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Edit: Ich habe spontan entschieden, dies zu einem Bingo-Prompt zu verwursten. Wenn das nicht gilt, weist mich bitte drauf hin. Also:

Bingo-Prompt: Traum-Haus, Traum-Auto... in diesem Fall: Traum-Tag
Genre: Bericht

Vor nicht allzu langer Zeit wurde für viele Boerne und Thiel-Fans ein echter Traum wahr, denn Kai, der Administrator der großen Tatort Münster-Facebookseite, brachte folgenden Post:

Tatort Münster "Fußpilz" (AT) sucht Zuschauer für einen Tanzwettbewerb
Montag, 30.11. und/oder Dienstag, 01.12.2015 in Köln


Ein Begeisterungssturm brach los, Anmeldungen aus der kompletten Bundesrepublik gingen bei ihm ein. Zum Glück konnte Kai wirklich vielen Fans eine Zusage erteilen, denn es wurden an beiden Drehtagen jeweils 160 enthusiastische Zuschauer gebraucht.
Und so fanden sich keine zwei Wochen nach dem Aufruf weit mehr als 250 Freiwillige (teils an einem, teils an beiden Drehtagen) in Köln ein, um die Sartory Säle am Friesenplatz in ein Münsteraner Tanzturnier zu verwandeln, und zwei Drittel der Fanseite sowie 100% Boernepedia waren ebenfalls am Start. :D

Leider zeigte sich die Stadt nicht gerade von ihrer besten Seite. Sturm und Regen vermiesten den vielen, teilweise von weither Angereisten sonntags und auch montags den Tag, dienstags trieben die morgendlichen Staus rund um und in Köln den meisten Autofahrern den blanken Stressschweiß auf die Stirn… aber alle haben es rechtzeitig zum Dreh geschafft, waren die vielen Komparsen doch vorrausschauend früh einbestellt worden.
Nach einer kurzen Anmeldeprozedur gab es dann den wohlverdienten ersten Kaffee und Frühstück für die Hungrigen. Währenddessen sind die beiden guten Seelen der Kostümabteilung unermüdlich durch die vielen verwinkelten Räume des Kellergeschosses gewandert, in denen die Komparsen untergebracht waren, und haben für jeden, egal ob Männlein oder Weiblein, mit einer Engelsgeduld den passenden Dress gefunden. Und gegen Mittag ging es dann tatsächlich los: nach einigen wichtigen Informationen der Castingagentur stürmte die Truppe den riesigen Saal, in dem zwei Tage lang nun viele Stunden am Stück gedreht werden sollte.

Kaum hatten alle Komparsen einen Platz zugewiesen bekommen, übernahmen der Regisseur und seine Assistentin das Ruder. Sie beide haben es geschafft, mit klaren, lockeren Ansagen auf Anhieb zu vermitteln, was genau sie sich wünschen und nach einer kurzen Probe hatte das Publikum den Bogen raus. Später am Tag war in der Regel gar keine Probe mehr nötig - wenn doch, dann für die Schauspieler oder Tänzer, um Kameraeinstellungen bei besonders komplexen Szenen auszuprobieren und vor dem endgültigen Dreh zu perfektionieren.

