier eigentlich die Bude rocken.

entjej
13. Mär 2015 17:04 (UTC)
Gern geschehen.
Ich hab halt diese Currywurst-Buden-Szene so extrem vor Augen gehabt, Mann, echt, das war schon ziemlich gut. Ich seh ihn jetzt noch vor mir, den Boerne, wie er da so steht, in Schlips und Kragen, in der Drecksbude, und mit spitzen Fingerchen den Picker anpackt und angeekelt diese zwei aneinander festgepappten Wurststückchen anstarrt :-))). So gut!

Ach ja, bei uns ist es auf jeden Fall nicht so schlimm wie bei euch. Da hat's mich am schlimmsten erwischt. Die jüngeren Damen des Hauses haben trotzdem noch genügend Energie, das übliche Chaos anzurichten.... :-).
Drück die Daumen, dass bald Ruhe einkehrt bei euch, kann ja kein Mensch brauchen.... .
( 3 Kommentare — Kommentar hinterlassen )

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