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Grübeleien

Genre: Freundschaft
Zusammenfassung: Der Professor schläft auf meinem Sofa. Gedanken wie diese treffen Thiel manchmal irgendwie noch überraschend.
Wörter: ~450
A.N.: ich hab sowas ähnliches neulich mal gelesen. Und irgendwie passte es auf die zwei. In meinen Augen. Ist eigenwillig, ich sag's gleich dabei. Aber hey... Fanfiction halt. *schulterzuck* Außerdem war es schön, einfach mal wieder ein paar Sätze zu schreiben.
Edit: hab an Thiels Gedanken noch was geändert. Keine Ahnung, ob es so besser funktioniert.
Episodenbezug: Eine Leiche zuviel


Der Professor schläft auf meinem Sofa.

Gedanken wie diese treffen Thiel gelegentlich noch ganz überraschend.

Der Professor schläft auf meinem Sofa. Der Professor kutschiert mich in seiner Nobelkarosse herum. Der Professor quasselt mich stundenlang am Telefon voll, der Professor blättert enthusiastisch durch die Fallakten, mischt sich ununterbrochen in die Ermittlungen ein. Der Professor lädt sich zum Kochen ein, zum Essen, zum Fernsehen, verfügt über meine Wohnung, als wäre es seine eigene.

Und Thiel lässt ihn.
Boerne ist praktisch ein Familienmitglied geworden im Laufe der letzten Monate und Thiel vergisst manchmal beinahe, wie verrückt das eigentlich ist, dass dieser distinguierte, arrogante Besserwisser von einem Kerl sich einfach so  - und vor allem so schnell - in sein wenig abwechslungsreiches, bodenständiges, schlichtes Leben geschlichen hat. Als wäre das eine Selbstverständlichkeit.

Der Professor schläft auf meinem Sofa.

Boernes dunkles, kurzes Haar ist etwas verstrubbelter als gewöhnlich. Ein deutlicher Bartschatten ist auf den normalerweise glattrasierten Wangen zu erkennen und da sind dunkle Schatten unter seinen Augen.
Das ist an sich nicht so ungewöhnlich. Er sieht öfter so aus, arbeitet öfter mal bis an den Rand der Erschöpfung, wenn ihn irgendetwas begeistert oder er sich an einem Problem festgebissen hat. Und zumindest jetzt gerade bekommt er die Ruhe, die er dringend braucht.

Ja, der Professor schläft auf meinem Sofa.

Nur dass es in diesem speziellen Fall eher nach Bewusstlosigkeit als nach Schlaf aussieht.
Die großflächige, blutverkrustete Verletzung an Boernes Stirn leuchtet ärgerlich auf der beunruhigend bleichen Haut. Die Schürfwunden und Hämatome an Rücken und Schultern, die er davongetragen hat, als Frau Dr. Hanke ihn niedergeschlagen und weggeschleift hat, sind momentan unter der weichen St. Pauli-Decke verborgen, aber Thiel weiß, dass sie da sind. Er selbst hat geholfen, sie zu verpflastern vorhin, und auch wenn Boerne es niemals zugeben würde, ist es nicht zu übersehen, dass er Schmerzen hat. Selbst jetzt, im Schlaf. Thiel kann die verräterischen Linien um seine Augen deutlich erkennen.

Der Professor schläft auf meinem Sofa.

Und Thiel sitzt auf dem Boden davor, sein Kopf ruht an der Armlehne des Sessels in seinem Rücken und er wendet seinen Blick nicht vom reglosen Boerne ab. Seine Augen wollen des öfteren zufallen und doch reißt er sie jedes Mal wieder auf. Seine Finger zittern ein wenig, immer noch, aber das sieht gerade niemand.
Frau Haller ist vor einer Stunde gegangen. Sie hat es gesehen, aber sie hat es nicht kommentiert. Ihre Hände haben nicht weniger gezittert als seine.

Boerne schläft auf meinem Sofa.

Sie hat Thiel gebeten, ein Auge auf ihn zu werfen die nächsten Stunden. Sie hat aber auch gesagt, er selbst solle sich ausruhen, etwas essen, etwas trinken.

Aber das hat Zeit. Vorerst wird er sich hier nicht wegbewegen. Jedenfalls nicht, solange Boerne schläft.

Comments

baggeli
8. Feb 2016 20:48 (UTC)
Vielen Dank für die Rückmeldung!! :D :D *hüpf*

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