Wie man es von den beiden gewohnt ist, wenn sie im Doppelpack auftreten: Jan und Axel ließen es sich am Montag nicht nehmen, während der langen Stunden im Saal immer mal ein wenig herumzualbern, um in den ruhigeren Momenten für gute Laune zu sorgen. Da wurde etwas Unsinn getrieben, die ein oder andere (un)elegante Tanzfigur eingestreut, Probeszenen mit Lachern beendet… es ist immer wieder ein Spaß, die beiden zu beobachten.
Ab Dienstagnachmittag drehte dann vor allem Thomas Heinze richtig auf und übernahm die Rolle des Pausenanimateurs. Ein sehr sympathischer Mensch, der besonders die Zuschauer in seinem Rücken immer wieder zum Lachen gebracht hat.
Mechthild Großmann hatte zu dem Zeitpunkt ihre letzte Szene in diesem neuen Tatort abgedreht und wurde mit warmen Worten vom Regisseur und wahrhaft tosendem Applaus vom Team und den Zuschauern verabschiedet.
Jan Josef Liefers, der ebenfalls für den Tag mit der Arbeit fertig war, verschwand allerdings nicht aus dem Saal, ohne gefühlte 200 Fotos mit sich machen zu lassen. Und das ist wirklich eine bemerkenswerte Sache gewesen, die man nicht genug loben kann! Normalerweise heißt es beim Dreh: die Komparsen haben sich von den Darstellern fernzuhalten und Fotos sind generell nicht erlaubt. In diesem Fall wurde aber tatsächlich eine Ausnahme gemacht: alle Anwesenden, die gerne wollten, bekamen ihr Bild. Teilweise in Gruppen, weil es sonst einfach zu lange gedauert hätte, aber statt diese Aktion zu unterbinden, hat das Filmteam Jan und seine Fans nach oben auf eine Empore gebeten, damit unten der Umbau ungestört stattfinden konnte und die Komparsenbetreuer haben es übernommen, Fotos zu schießen. Das war ein Novum, so etwas haben wir noch nicht erlebt!
Hut ab vor dem Team, dass sie das mitgemacht haben, und besonders Hut ab vor Jan, der sicher zwanzig Minuten lang von den Fans bestürmt wurde, bevor endlich alle Bilder gemacht waren. Was für eine Geduld bei allen Beteiligten! Es war genial.

Die Komparsen erlebten viele interessante, amüsante Szenen, wirklich viel ernsthafte Arbeit – und außerdem viele Stunden Warterei, denn auch die gehört zum Filmgeschäft dazu.

Ich, die Frau mit dem schlechtesten Bahn-Karma Deutschlands, sage ja immer dass bei der DB der Ausdruck wenige Minuten gleichzusetzen ist mit alles unter einer Stunde.
Ganz ehrlich: beim Film ist das nicht anders. Zehn Minuten Kameraumbau dauern niemals zehn Minuten, es ist einfach so. Die erfahrenen Komparsen waren sich dieser Tatsache natürlich bewusst, viele, die zum ersten Mal bei einem Dreh dabei waren, mussten das allerdings erst lernen.
Und obwohl es sonst nicht üblich ist, wenn irgend möglich durften alle Komparsen im Set verbleiben, was normalerweise vermieden wird, um Störungen zu minimieren. Aber die riesige Gruppe war so diszipliniert, dass es zu keinerlei Schwierigkeiten kam. Trotzdem mussten immer mal Teile der Komparsen eine längere Wartezeit im Keller über sich ergehen lassen, aber das war technisch einfach nicht anders möglich. Beispielsweise, weil der große Kamera-Schwenkarm in einer der beiden Zuschauerkurven aufgebaut worden war und für eine bestimmte Szene immer wieder über die Stuhlreihen hinweg schoss. Wer dort sitzengeblieben wäre, wäre einen Kopf kürzer gemacht worden, das war einfach nicht anders zu verantworten. Und auch auf der anderen Saalseite musste eine Menge an Stühlen den Schienen der zweiten Kamera weichen. In solchen Momenten ist es einfach nicht möglich, alle Leute im Saal zu halten.
Doch immer wurden alle „Gäste“ wieder vereint und haben zusammen den Dreh abgeschlossen.

Unser Fazit, die wir ebenfalls am Start waren und bei der Betreuuung der vielen Freiwilligen geholfen haben:
es waren auf jeden Fall die zwei schönsten Drehtage, die wir bisher im Laufe unserer Komparsentätigkeit mitmachen durften. Schöne Örtlichkeiten, reichlich Essen und Getränke inklusive Obst, Kuchen, diverser Süßigkeiten, Lollis, Bonbons und Plätzchen… in solchem Luxus leben Komparsen sonst nicht, da haben wir weiß Gott schon anders gedarbt.
Der Dreh lief super, die wenigsten Szenen mussten mehr als zweimal wiederholt werden, es hat wirklich alles fast immer auf Anhieb so geklappt, wie sich das der Regisseur vorgestellt hat. Also, für alle, die zum ersten Mal dabei waren, muss das unserer Meinung nach wirklich eine tolle Erfahrung gewesen sein!









Comments

( 9 Kommentare — Kommentar hinterlassen )
cornchrunchie
16. Jan 2016 15:15 (UTC)
Uhhh, es ist ja schon ganz bald soweit! Wuhuuuu! *holt schon mal Partyhüte hervor und fängt jetzt schon an, alle Menschen in der Umgebung zu nerven* :DD

zwei Drittel der Fanseite sowie 100% Boernepedia waren ebenfalls am Start. :D
Und wie! :D Das hat doch echt mal wahnsinnig viel Spaß gemacht!!

Hut ab vor dem Team
Aber hallo ... was die geleistet und teilweise mitgemacht haben, war wirklich großartig. Hätte ich echt nicht erwartet. Trotz Komparsen-Arbeit hat man sich durchaus als Teil der Produktion gefühlt (so ging es mir zumindest) und das ist schon bemerkenswert.

Also, für alle, die zum ersten Mal dabei waren, muss das unserer Meinung nach wirklich eine tolle Erfahrung gewesen sein!
War es! Ich bin da ja immer noch nicht drüber hinweg und werde es vermutlich auch nie sein. Solltest du im Laufe des entsprechenden Sonntags ein Kreischen aus weiter Ferne hören, dann bin das vermutlich ich. :D

Ach, es war sooo schön! Danke auch noch mal an euch beide, ihr habt es für uns echt noch mal ein Stück genialer gemacht!

P.s.: Was zur Hölle ist denn bitte "Ein Fuß kommt selten allein" für ein Titel? Der ist so lang ... und klingt eher nach einem fragwürdigen Roman. Da fand ich "Fußpilz" ja fast noch besser. Das war wenigstens kurz und knapp und vor allem schneller zu schreiben ...
baggeli
16. Jan 2016 16:36 (UTC)
Es ist krass, das geht echt megaschnell... 4 Monate nach dem Dreh raus mit der Folge ist ja praktisch keine Nachbereitung. Auf 'Erkläre Chimäre' hat man dagegen satte 8 Monate gewartet! (Gedreht wurde sie im Oktober, also nach 7 Monaten ausgestrahlt.) Was für ein Unterschied...

Und ja, der Titel... ok, den Arbeitstitel finde ich extrem unappetitlich und bin dementsprechend ganz dankbar, dass es dabei nicht geblieben ist. Aber dieser ist auch kein Brüller, das stimmt wohl. Naja, was das angeht, haben Cantz und Hinter sich bislang nur selten mit Ruhm bekleckert. *bg* Ich bin eh gespannt, was das wird... *seufz* Ich habs ja nicht mehr mit diesen beiden Autoren. Jedes Mal hoffe ich, sie besinnen sich auf ihre Anfänge, aber die letzte tolle Folge von den beiden war für mich "Der Fluch der Mumie", und die ist ja echt schon ewig alt...

Auf jeden Fall bin ich natürlich trotzdem ich auf die neue Folge gespannt. Egal ob sie gut oder schlecht wird, allein wegen ihr denke ich immer wieder mit ganz viel Spaß an den Tag in Münster und die beiden in Köln mit euch zweien zurück!! Ein paar der Fotos dieser Erlebnisse hängen in meinem Rücken, ich muss mich nur etwas drehen, dann schau ich drauf. Und freu mich :D :D
cornchrunchie
16. Jan 2016 18:43 (UTC)
Ja ... "Summ summ summ" war wirklich die totale Katastrophe, "Hinkebein" fand ich nicht sooo schlecht. Und "Erkläre Chimäre" hat mir, bis auf ein paar Dinge, gut gefallen. Ich bin also sehr gespannt! Das, was wir bisher so mitbekommen haben, klang ja schon sehr ... abenteuerlich.

Hach ja, ich habe auch ein paar der Fotos auf meinem Schreibtisch stehen, welche mich immer wieder an die schönen Tage erinnern. Wie gut, dass mich das mal so gar nicht vom Arbeiten an meiner Projektarbeit ablenkt ... *hüstel*
baggeli
16. Jan 2016 21:49 (UTC)
Nee, in Hinkebein fand ich Boerne so megapeinlich, das passt mir alles nicht. Null und nix, ich kann mir das nicht anschauen. Summ summ summ kommt er dann noch so unfassbar ätzend daher, der ungeschlagene Tiefpunkt der Reihe. Wäre nicht die Klemm in ein paar tollen Szenen und diese eine, niedliche Bienensuche mit Alberich, ich hätte den Film schon gelöscht von meiner Festplatte.
Chimäre war etwas besser, keine Frage. Bzw. war er bei weitem nicht so peinlich, wie ich es befürchtet hatte. Was wohl nicht zuletzt auch Jan und Axel zu verdanken ist.
Aber was mir nicht gefiel, war der gesamte Unterbau: um Geld vom reichen Erbonkel zu erschleichen, erpresst Boerne Thiel in diese lächerliche Scharade. Zwingt ihn da hinein, weil er ihm das Leben gerettet hat. Hallo? Wie bescheuert ist das?
So ein Verhalten ist einfach armselig, geldgeil und armselig und so ist ein Boerne der guten Folgen nicht. Auch nicht bei Cantz und Hinter in ihren ersten, genialen Folgen.
Und das kotzt mich an und ich kann es nicht ausstehen, wenn er so dargestellt wird.
Und wenn man die Inhaltsangabe der neuen Folge liest, weiß man doch schon, in welche Richtung es geht: Boerne ist eifersüchtig auf Alberich, weil sie einen Orden bekommt und macht sich an die Staatsanwältin ran, damit sie ein gutes Wort für ihn einlegt. Wieder: menschlich unterste Schuhsohle, und sowas mögen 13 Millionen amüsant finden, ich tue es nicht.
Und die Klemm drückt Boerne dann einen Tangokurs rein, verspricht im Gegenzug, sich für ihn stark zu machen. (Dass das am Ende nicht klappen wird, ich glaube, darüber müssen wir gar nicht streiten, oder?)
Und fällt denen nicht mal mehr was Neues ein? Ist doch wohl läppsch, in der letzten Folge von Cantz und Hinter zwingt Boerne Thiel in etwas, um seinen Willen durchzusetzen, in dieser nun die Klemm Boerne... das wird mir echt etwas zu doof.
Ich hoffe, der Rest ist ein Feuerwerk und das Team in Spielfreude. Sonst wird das allenfalls mittelmäßig.
So. Genug schwarzgemalt. Sie haben es ja in sich. Irgendwie. Vielleicht überraschen sie noch einmal positiv. Verdient hätten wir es.

Und an Projektarbeiten was zu tun wird überbewertet... *kicher*
cornchrunchie
16. Jan 2016 22:15 (UTC)
Also in Hinkebein fand ich Boerne größtenteils wirklich nicht peinlich. Zwar gab es auch meiner Meinung nach ein paar Fehlgriffe (diese Klimper-Dame zum Beispiel oder die Tatsache, dass es ihn so gar nicht berührt, seine Ex-Freundin zu obduzieren), aber eben auch viele schöne Momente, die mir sehr gefallen haben. Auch in Bezug auf die anderen Charaktere.
Ja ... In Summ summ summ geht Boerne mir auch tierisch auf die Nerven. Das war echt schlimm. Und dieser Blödsinn mit den Spinnen ... die können ja nicht mal zu Thiel rübengewandert sein, weil die beiden Wohnungen ja durch das Treppenhaus getrennt waren. Sowas Bescheuertes. Da gibt es nur wenige Szenen, die ich wirklich mag, wie eben beispielsweise die Szene mit Boerne und Alberich bei der Bienensuche. Ich glaube, das Gif aus der "Hab-ich?"-Szene wird auf ewig eines meiner Favourites bleiben. :D
Aber noch schlimmer fand ich Wolfsstunde. Ich meine irgendwo mal gelesen zu haben, dass du die Folge mochtest, aber ich kann der gar nichts abgewinnen. Ein ernsteres Thema beim TM ist ja durchaus eine gute Idee, aber doch nicht so. Boerne und Thiel haben sich die ganze Zeit irgendwie nur gestritten (auch mit allen anderen) und man hatte keine Ahnung warum; die Sache mit dem Online-Dating fand ich albern und peinlich; Thiel hat sich teilweise sehr weit entfernt von meinen Vorstellungen der Figur verhalten; und bei dieser einen Szene am Ende, wo Boerne die Zeitung liest und es sich dann mit dem Taschentuch plötzlich anders überlegt, weiß ich bis heute nicht warum. Allgemein war mir die Stimmung viel zu negativ in dieser Folge. Aber gut, die kam ja auch nicht von Cantz und Hinter, also eigentlich irrelevant für diese Diskussion ...
Erkläre Chimäre dagegen war toll. Klar, Jan und Axel haben das toll gespielt, aber auch ansonsten. Mir hat der Fall eigentlich ganz gut gefallen und im Gegensatz zu dir habe ich es auch nicht so wahrgenommen, als würde Boerne Thiel wirklich ernsthaft erpressen. Für mich war es eher ein Bitten. Natürlich, er lässt nicht locker, aber erpressen? Das ist bei mir ganz anders angekommen. Ich hatte nicht das Gefühl, er würde Thiel zu etwas zwingen oder drängen, was dieser auf gar keinen Fall will. Das würde ich sogar ohne Bezug auf die slashigen Aspekte sagen - obwohl die natürlich auch nicht schlecht gewesen sind. ;) Das Einzige, was echt nicht ging, war der Umgang zwischen Boerne und Alberich. Da haben sie ja echt den Ton verfehlt.
Ja, so ganz wollen mir die Aussichten auf die neue Folge auch noch nicht zusagen ... ich habe ebenfalls Angst, einen peinlichen und unangenehmen Boerne zu sehen ... seufz. Das wäre echt eine Enttäuschung. Aber ich denke, wir sollten positiv an die Sache herangehen und uns einfach überraschen lassen. Und hey ... immerhin sind wir dabei gewesen! Und was ein schlechtes Drehbuch verzapft, kann das Team doch oft schon wieder wett machen. :)
Puh, das hatte jetzt gar nicht so ausführlich werden sollen. Entschuldige.

Oh und das Arbeiten an Projektarbeiten wird leider überhaupt nicht überbewertet, wenn sie notwendig sind, um überhaupt erst zu den Abschlussprüfungen zugelassen zu werden ... :$ Ich hoffe, meine Freude an dieser Arbeit springt dir direkt vom Bildschirm ist Gesicht ... so enthusiastisch, wie ich bei der Sache bin ... Jep. Aber hey, immerhin kann ich jetzt schon knapp 14 von 18 Minuten reden, es fehlt also nicht mehr viel! *applaudiert sich selbst*

Edited at 2016-01-16 22:17 (UTC)
baggeli
16. Jan 2016 22:36 (UTC)
Ich glaube nicht, irgendwo geschrieben zu haben, dass ich Wolfsstunde eine gute Folge finde. Ich hätte sie aber gut finden können, wenn alles ein Stück weit anders gelaufen wäre.
Ich sage ja immer (und deshalb schreibe ich sowas ja auch gern): sie können durchaus ernst und spannend, solange sie dabei ihre übliche Dynamik behalten.
Auch den insgesamt düsteren Ton fand ich ok, bei dem heftigen Thema.

Ich sage aber weiterhin, speziell Boerne war da eben auch wieder unerträglich. Wie er Thiel ständig in den Rücken gefallen ist, das ging rein gar nicht. Und wie er sich dem Opfer gegenüber verhalten hat, war so unfassbar, da treibt es mich die Wände hoch. (Ebenso wie Thiels Verhalten in Herrenabend. Wenn sie sich gegenseitig so fies angehen, hab ich keine Lust mehr. Aber ich schweife ab.)

Thiel war megamürrisch, ja. Aber nach dem, was seiner Freundin passiert ist, konnte ich das sogar ein Stück weit verzeihen. Und er hat wirklich alle gegen sich; und da sie ihm leider in der Folge diese hanseatische Ruhe und das leichte Schmunzeln, das er in den ersten Episoden zeigen darf, wirklich vollständig weggeschrieben haben, konnte er mit diesem Druck und dem fast verächtlichen Unglauben halt null umgehen und ist immer mehr ausgerastet. Aber wie gesagt – eine harte Reaktionen nach einer harte Geschichte, die ich aber eben bei seiner Vergangenheit sogar ein Stück weit verständlich finde. Und er hört auf seinen Bauch, das passt schon zu ihm. Da kann ich noch Hühneraugen zudrücken, was Thiel angeht.

Boerne hingegen kann ich sein Verhalten absolut nicht verzeihen. Er, der vergewaltigte Mädchen zum Sprechen bewegen kann oder verzweifelte junge Frauen tröstet und zu Bett bringt, der würde so nicht mit dieser Frau umgehen (Hab den Namen vergessen, sorry. Aber du weißt, wen ich meine).

Und diese Stelle die du beschreibst, in der er sich dann entscheidet, doch noch das Kaugummi zu untersuchen - ich glaube, die hat niemand im Fandom wirklich begriffen. Ich seh ihn da irgendwie vom Sofa aufstehen, noch an seiner Dolby-Surround-Anlage rumfummeln, als würde der Ton nicht stimmen und dann auf einmal - *zack*
Nee. Erschließt sich mir nicht.

Der Wahlberliner hat mal darüber spekuliert, ob man Boerne in dieser Folge bewusst mies gezeichnet hat, weil er in den Jahren zuvor immer beliebter wurde und immer weiter schillern durfte, während Thiel immer mehr zum Proll verkommen musste. Er hat in seinen Analysen nicht ganz Unrecht, denke ich manchmal, auch wenn ich ihm längst nicht immer zustimme.

Wie gesagt, spannend, dramatisch, ernst... ich mag das. Und sie können meiner Meinung nach nicht nur komisch und albern, sie haben SO viel mehr Potential.
Wenn Boerne und Thiel zusammen gegen den Rest der Welt gekämpft und sich gegenseitig geholfen und vertraut hätten, doch, dann hätte das für mich eine geniale Folge sein können.

cornchrunchie
17. Jan 2016 10:07 (UTC)
Ach Mensch ... dann sind wir bezüglich "Wolfsstunde" ja echt einer Meinung! Ich kann dir hier in allen Punkten nur zustimmen. Aus der Folge hätte viel gemacht werden können, wenn sie den Grundgedanken der Reihe gewahrt hätten. Den Teamgeist und die typischen Charakterzüge.
baggeli
17. Jan 2016 13:28 (UTC)
Ja, wirklich. Es ist fast schade, was sie da an Potential verschenkt haben - in unseren Augen. Der Tatort-Fan an sich sieht das offensichtlich anders, 'Wolfsstunde' rangiert ganz weit oben im Fundus. Zweitbester T/B ever, nur getoppt von 'Der dunkle Fleck'. Aber der Einstieg war ja auch genial gemacht, die Episode steht mit Recht ganz oben. *freut-sich-immer-noch-drüber* Hatte ich erwähnt, dass ich Cantz und Hinter noch mal so erleben möchte?? :D
cornchrunchie
18. Jan 2016 15:54 (UTC)
Okay, Wolfsstunde spaltet also die Gemüter. Es überrascht mich eigentlich, dass das im Fundus so hoch oben rangiert, denn bei mir steht es an letzter Stelle - dicht gefolgt von "Summ summ summ". Aber okay, jeder wie er mag ...
Ja, der Einstieg war definitiv episch. Hat ja aber auch eingeschlagen wie eine Bombe. ;)
( 9 Kommentare — Kommentar hinterlassen )

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